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In welchen Städten wieder viel los ist

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Nach Corona-Lockerungen - In welchen Städten wieder viel los ist

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Innerhalb weniger Tage hat sich der Fußgänger- und Autoverkehr in vielen Städten mehr als verdoppelt, das zeigt eine Datenanalyse. Nur in einer blieben die Straßen weitgehend leer.

Dortmunder Westenhellweg am 25.04.2020
Der Dortmunder Westenhellweg am ersten Shopping-Samstag nach den Corona-Lockerungen.
Quelle: dpa

Abstand halten, zu Hause bleiben – das funktionierte in Deutschland bislang erstaunlich gut. Allzu groß war die Verlockung offenbar nicht, häufiger als nötig das Haus zu verlassen, Schulen und Geschäfte hatten ja ohnehin geschlossen. Seit Montag, 20. April, ist das anders: In fast allen Bundesländern dürfen selbst Kaufhäuser wieder öffnen. Zumindest, wenn sie ihre Verkaufsfläche reduzieren.

Berlin und Brandenburg zogen am 22. April nach, Baden-Württemberg – nachdem kleinere Geschäfte bereits ab Montag wieder geöffnet hatten – am Donnerstag. Doch kaum traten die Lockerungen in Kraft, schickten Politiker und Virologen Warnungen hinterher: Angela Merkel fand diese in einigen Bundesländern zu "forsch", Christian Drosten argwöhnte, bis Mai oder Juni drohe eine Situation, "die wir nicht mehr kontrollieren können".

Ob es tatsächlich so kommt, hängt nicht zuletzt davon ab, ob die weiterhin gültigen Kontaktbeschränkungen eingehalten werden. Je mehr Menschen unterwegs sind, desto schwieriger wird das.

Laser messen Fußgängerzahlen

In den Einkaufsstraßen größerer Städte vermessen Laserscanner seit Jahren, wie viele Passanten unterwegs sind. Diese zeigten im März einen Rückgang um bis zu 90 Prozent. Seit den Lockerungen füllen sich die Straßen wieder – mit unterschiedlichen Geschwindigkeiten.

Fast drei Mal so viele Passanten in Hamburg

In einen regelrechten Kaufrausch verfielen offenbar Menschen in der Spitalerstraße in Hamburg: Dort hat sich die Zahl der Fußgänger nahezu verdreifacht. Zwischen dem 13. und 19. April waren es insgesamt 34.000, in der vergangenen Woche schon fast 100.000.

Mehr als verdoppelt haben sich die Zahlen seit dem 20. April im Vergleich zur Woche davor außerdem im Westenhellweg in Dortmund, in der Flinger Straße in Düsseldorf und in der Königsstraße in Stuttgart. Ebenso in der Ehrenstraße in Köln, wo die Zahlen so stark anstiegen, dass sie nur noch gut ein Drittel unter dem Vor-Corona-Niveau von April 2019 lagen.

Die anderen neun Städte lagen zwischen 50 Prozent und 90 Prozent unter dem Monatsschnitt vom April 2019. Am größten war die Kluft in den großen Einkaufsstraßen in München. Dort gelten – ähnlich wie in Thüringen – strengere Regeln, die meisten Geschäfte blieben bis zum 27. April geschlossen. Dennoch stiegen die Zahlen vergangene Woche auch dort, ebenso in Nürnberg, Augsburg und im thüringischen Erfurt, wenn auch nicht so stark wie im Rest der Republik.

Auch am Kurfürstendamm blieb es über die gesamte Woche gesehen weitgehend ruhig, nur am Mittwoch schossen die Zahlen kurzzeitig in die Höhe, als die Geschäfte mit zwei Tagen Verspätung auch in Berlin öffneten. Ein Vergleich mit dem östlichen Teil der Stadt ist bislang nicht möglich; dort gibt es noch keine Messpunkte der Firma hystreet.com.

Überall mehr Staus - vor allem am Montag

Im Stadtgebiet aller zehn Großstädte zeigte sich außerdem ein Anstieg des Stau-Levels, insbesondere in Hamburg, Stuttgart und Berlin. Im Übrigen auch am Montag in München, wo am 20. April zumindest die Baumärkte wieder öffnen durften. Die Daten stammen von Navigationsgeräten des Herstellers TomTom, der die Staus im sogenannten "Traffic Index" detailliert vermisst. In Leipzig und Köln erreichte der Verkehr dabei am ersten Tag der Lockerungen zeitweise fast das Niveau von April 2019.

Was die Daten freilich nicht messen können: Ob die Geschäfte funktionierende Hygienekonzepte haben und Kunden die Maskenpflicht einhalten. Auch daran wird sich entscheiden, ob Deutschland seinen Vorsprung bei der Bekämpfung der Pandemie tatsächlich verspielt, wie einige Virologen glauben.

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