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Gamestop-Aktie - Kleinanleger bringen Hedgefonds zum Wackeln

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Kleinanleger haben sich zusammengetan und sind einem Hedgefonds in die Parade gefahren. Der musste daraufhin mit einer Finanzspritze von 2,75 Milliarden Dollar gestützt werden.

Ein Gamestop-Shop in St. Louis am 07.05.2020
Schafft Gamestop den Übergang ins Online-Geschäft?
Quelle: AP

Wer in diesen Tagen dem Kursverlauf der Gamestop-Aktie folgt, dem kann leicht schwindelig werden: In Minuten verdoppelt sich der Kurs, um dann wie ein Stein abzusacken. Der Name ist hier Programm: Gamestop ist zu einem Spielball von Spekulanten und Zockern geworden. Die wichtigsten Fragen und Antworten.

Was passiert gerade mit der Gamestop-Aktie?

An der Aktie der Einzelhandelskette rund um Computerspiele zerren zwei Seiten: Mächtige Hedgefonds auf der einen und viele einzelne Kleinanleger auf der anderen Seite. Dabei haben die vielen kleinen "Davids" gegen Goliath einen Sieg errungen: Die Hedgefonds Citadel und Point72 mussten den Konkurrenten Melvin Capital zum Wochenstart mit 2,75 Milliarden Dollar stützen.

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Dem "Wall Street Journal" zufolge hatte sich Melvin unter anderem mit Gamestop-Aktien verzockt. Experten meinen, dass damit vermutlich die größte Hedgefonds-Pleite seit dem Fall von Long-Term Capital Management Ende der 90er Jahre verhindert wurde.

Wie können Kleinanleger einen Hedgefonds ins Straucheln bringen?

Durch Absprachen in Anleger-Foren wie Wallstreetbets auf der Plattform Reddit. Überwiegend junge Menschen tauschen sich dort über vielversprechende Anlagen und Trends an der Wall Street aus. In diesem Fall haben sie sich abgesprochen, Leerverkäufern der Gamestop-Aktie einen Strich durch die Rechnung zu machen.

Hedgefonds als Leerverkäufer haben bei Gamestop auf fallende Kurse spekuliert. Durch die vielen kleinen Einzelkäufe aber sind die Aktien gestiegen und die Rechnung für die Leerverkäufer ging nicht auf.

Was sind Leerverkäufe und Leerverkäufer?

Leerverkäufer – englisch Shortseller – wetten auf fallende Kurse und wollen damit Profit machen. Das können sie, indem sie sich Aktien von deren Besitzern gegen eine Gebühr ausleihen. Im zweiten Schritt verkaufen sie die Papiere am Markt.

Fällt nun der Kurs, können sie die Papiere zu einem späteren Zeitpunkt günstiger zurückkaufen. Sie geben die Papiere ihrem Besitzer wieder zurück. Die Kursdifferenz zwischen dem (teuren) Verkauf und dem (billigeren) Rückkauf der Aktie abzüglich Leihgebühr fällt dabei als Profit ab.

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Im Fall Gamestop zählten die Leerverkäufer auch auf naheliegende Zweifel, ob Gamestop angesichts der Krise den Sprung in die Onlinewelt schafft – zumal hier die Konkurrenz durch Amazon & Co. groß ist. Nur ging die Rechnung aufgrund der Kleinanleger nicht auf und der Gamestop-Kurs stieg, was Melvin an den Abgrund brachte.

Wer ist Gamestop?

Gamestop ist eine Einzelhandelskette. Sie verkauft in 5.000 Filialen weltweit alles rund um Gaming: Spielekonsolen, Computerspiele und Zubehör wie Kopfhörer, Tastaturen und Fanartikel.

Bis Sommer 2020 dümpelten Gamestop-Aktien bei unter fünf Dollar an der Börse vor sich hin. Aktuell ist das Unternehmen vor allem damit beschäftigt, seine Verkaufswege von der realen Welt in die Onlinewelt zu verfrachten und die Krise zu meistern. Hohe Zuwächse im Onlinegeschäft weckten Phantasien bei Anlegern, die Aktie stieg bis Jahresende auf knapp 20 Dollar, im Januar dann noch etwas weiter. Die Leerverkäufer setzten darauf, dass der Kurs wieder fallen würde.

Sollte man bei der Gamestop-Börsenparty mitmachen?

Als unerfahrener Privatanleger ganz sicher nicht. Doch auch erfahrene Aktienanleger sollten vorsichtig sein. Der Gamestop-Kurs schwankt heftig und unkalkulierbar. Und immerhin hatten auch die Börsenprofis in den Bürotürmen der Hedgefonds gedacht, die Lage unter Kontrolle zu haben und die Situation richtig einzuschätzen.

Übrigens vermuten Börsianer, dass sich auch andere Hedgefonds die Finger an Gamestop verbrannt haben. Kurz: Wer hier mitzocken will, muss auch den Verlust des eingesetzten Geldes mit ins Kalkül nehmen.

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