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Verbrauch steigt plötzlich an : So schnell leeren sich die Gasspeicher

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Wegen der Kältewelle ist der Gasverbrauch in Deutschland um ein Viertel angestiegen. Noch sind die Speicher voll - aber sie leeren sich. Wie schnell kann das gehen?

Druckmessgerät in einem Gas-Verteilzentrum
Derzeit ist die Gasversorgung in Deutschland noch stabil, teilt die Bundesnetzagentur mit.
Quelle: dpa

Die gute Nachricht vorweg: "Die Gasversorgung in Deutschland ist im Moment stabil", heißt es auf der Website der Bundesnetzagentur im tagesaktuellen Bericht. Die Versorgungssicherheit sei derzeit gewährleistet. Dennoch bewertet die Behörde die Gesamtlage als "weiterhin angespannt", warnt vor einer möglichen "Verschlechterung der Situation".

Hintergrund: Der Gasverbrauch in Deutschland ist stark angestiegen. Er lag nach Angaben der Bundesnetzagentur Mitte November in Kalenderwoche 46 zwar immer noch gut 20 Prozent unter dem Durchschnitt der vergangenen vier Jahre. Doch gegenüber der Vorwoche ist er um rund 28 Prozent gestiegen. Hauptgrund dafür dürfte der plötzliche Kälteeinbruch nach einem außergewöhnlich warmen Oktober sein: Es sei 0,7 Grad kälter als in den Vorjahren gewesen, heißt es von der Bundesnetzagentur.

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Gasverbrauch hängt maßgeblich vom Wetter ab

Der Gasverbrauch in Deutschland hänge zum größten Teil von der Temperatur und dem Heizverhalten der Menschen ab, erklärte Agentur-Chef Klaus Müller am Dienstagabend in der ARD-Talkshow "Maischberger". Derzeit sind die Gasspeicher zwar mit knapp 99 Prozent prall gefüllt. Doch sie leeren sich von Tag zu Tag: "Es wird überwiegend ausgespeichert", steht im Bericht der Netzagentur.

Würde Deutschland von heute auf morgen gar kein Gas mehr bekommen, würde das gespeicherte Gas für etwa neun bis zehn Wochen reichen, erklärt Müller. Dieses Szenario sei allerdings dank der Lieferungen, beispielsweise durch Norwegen, Holland oder Belgien, "absolut unwahrscheinlich".

Doch schon eine zweiwöchige Periode mit klirrender Kälte könnte die Speicherfüllstände schnell sinken lassen: "Wenn wir jetzt so von minus zehn, minus zwölf Grad ausgehen würden, vielleicht sogar über ganz Deutschland - dann würden wir das sehr, sehr schnell sehen. Und dann wären wir bei 90, 80, 70 - vielleicht sogar ein bisschen weniger", so Müller.

Bundesnetzagentur mit täglichem Situationsbericht

Nicht nur das Wetter spielt eine maßgebliche Rolle für die Sicherheit der Gasversorgung in Deutschland. Die Bundesnetzagentur hat in den Berichten auf ihrer Internetseite seit neuestem insgesamt fünf Indikatoren aufgeführt, anhand derer nun jeder auf einen Blick die aktuelle Situation einschätzen kann:

Indikatoren zur Lagebewertung der Gasversorgung
So sehen die Indikatoren zur Lagebewertung der Gasversorgung auf der Seite der Bundesnetzagentur aus. Stand: 30.11.2022, 13 Uhr.
Quelle: bundesnetzagentur

Neben der Temperaturprognose werden auch der temperaturbereinigte Gasverbrauch angeführt, die Speicherfüllstände, die Situation in den Nachbarländern und die Möglichkeit, Regelenergie zu beschaffen - also Reserven, die das Stromnetz stabilisieren können.

Temperaturprognose derzeit: "Angespannt"

Die Indikatoren werden täglich aktualisiert. Sie gleichen Tachos, die Skalen haben jeweils drei Werte: Stabil, angespannt, kritisch. Alle Zeiger stehen aktuell im blauen Bereich auf "stabil" - nur der für die Temperaturprognose steht auf "angespannt".

Denn auch die nächsten Tage versprechen beim Wetter keine Besserung, es bleibt kalt: "Die prognostizierte Temperatur für diese Woche liegt 0,68 Grad Celsius unter dem Durchschnitt der letzten vier Jahre. Es ist daher mit einem Mehrverbrauch zu rechnen", heißt es von der Bundesnetzagentur.

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Am Ende entscheidet Bundesregierung über Gasmangellage

Doch selbst wenn einer oder mehrere Anzeigen in den kritischen Bereich wechseln, wird nicht automatisch eine Notfallstufe ausgerufen - es gebe "keinen Automatismus", sagte Müller bei der Vorstellung des neuen Systems. So dürfte die Temperaturprognose eine weniger wichtige Rolle spielen als beispielsweise die Füllstände der Gasspeicher.

Für diesen Indikator hat die Bundesnetzagentur eine Kurve mit einer Prognose erstellt. Daran kann man ablesen, wie sich die Füllstände in Zukunft entwickeln sollten, damit es keinen Mangel gibt. Würde die Kurve beispielsweise am 1. Februar 2023 zwischen 40 und 55 Prozent liegen, wäre die Lage angespannt, unter 40 Prozent kritisch, erläutert Müller.

Die Indikatoren sollen jedoch nur einen Überblick geben, "Anhaltspunkte" sein bei einer Diskussion einer Gasmangellage. "Wir machen transparent, ob eine Gasmangellage akut droht", so Müller. "Das kontinuierliche Monitoring ermöglicht es, rechtzeitig Maßnahmen zu ergreifen und gegenzusteuern." Am Ende entscheide die Bundesregierung, ob sie eine Gasmangellage ausruft.

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