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Ab Donnerstag - GDL streikt - Bahn macht Tickets flexibel

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Die Lokführergewerkschaft GDL hat im Tarifkonflikt mit der Deutschen Bahn neue Streiks ab Donnerstagfrüh angekündigt. Die Bahn kommt den Kunden bei den Tickets entgegen.

Eine Hand hält ein Ticket vor einen Fahrkartenautomaten der Deutschen Bahn. Archivbild
Ab Donnerstag steht der Personenverkehr in großen Teilen still - die Bahn bietet nun an, gekaufte Tickets zu einem anderen Zeitpunkt zu nutzen.
Quelle: dpa

Dritter und bisher längster Streik für Bahnkunden: Die Lokführergewerkschaft GDL ruft von diesem Donnerstag ab 2 Uhr bis Dienstagfrüh in der kommenden Woche zu einem fünftägigen Ausstand im Personenverkehr der Deutschen Bahn auf. Im Güterverkehr soll der Streik bereits an diesem Mittwoch beginnen. "Es ist eine der längsten Arbeitskampfmaßnahmen, die wir durchführen und zwar absichtlich", sagte der Gewerkschaftsvorsitzende Claus Weselsky am Montag in Frankfurt am Main.

"Wir sehen uns angesichts der Blockadehaltung der DB-Manager nicht bereit und nicht gewillt, hier kürzere Arbeitskampfmaßnahmen durchzuführen." Unbefristete Streiks stünden derzeit aber nicht zur Debatte, betonte Weselsky.

Bahn-Kunden können Fahrkarten ab sofort flexibel nutzen

Die Bahn versucht indes die Folgen des angekündigten Streiks zu dämpfen. Reisende können Fahrkarten für den Streikzeitraum flexibel nutzen und ihre Reisen vorziehen oder bis zum 17. September verschieben, wie das Unternehmen mitteilte. Auch eine Erstattung ist möglich. Der Arbeitskampf sei durch nichts gerechtfertigt, kritisierte die
Bahn. So erklärte Personalchef Martin Seiler:

Der GDL-Spitze geht es ausschließlich darum, ihre Macht auszuweiten - und das zulasten der Reisenden und der Wirtschaft.
Martin Seiler, Personalchef Deutsche Bahn

Die Bahn rechnet damit, dass sie im Fernverkehr etwa ein Viertel des üblichen Angebots fahren kann, im Regional- und S-Bahn-Verkehr etwa 40 Prozent. "Wer kann, sollte seine Reise auf die Zeit vor oder nach dem Streik verschieben", teilte der Konzern mit.

Konkurrenzkampf mit der Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft

Die Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL) setzt sich für eine höhere Bezahlung und bessere Arbeitsbedingungen für die Beschäftigten ein. Dabei will die GDL auch im Konkurrenzkampf mit der größeren der beiden Bahn-Gewerkschaften punkten, der Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG).

Der Arbeitskampf wird neben Hunderttausenden Pendlern wieder auch zahlreiche Reisende treffen. Die Urlaubssaison läuft, in mehreren Bundesländern sind noch Schulferien.

Im Tarifkonflikt der Bahn hat Bahnchef Lutz dem Chef der GDL Weselsky vorgeworfen, die Belegschaft bewusst zu spalten. Die GDL hatte schon zweimal im August gestreikt.

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Keine Annäherung seit letztem Streik

Der jüngste Streik war in der Nacht zu Mittwoch vergangener Woche zu Ende gegangen. Der Bahn reagierte mit Notfahrplänen. Im Fernverkehr konnten bis zu 30 Prozent des Angebots aufrechterhalten werden, im Regionalverkehr einschließlich der S-Bahnen waren es im Schnitt 40 Prozent. Am Tag nach den bisherigen Streiks lief der Verkehr wieder weitgehend normal.

Im Tarifkonflikt gab es seither keine Annäherung mit dem Management. In Interviews der vergangenen Tage hatte Bahnchef Richard Lutz die Gewerkschaft aufgerufen, an den Verhandlungstisch zurückzukehren. Dem GDL-Vorsitzenden Claus Weselsky warf er zugleich vor, mit Falschbehauptungen die Belegschaft zu spalten.

Corona-Prämie in Höhe von 600 Euro gefordert

Die Bahn will zwar die Löhne und Gehälter wie von der GDL gefordert um 3,2 Prozent erhöhen. Umstritten ist jedoch, zu welchen Zeitpunkten die einzelnen Stufen greifen sollen und wie lange der neue Tarifvertrag gelten soll. Auch eine Corona-Prämie für dieses Jahr hat die Bahn angeboten, ohne sie jedoch zu beziffern. Die GDL fordert 600 Euro. Gerungen wird auch um die Betriebsrenten; hier haben sich beide Seiten noch nicht aufeinander zubewegt.

Hessen, Frankfurt/Main: Claus Weselsky, Vorsitzender der Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL), spricht während einer Pressekonferenz in der GDL-Hauptgeschäftsstelle.
FAQ

Streik bei der Bahn - Worum es der Lokführergewerkschaft geht 

Die GDL hat ihre Mitglieder zu Streiks aufgerufen. Der Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer geht es dabei um mehr als bloß das Gehalt - es geht um ihre Bedeutung bei der Bahn.

von Hansjürgen Piel
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