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Aktien, Bitcoins, Immobilien : Was schützt das Geld am besten vor Inflation?

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Wegen steigender Inflation fragen sich viele Sparer, was sie tun können, um der Geldentwertung zu entkommen. Eine Anlaufstelle zur neutralen Beratung sind Verbraucherzentralen.

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Bargeld zu horten, bringt keine Rendite. Doch wohin mit dem Geld in Zeiten hoher Inflation?
Quelle: dpa

Wer den monatlichen Anstieg der Inflation verfolgt, im April lag sie bei 7,4 Prozent, der bekommt es mit der Angst zu tun. Mühsam hat man in den vergangenen Jahren immer wieder etwas von seinem Gehalt zu Seite gelegt, um für unerwartete Ausgaben vorbereitet zu sein oder sich nach einiger Sparanstrengung was Schönes leisten zu können.

Doch die Inflation nagt an den Reserven. Die neue Waschmaschine oder das Traumauto werden von Monat zu Monat immer teurer und für das Angesparte gibt's immer weniger.

Eine Inflation von mehr als sieben Prozent – im wiedervereinten Deutschland gab es das noch nie. Die hohen Energiepreise treiben immer mehr Menschen zu den Tafeln. Energieberater sind gefragt wie nie.

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4 min
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Die richtigen Auswege sind individuell verschieden

Insofern denken viele darüber nach, das Ersparte abzuheben und in sogenannte Sachwerte zu investieren. Immobilien, Unternehmensanteile (=Aktien) oder Gold und Silber stehen ganz oben auf der Ideenliste. Doch was in der Rückschau als sehr sichere Sache daherkommt, ist in die Zukunft gerichtet immer auch ein Risiko. Katharina Lawrence, die Finanzexpertin der Verbraucherzentrale Hessen sagt:

Sicherheit, Flexibilität und Rendite sind die Kriterien, die jeder, der Geld anlegt, abwägen muss.
Katharina Lawrence, die Finanzexpertin der Verbraucherzentrale Hessen

Auf die richtige und individuelle Balance kommt es an.

Bitcoin

Vom Bitcoin hingegen rät die Expertin gänzlich ab. "Die starken Kursschwankungen sind einer der Gründe, warum Anleger, die kein Geld zu verlieren haben, Kryptowährungen mit Skepsis begegnen sollten." Eine begründete Warnung. So hat sich der Bitcoin-Kurs in den vergangenen sechs Monaten von über 58.000 im November auf jetzt nur noch knapp über 28.000 Euro halbiert. Eine sichere Anlage ist was anderes.

Bitcoin und andere Krypto-Anwendungen sollen die Finanzwelt demokratischer, vielseitiger und sicherer machen. Und doch erbeuten Krypto-Kriminelle unglaubliche Summen.

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Immobilien

Besser sind da schon Immobilien. Doch die muss man sich erst einmal leisten können.

Aktuell steigen die Zinskosten für Immobiliarkredite rasant. Auf der anderen Seite sinken die Kaufpreise aber nicht.
Finanzexpertin Katharina Lawrence

Und dass eine Immobilie auch über den Kauf hinaus noch kostet, darf nicht vergessen werden. "Heute schon erleben wir in der Beratung, dass Verbraucher insbesondere im Ruhestand zwar eine gut gelegene Immobilie haben, aber nicht genügend Einkommen und Rücklagen für die Instandhaltung und Unterhaltung ihrer Immobilie. Die Immobilie kann ein Baustein in der Altersvorsorge sein, sie kann diese aber nicht ersetzen."

Börse

Im langfristigen Rückblick haben sich Aktien oft rentiert, solange man sein Investment breit genug gestreut und nicht alles auf eine einzige Karte gesetzt hat. Hier empfiehlt die Verbraucherschützerin sogenannte ETFs. "Ein Aktien-ETF ist ein Aktienfonds, dessen Reiz darin liegt, dass er ziemlich genau einen Index abbilden kann und dadurch im Vergleich zu aktiv gemanagten Aktien-Fonds kostenschlanker ist."

Doch völlig risikolos ist das freilich auch nicht. "Wertschwankungen haben wir in den letzten Jahren immer wieder erlebt und damit ist auch in Zukunft zu rechnen. Selbst bei weltweiter Streuung gab es schon erhebliche Kursrückgänge, bei denen die Verlustphase erst nach Jahren ausgeglichen wurde. ETFs sind daher ungeeignet für alle, die in naher Zukunft größere Anschaffungen oder einen Immobilienkauf planen."

Gold

Bliebe noch Gold, der Klassiker unter den inflationssicheren Anlagen. Doch auch hier ist Vorsicht geboten. "Gold ist kein sicherer Hafen. Der Goldkurs unterliegt ebenfalls sehr starken Kursschwankungen. Auch hier kann es Jahre dauern, bis der Einkaufspreis wieder erreicht ist. Ein Problem ist weiterhin, dass es keine für Verbraucher zugängliche regulierte Börse gibt. Beim Kaufen und Verkaufen muss der Einzelne am Markt Preise vergleichen. Außerdem entstehen Kosten durch Lagern und Versichern."

Sparbuch

Also doch lieber alles auf dem sicheren Sparbuch lassen und auf bessere Zeiten hoffen? Nicht alles, aber einen Teil schon. "Einen Betrag von wenigstens drei Nettoeinkommen sollte man idealerweise als eiserne Reserve für unvorhergesehene Ausgaben auf einem Tagesgeldkonto liegen haben, um schnell reagieren zu können.

Obwohl Banken und Sparkassen bei diesen einlagengesicherten Geldanlageformen seit Jahren nur Zinsen unterhalb der Inflationsrate bieten, sollte sich kein risikoscheuer Sparer mit Geld, das er unbedingt braucht, überreden lassen, in risikoreichere Produkte zu gehen. Auch nicht in Zeiten höherer Inflation.

Felix Hero ist ZDF-Wirtschaftsredakteur.

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