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Vorerst kein Streik bei Lufthansa

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Tarifkonflikt - Vorerst kein Streik bei Lufthansa

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Nun gibt es vorerst doch keinen Streik bei der Lufthansa. Die Gewerkschaft Ufo unterbricht ihre Vorbereitungen, denn es gibt einen neuen Vorstoß der Lufthansa.

Archiv: Lufthansa-Flugzeuge am Flughafen in Frankfurt.
Lufthansa-Flugzeuge am Flughafen in Frankfurt. Archivfoto
Quelle: AP

Passagiere der Lufthansa müssen nun doch keine baldigen Streiks der Flugbegleiter fürchten. Nach einem neuen Vorstoß des Unternehmens hat die Gewerkschaft Ufo ihre Vorbereitungen für einen unbefristeten Arbeitskampf ausgesetzt. Eine für Mittwoch anberaumte Pressekonferenz, auf der Umfang und Zeitpunkt des Streiks angekündigt werden sollten, wurde abgesagt.

Wir haben heute Morgen von Lufthansa einen neuen Lösungsansatz erhalten. Um diesem Versuch eine ernsthafte Chance zu geben, haben wir erst einmal bei allen Vorbereitungen zu Streiks auf Pause gedrückt.
Daniel Flohr, Gewerkschaft Ufo

"Wir sind mit einer Lösungsinitiative auf die Ufo zugegangen", erklärte eine Lufthansa-Sprecherin, ohne weitere Details zu nennen. Auch Gewerkschaftssprecher Nicoley Baublies wollte sich nicht zum Inhalt des Vorschlags äußern, der auf den neuen Lufthansa-Personalvorstand Michael Niggemann zurückgehen soll. Er hatte den Posten zum Jahreswechsel von der glücklosen Bettina Volkens übernommen.

"Wir haben heute Morgen von Lufthansa einen neuen Lösungsansatz erhalten. Um diesem Versuch eine ernsthafte Chance zu geben, haben wir erst einmal bei allen Vorbereitungen zu Streiks auf Pause gedrückt und werden über die Inhalte des LH-Vorschlags nicht öffentlich diskutieren", erklärte Ufo-Vize Daniel Flohr in einer Mitteilung.

Woran eine Einigung bislang gescheitert ist

Zuletzt waren die Tarifpartner uneins geblieben, wie eine möglichst umfassende Schlichtung mit der Mediation tariffremder Themen zusammenwirken sollte. Ufo hatte den automatischen Einstieg in die Schlichtung und die für das gesamte Verfahren verlangte Friedenspflicht nicht akzeptiert. Die Lufthansa wollte andererseits den Einstieg in die Schlichtung nicht von einer einvernehmlichen Lösung in der Mediation abhängig machen. Man brauche schnell Lösungen für die tariflichen Probleme der rund 22.000 Flugbegleiter in den deutschen Teilbetrieben des Konzerns, hatte das Unternehmen wiederholt betont.

Nun scheint ein sofortiger Einstieg in die Mediation ohne Vorbedingungen für die Schlichtung möglich zu sein. Der Konzern hat Ufo zudem mehrere Verhandlungstermine zu tariflichen Fragen für diese Woche angeboten. Ufo zeigte sich bereit, an diesen Tagen über das weitere Vorgehen zu beraten.

Wie sich der Streit zwischen Lufthansa und Ufo hochschaukelte

In dem Konflikt hat Ufo seit Oktober bereits drei Streikwellen bei verschiedenen Flugbetrieben des Lufthansa-Konzerns veranstaltet. Rund 2.000 Flüge fielen bislang aus.

Neben Tarifthemen zu Arbeitsbedingungen, Renten und Entgelten haben die langen Auseinandersetzungen zwischen den streitenden Parteien einige Konflikte hinterlassen, die möglicherweise in einer Mediation gelöst werden können. Es geht unter anderem um persönliche Klagen der Lufthansa und damit verbundene Haftungsfragen gegen frühere und aktuelle Vorstände der Gewerkschaft. Auch war der frühere Ufo-Chef Baublies aus Lufthansa-Diensten entlassen worden. Ufo hat ihrerseits eine Millionenforderung gegen die Lufthansa aufgestellt.

Ufo schließt seit 2002 Tarifverträge mit der Lufthansa ab. In einer schweren Führungskrise der Gewerkschaft hatte das Unternehmen im vergangenen Jahr aber deren Tariffähigkeit bezweifelt und Beschlüsse des Ufo-Vorstands nicht anerkannt. Eine entsprechende Klage zur Aberkennung des Gewerkschaftsstatus wurde in der Zwischenzeit aber zurückgenommen.

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