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Global Risks Report 2022 - Pandemie treibt weltweite Existenzangst

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Der Risikoreport des Weltwirtschaftsforums in Genf beschreibt die weltweiten Auswirkungen der Pandemie. Aber langfristig bleibt das größte Risiko der Klimawandel.

Ein Mädchen hält sich die Hände vor die Augen, weil es vor etwas Angst hat
Ein Mädchen ist verängstigt
Quelle: dpa

Ganze 83 Wochen waren in Uganda die Schulen geschlossen. Gestern hat der Unterricht wieder begonnen, doch Kinderrechtsorganisationen befürchten, dass viele Kinder und Jugendliche den Unterricht nie wieder aufnehmen werden.

Sie müssen inzwischen arbeiten, um ihre Familien zu unterstützen - oder wurden verheiratet.

Susanne Biedenkopf, Leiterin der ZDF-Hauptredaktion Wirtschaft, über die Ergebnisse

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Groß ist auch die Sorge, dass viele Kinder die Schule abbrechen werden, weil sie den versäumten Stoff nicht bewältigen können. Corona hat die Ungleichheit weltweit vertieft, und zwar dramatisch. Zu diesem Ergebnis kommt auch der renommierte "Global Risks Report", den das Weltwirtschaftsforum heute in Genf vorstellt.

Das sind die Inhalte des Global Risks Report von 2021:

Eine junge Frau hält einen Corona-Selbsttest in der Hand.

Weckruf an die Welt - WEF: Pandemie bedroht Perspektive der Jugend 

Der "Globale Risiko Report" beschreibt die dramatischen Auswirkungen der Pandemie und zeichnet ein düsteres Bild. Der jungen Generation droht ein Zeitalter der Chancenlosigkeit.

von Susanne Biedenkopf

Soziale, psychische und Existenzkrisen am stärksten gestiegen

Der Bericht benennt "die Erosion des sozialen Zusammenhalts, Existenzkrisen und eine Verschlechterung der psychischen Gesundheit" als die drei Risiken, die durch die Pandemie am stärksten gestiegen sind.

Fokussieren auf Positives, Reflexion am Ende des Tages und das "Annehmen der Situation" wären gut für die Psyche in der Pandemie, so Prof. Michèle Wessa, Psychologin und Resilienzforscherin an der Universität Mainz.

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So wuchs das Risiko einer Existenzkrise mit Beginn der Pandemie um 25,5 Prozent, das Risiko für den gesellschaftlichen Zusammenhalt um 27,8 Prozent, die Gefahr psychischer Probleme um 23 Prozent. Neben der Pandemie selbst zählen sie damit zu den derzeit unmittelbarsten kurzfristigen Bedrohungen auf der Erde.

31 Länder zählen die Gefahr der sozialen Spaltung sogar zu den Top-Risiken, darunter auch Deutschland und Frankreich.

Nationale Unterschiede

Die gesellschaftlichen Verwundungen durch die Pandemie, so die Verfasser, verstärke den Fokus auf nationale politische Lösungskonzepte. Der innenpolitische Druck erschwere den Regierungen, sich auf mittel- oder langfristige Problemlösungen zu fokussieren - und damit globale Fragen. Eine fatale Entwicklung.

Die Pandemie hat Europa weiter fest im Griff. Wie handhaben Italien, Frankreich und Großbritannien Corona-Verhaltensregeln, das Boostern und Impfungen für Kinder?

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Auch die ungleiche Bewältigung der wirtschaftlichen Folgen der Pandemie wird, so die Verfasser, zu wachsenden sozialen Brüchen und geopolitischen Spannungen führen.

Während die Industriestaaten den wirtschaftlichen Einbruch der Pandemiejahre in den kommenden zwei Jahren wieder aufholen und darüber ein Wachstum von 0,9 Prozent erreichen können, werden die Entwicklungsländer (mit Ausnahme von China) um 5,5 Prozent unter den ursprünglichen Prognosen liegen.

Pandemiebelastung verschärft auch soziale Ungleichheiten

Die globalen Einkommensunterschiede werden sich also sogar verschärfen. Und damit auch die sozialen Fragen.

Die Belastungen der Gesundheit und des Wirtschaftssystemsführen zu sozialen Spaltungen und damit zu Spannungen in einer Zeit, in der Zusammenarbeit in den Gesellschaften und der internationalen Gemeinschaft grundlegende Voraussetzung dafür sein wird, dass wir weltweit eine schnelle Verbesserung der Situation erreichen können.
Saadia Zahidi, Direktorin am Weltwirtschaftsforum

Der Global Risks Report unterscheidet kurz-, mittel- und langfristige Risikobewertungen.

  • Bei den kurzfristigen Risiken, in den nächsten zwei Jahren, dominieren die Auswirkungen der Pandemie. Mit 30,1 Prozent liegt das Risiko extremer Wetterlagen auf Platz eins.
  • In der längeren Perspektive, den Risiken der nächsten zehn Jahre, dominiert die Sorge um den Planeten. Als die fünf größten Risiken werden das Versagen im Kampf gegen den Klimawandel, Extremwetter, der Verlust von Biodiversität, die Krise natürlicher Ressourcen und die Umweltzerstörung durch den Menschen genannt.

Ob Unwetter oder Hitze - extremes Wetter wird häufiger. Wie wappnen für Dürre und Überschwemmung? ZDFheute live mit ZDF-Meteorologin Katja Horneffer und Raumplaner Jörn Birkmann.

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Der Klimawandel, so der Bericht, wirke sich bereits vielfach aus, in Form von Dürren, Feuern, Extremtemperaturen, Artenverlust. Der Druck auf Regierungen, Wirtschaft und Gesellschaft dem entgegenzuwirken, nehme zu. Doch nach wie vor fehle es an einer einheitlichen Strategie.

Globale Welt braucht globale Lösungen

Es liegt in der Natur eines Risikoreports, dass er sich auf Gefahren und Risiken konzentriert. Und diese, so die Botschaft, können nur in einer weltweiten gemeinsamen Anstrengung überwunden werden. Denn - ob mittel- oder kurzfristig - in einer globalen Welt hängt alles mit allem zusammen.

Keine leichte Aufgabe - aber es ist eine Option.

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