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Goldpreis steigt auf erneutes Rekordhoch

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Ansturm auf Edelmetall - Goldpreis steigt auf erneutes Rekordhoch

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Gold gilt als Gegenentwurf zur modernen Finanzwelt, in der Geld aus dem Nichts entsteht. Sehr viel Geld. Kein Wunder also, dass das Edelmetall in Corona-Zeiten auf Rekordkurs ist.

Goldbarren in München
Der Preis für Gold ist aktuell erneut gestiegen.
Quelle: picture alliance/Ulrich Baumgarten

Der Goldpreis hat - nach kurzer Verschnaufpause - die Marke von 2.000 US-Dollar geknackt und notierte letzte Woche zwischenzeitlich auf dem neuen Rekordhoch von über 2.060 Dollar.

Einer der Kurstreiber war die jüngste Beteuerung der amerikanischen Notenbank "Fed", den Leitzins nahe null zu belassen und auch weiterhin alles zu tun, um der Wirtschaft aus der schwersten Krise "in unseren Lebzeiten" zu helfen, wie Fed-Chef Jerome Powell es formulierte.

Wegen der Corona-Pandemie und den wirtschaftlich unsicheren Zeiten steigt derzeit der Preis für Gold. Eine Feinunze, rund 31,1 Gramm, sind derzeit über 2.000 US-Dollar wert.

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Der Einfluss der Fed

Die Politik der amerikanischen Notenbank spielt seit Jahrzehnten eine Schlüsselrolle für die Entwicklung des Goldpreises. Die jüngste Rallye nahm Mitte 2019 ihren Anfang - Gold stand bei knapp 1.300 Dollar - als Amerikas Notenbank ihre Bereitschaft signalisierte, die Zinsen zu senken, also die geldpolitischen Zügel zu lockern.

Seither geht es aufwärts beim Gold - unterbrochen nur von einem kurzen, heftigen Einbruch von 15 Prozent als die Corona-Pandemie über die Welt und die Finanzmärkte hereinbrach. Anleger sahen sich gezwungen, Goldbestände zu liquidieren, um anderweitige Verluste auszugleichen. Deshalb resümiert Edward Moya, Chef-Analyst bei Oanda:

Der Goldpreis sollte nach dem Versprechen der Fed, die Finanzspritzen beizubehalten, weiter steigen.

Pandemie-Billionen treiben Gold

Mit insgesamt 11 Billionen Dollar - der größte Batzen davon kommt von der Fed - haben sich Notenbanken und Regierungen rund um den Globus gegen die Corona-Pandemie geworfen. Mit guten Absichten, aber unklarem Nutzen und unbekannten Nebenwirkungen. "Solange das weitergeht, werden Investoren Gold kaufen," glaubt Nitesh Shah Research-Director bei WisdomTree in London.

Getrieben von der Corona-Krise hat der Goldpreis erstmals in seiner Geschichte die symbolische Marke von 2.000 Dollar pro Unze durchbrochen. Dazu ZDF-Börsenexpertin Stephanie Barrett.

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Das Worst-Case-Szenario lautet Stagflation - eine Wirtschaft, die nicht auf die Beine kommt, bei gleichzeitiger Inflation. Das perfekte Argument für Gold. An weiteren Argumenten herrscht kein Mangel: negative reale Zinsen, ein schwächelnder Dollar und nicht zuletzt ein Wiederaufflammen des Konfliktes zwischen den USA und China.

Tendenz weiter steigend?

Was die Prognosen für den Goldpreis angeht, sind sich die Experten bemerkenswert einig. Citigroup hält den aktuellen Preiszyklus für "einzigartig" und erwartet eine länger anhaltende Hochpreisphase. Goldman Sachs spricht von Gold als der "ultimativen Reservewährung" und postuliert einen Anstieg auf 2.300 Dollar innerhalb eines Jahres.

Goldbarren in München

Risiko durch Goldgewinnung -
Der Preis des Goldes
 

Rekordpreis für das Edelmetall: Eine Feinunze kostet über 1.800 US-Dollar. So viel, wie seit neun Jahren nicht mehr. Nicht jeden freut das.

von Volker Angres

Die Bank of America bekräftigt die Prognose aus dem April: 3.000 Dollar pro Unze innerhalb von 18 Monaten. Auch Kursziele von 4.000 Dollar machen bereits die Runde. Nur JPMorgan warnt vor zu viel Euphorie. "Ein letztes Hurrah" werde es wahrscheinlich noch geben, "bevor der Goldpreis zum Jahresende nach unten dreht".

Der Rekordpreis ist relativ

Ein Argument immerhin haben die Gold-Bullen auf ihrer Seite. Ja, das Edelmetall notiert auf Rekordhoch, aber irgendwie auch nicht. Zwar kostete die Feinunze noch nie so viel wie heute, doch berücksichtigt man die Inflation, misst also mit realer Kaufkraft, so sind die gut 2.000 Dollar dieser Tage weniger als die 1.921 Dollar vom vorherigen Höchststand 2011. Und sehr viel weniger als die 873 Dollar beim Ölpreisschock 1980. Paradox, aber Fakt: Zwar war Gold noch nie so teuer, aber es war schon einmal mehr wert!

Carsten Meyer ist Redakteur der ZDF-Wirtschaftsredaktion makro.

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