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Corona-Krise treibt Goldpreis

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Angst und niedrige Zinsen - Corona-Krise treibt Goldpreis

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Der Goldpreis hat einen neuen Rekord erreicht. In unsicheren Zeiten gilt das Edelmetall als sicherer Hafen für Investoren. Wird die Rekordjagd weitergehen?

Archiv: Goldbarren und Goldmünzen in München.
Wegen wirtschaftlicher Unsicherheit und geringen Zinsen investieren mehr Menschen aktuell in Gold (Symbolbild)
Quelle: Reuters

Offenbar machen Anleger Jagd auf Gold. Der Preis für das Edelmetall ist am Montag auf einen neuen Rekord geklettert. Grund ist die Unsicherheit wegen der Corona-Pandemie. Auch die Spannungen zwischen den USA und China sehen Beobachter als Grund für den Stärke des Edelmetalls.

Gold als Inflationsschutz

Gold gilt an den Finanzmärkten als Krisenwährung. Es ist selten und es lässt sich nicht beliebig vermehren – wie etwa Geld. Deswegen dient es Anlegern als Schutz vor möglicher Inflation. Das gilt vor allem in Zeiten, in denen die Notenbanken mit aller Macht versuchen, Finanzmärkte und Wirtschaft mit billigem Geld am Laufen zu halten.

Das lässt auch die Zinsen an den Finanzmärkten schmelzen - oder auf niedrigem Niveau verharren. "Gold gewinnt erfahrungsgemäß in Zeiten sinkender Zinsen an Attraktivität", so die Rohstoffexpertin Gabriele Widmann von der Deka Bank.

Auch Silber beliebt bei Anlegern

Denn Gold hat eine grundlegende Eigenschaft, die es von anderen Investments unterscheidet: Es wirft weder Zinsen, noch andere erwartbare Einkünfte wie Dividenden ab. Liegen die Zinsen wie aktuell in den meisten Regionen der Welt bei null Prozent oder sogar im negativen Bereich, fällt dieser Nachteil der Goldanlage weg.

Auch die Tatsache, dass in der vergangenen Woche die Aktienmärkte Federn gelassen haben, hat wohl die Gold-Nachfrage angefacht. "Gold und Silber verzeichnen vor diesem Hintergrund weiterhin massive ETF-Zuflüsse", meint Analyst Carsten Fritsch von der Commerzbank. ETFs sind börsengehandelte Fonds, mit denen Anleger in Form von Wertpapieren in Gold investieren können.

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Hohe Staatsschulden treiben Goldpreis

Zuletzt hatte Gold vor rund einem Jahrzehnt Höhen von über 1.900 US-Dollar erreicht. Das war 2011, in der Hochphase der Euro-Schuldenkrise. Da hatten manche Beobachter ein Auseinanderbrechen der Euro-Zone befürchtet. Aktuell ist es der ungewisse weitere Verlauf der Corona-Pandemie, die verunsichert.

In den USA und anderen weltwirtschaftlich wichtigen Ländern wie Brasilien und Indien nehmen die Infektionszahlen weiter zu. Das schürt die Befürchtung, dass die seit Jahrzehnten schwerste Rezession noch längere Zeit anhalten könnte. "Es sind die tiefen Zweifel, ob wir eine V-förmige Erholung erleben werden, die den Goldpreis stützt", sagte der unabhängige Analyst Ross Norman. Eine V-förmige Erholung meint einen schnellen Aufstieg aus dem wirtschaftlichen Tal nach einem rapiden Absturz.

Auch die hohen Staatsschulden spielen bei der Rekordjagd des Goldpreises eine Rolle. Denn einige Experten meinen, dass diese Schulden in vielen Fällen kaum mehr durch Wirtschaftswachstum reduziert werden können. Verschuldete Staaten sind an langfristig niedrigen Zinsen interessiert, damit die Schuldenberge nicht weiterwachsen. Schließlich treibt auch der vergleichsweise schwache Dollar den Goldpreis. Doch ist das Edelmetall auch in Euro auf ein neues Rekordhoch gesprungen, was diesen Effekt relativiert.

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Wir die Rekordjagd weitergehen?

Der steile Anstieg des Goldpreises jedenfalls birgt das Risiko von Rückschlägen. "So etwas trägt häufig auch den Keim eines Absturzes in sich", meint Carsten Fritsch. Wie sich der Goldkurs tatsächlich weiterentwickelt, kann aber niemand vorhersagen.

Die vorherrschende Unsicherheit in der Corona-Krise aber dürfte nicht so schnell verschwinden. Experten wie Fritsch sehen daher durchaus die Möglichkeit, dass der Goldpreis in den kommenden Tagen auch die Marke von 2.000 US-Dollar knacken könnte. Am Montagvormittag lag der Preis für eine Feinunze bei rund 1.940 US-Dollar.

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