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Hatespeech und Fake News - Facebook und Co. müssen Farbe bekennen

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Die drei Internet-Konzerne sollen heute vor dem US-Kongress aussagen. Es geht um Markmacht, Fake News und die Verbreitung von Hassbotschaften. Eine Übersicht.

Silhouetten von Personen, die mit gesenktem Kopf auf den Bildschirm ihrer Smartphones schauen vor einem Facebook-Logo
Internet-Konzerne wie Facebook, Google und Twitter sollen in Zukunft in Sachen Hass und Fake News mehr Engagement zeigen.
Quelle: Imago

Die Probleme mit Fake News und Hassrede

  • Seit dem Jahr 2015 sind verstärkt Falschinformationen im Netz festgestellt worden. Das Themenspektrum war breit gespreizt: Vom Abschuss des Fluges MH17 über der Ost-Ukraine, später über angeblich pikante Details der Bewerber um die amerikanische Präsidentschaft bis hin zu schädlicher Mobilfunkstrahlung.

Genauso breit aufgestellt sind die Absender entsprechender Tweets und Posts: Nachrichtendienste, politische Aktivistengruppen und Propaganda-Einrichtungen diverser Staaten.

Im amerikanischen Präsidentschaftswahlkampf 2016 stieg die Zahl der Tweets, Posts und Blogeinträge, die entweder Elemente von Hassrede aufweisen oder Falschnachrichten in Umlauf bringen, beträchtlich. Der Dresdner Sprachwissenschaftler Joachim Scharloth stellte damals ein Anwachsen um einen zweistelligen Millionenbetrag fest.  

Computertaste mit der Aufschrift Fake News

Internationale Studie -
Wie Fakenews über Corona den Menschen schaden
 

Kuh-Urin gegen Corona? Solche Falschinformationen kursieren im Netz, eine Studie hat sie gezählt und spricht von einer "Infodemie". Manche Ratschläge haben gar zum Tod geführt.

von Julia Klaus

Als erste Zahlen der mit dem Coronavirus Infizierten aus China gemeldet wurden, gesellten sich zu den politische motivierten Beiträgen falsche Informationen zum Virus, seiner Verbreitung und zur vorbeugenden Behandlung. Empfehlungen von gefährlichen Behandlungsmaßnahmen und falsche Heilsversprechen entwickelten sich zu einer großen Gefahr.

Ein Faktenprüfer der Washington Post wies dem amerikanischen Präsidenten Donald Trump nach, dass er mehr als vier falsche Behauptungen pro Tag twittere.

Neben Twitter, Google und Facebook geht nun auch YouTube stärker gegen die teils rechtsextremen Verschwörungsmythen der QAnon-Bewegung in den USA vor.

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Die Reaktion von Facebook, Google und Twitter

Schon im Jahr 2015 gründete Google in Zusammenarbeit mit Twitter und Facebook eine Plattform für die Faktenprüfung. Die Zahl der diesbezüglich gelöschten Posts und Tweets blieb recht klein. Auf der Jahrestagung 2016 der Gesellschaft für Informatik wurde über die Größenmenge von wenigen zehntausend diskutiert.

Seit 2017 beauftragt Facebook externe Faktenprüfer, weil die Plattform aufgrund sehr massiver Falschnachrichten-Kampagnen während des amerikanischen Präsidentschaftswahlkampfes 2016 unter Duck gekommen war. Twitter arbeitet mit internen Kräften, löscht aber seit Sommer dieses Jahres verstärkt Tweets.

Der demokratische Präsidentschaftskandidat Biden. Archivbild

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Twitter geht gegen die Verbreitung eines Biden-Artikels vor. US-Präsident Trump sieht sich bestätigt.

Der Erfolg

Die Faktenprüfer-Organisationen und die von ihnen gegründeten Netzwerke gerieten selbst wiederum in die Kritik. Zum einen weil eine nicht ganz nachvollziehbare Zertifizierungsstrategie dieser Organisationen in Zusammenhang mit dem Poynter Institute für Unklarheit der Prüfkriterien sorgte.

Zum anderen weil es im deutschsprachigen Raum teils wettbewerbsrechtliche Auseinandersetzungen zwischen Correctiv (für Facebook) und Publizisten der Glaubwürdigkeit von Faktenprüfern schadeten. Auch ein bereits im Januar von Facebook verhängtes Verbot der Veröffentlichung von Falschinformationen für die Konzerntochter Instagram und die eigene Plattform konnte nicht durchgesetzt werden.

Die Digital-Expertin Anke Domscheit-Berg plädiert für mehr Prävention bei Hass im Internet: "Die Zivilgesellschaft muss gestärkt werden, die solchen Hass bekämpfen kann."

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Die Marktmacht von Facebook, Google und Twitter

Twitter hat in Deutschland laut ARD/ZDF-Onlinestudie 1,4 Millionen am Tag, 2,8 Millionen wöchentlich. Weltweit weist der Medien-Blogger Christian Buggisch für Twitter 330 Millionen Nutzer pro Monat aus. Pro Tag sind es weltweit 145 Millionen aktive Nutzer.

Bei Facebook sollen inklusive WhatsApp und Instagram laut Buggisch 1,6 Milliarden tägliche Nutzer aktiv sein, in Europa 288 Millionen pro Tag. Buggisch rechnet die Zahl der täglichen Nutzer in Deutschland auf 23 Millionen hoch. Facebook selbst weist keine Nutzerzahlen für Deutschland aus.

Für Google beläuft sich laut Statista der Marktanteil der Google-Suchmaschine in den USA auf 81 Prozent, in Deutschland auf 90 Prozent. Für Deutschland gibt die Wirtschaftswoche den Wert von 4,2 Milliarden Suchanfragen pro Monat an. Das entspräche 140 Millionen Suchanfragen pro Tag.

Die Zahl der YouTube-Nutzer wird von Statista auf weltweit zwei Milliarden beziffert, für Deutschland weisen die Analysten sechs Millionen angemeldete Nutzer aus. Eine E-Marketer-Studie rechnet etwas mehr als 40 Millionen deutsche Zuschauern auf YouTube hoch.

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