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"Greenwashing"-Affäre : Grüne Täuschung bei der DWS-Gruppe?

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Wegen "Greenwashing"-Vorwürfen bleiben die Deutsche Bank und ihre Tochter DWS im Fokus der Ermittler. DWS-Boss Asoka Wöhrmann muss gehen.

Fahnen mit dem neuen Logo der DWS Group hängen am Rande des Börsengangs der Vermögensverwaltungstochter der Deutschen Bank an der Fassade der Frankfurter Wertpapierbörse.
Deutsche-Bank-Tochter DWS wechselt Chef aus
Quelle: dpa

Am Dienstag betraten Strafverfolgungsbeamte die Frankfurter Zwillingstürme, der Hauptsitz des größten Kreditgebers Deutschlands. Gleichzeitig durchsuchten die Ermittler die Räume der DWS-Gruppe, nur fünf Gehminuten entfernt. Die Durchsuchungen stehen im Zusammenhang mit "Greenwashing"-Vorwürfen gegen den Vermögensverwalter. Heute musste der DWS-Chef Asoka Wöhrmann seinen Posten räumen.

Wöhrmann erklärte: "Die Vorwürfe, die gegen die DWS und mich persönlich erhoben wurden, sind eine Belastung für das Unternehmen und auch für meine Familie und mich persönlich geworden."

Um die Institution und auch meine Familie zu schützen, möchte ich daher den Weg für einen personellen Neuanfang frei machen.
Asoka Wöhrmann
Ein Portraitfoto des DWS-Chefs Asoka Wöhrmann.
DWS-Boss Asoka Wöhrmann musste Posten räumen.
Quelle: reuters

Ermittlungen in den USA und Deutschland

Nachdem die ehemalige Nachhaltigkeitschefin der DWS, Desiree Fixler, letztes Jahr behauptet hatte, das Unternehmen habe seine Angaben zu Nachhaltigkeitskriterien zu hoch angesetzt, wurden Ermittler in den USA und Deutschland aktiv. Seit Monaten versuchen die US-Börsenaufsicht SEC und die deutsche BaFin Licht ins Dunkel zu bringen.

Die DWS hatte ihr Produktangebot wohl grüner dargestellt, als es in Wirklichkeit ist. Mit dem ESG-Label schmücken Banken und Finanzdienstleister ihre nachhaltigen Finanzprodukte. Die Abkürzung steht für die englischen Begriffe für Umwelt, Soziales und gute Unternehmensführung.

Nach Durchsuchungen bei der Deutschen Bank und ihrer Fondstochter DWS wegen Greenwashing-Vorwürfen gibt es personelle Konsequenzen. ZDF-Börsenexpertin Valerie Haller berichtet.

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Irreführende Behauptungen der DWS?

Fixler sagte, dass die Behauptungen der DWS, dass ihre verwalteten Vermögenswerte in Höhe von Hunderten von Milliarden Dollar ESG-konform seien, irreführend seien. Sprich: es gab überhaupt nicht so viele "grüne" Finanzprodukte wie versprochen. Die DWS verwendet das ESG-Label seitdem nicht mehr.

Die Frankfurter Staatsanwaltschaft fand seit Bekanntwerden der Vorwürfe des "Greenwashings" hinreichende Hinweise darauf, dass "entgegen den Angaben in den Verkaufsprospekten der DWS-Fonds ESG-Aspekte tatsächlich nur bei einer Minderheit der Investments eine Rolle spielten".

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Skandal reicht bis in die Chefetage

Auch die Führungsspitze der Deutschen Bank wurde in die Whistleblower-Affäre hineingezogen. Der stellvertretende Deutsche Bank-Chef, Karl von Rohr, ist auch Vorsitzender des Aufsichtsrats der DWS. Er war der Hauptempfänger von Fixlers E-Mail, als sie erstmals ihre ESG-Bedenken gegenüber der DWS meldete. Die Ermittler haben deswegen kritische Fragen an die Deutsche Bank.

Asoka Woehrmann entließ Fixler im März letzten Jahres und schrieb in einem Memo an die Mitarbeiter, dass ihre Abteilung nicht genügend Fortschritte gemacht habe. Sie klagte gegen den Rauswurf, verlor aber vor einem Frankfurter Arbeitsgericht. DWS sagt, Fixler hätte die interne Mail erst kurz nach ihrer Entlassung verschickt.

Laut Fixlers Anwältin soll sie jedoch bereits in ihrer aktiven Zeit auf das "Greenwashing" aufmerksam gemacht haben.

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Konsequenzen für "Greenwashing"

Die Razzia erweitert nicht nur die Liste der regulatorischen und rechtlichen Probleme für den Vorstandsvorsitzenden der Deutschen Bank, Christian Sewing. Es ist auch ein prominentes Beispiel dafür, dass Banken mit rechtlichen Konsequenzen für "Greenwashing" rechnen müssen.

Die Whistleblower-Affäre trifft die Deutsche Bank und ihre Fondstochter hart. Beide haben sich Nachhaltigkeit groß auf die Fahnen geschrieben und wollen das Geschäft in den kommenden Jahren ausbauen. Die DWS hatte es nach Fixlers Weggang sogar zur Chefsache gemacht. Doch die gesamte Bankenbranche wird aufhorchen, denn sie alle müssen nachhaltige Finanzprodukte anbieten. Die EU hat es so beschlossen.

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