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Fraport wird sich nur langsam erholen

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Halbjahresbilanz erwartet - Fraport wird sich nur langsam erholen

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Die Halbjahresbilanz des Betreibers des größten deutschen Flughafens zeigt beispiellose Flaute. Und es wird lange dauern, bis sich das grundlegend ändert.

Reiseverkehr am Flughafen Frankfurt. Archivbild
Reiseverkehr am Flughafen Frankfurt. Archivbild
Quelle: Andreas Arnold/dpa

Wo zu dieser Jahreszeit kaum zu bewältigende Menschenmassen auflaufen, ist es entschieden ruhiger. Das Geschehen konzentriert sich auf Teile von Terminal 1. Das zweite Terminal von Deutschlands größtem Flughafen in Frankfurt ist weiter dicht.

Zu wenig Verkehr, zu wenige Passagiere in Corona-Zeiten. Auf den Rollfeldern parken Maschinen: Turbinen - vorübergehend außer Betrieb. Bis das vorüber geht, wird es dauern.

Kurzarbeit die Regel, Prognosen trübe

Man kann sagen, dass der Tiefpunkt der Krise der Luftfahrt erst einmal durchschritten ist - zumindest hierzulande. Langsam steigen die Passagierzahlen wieder. Trotzdem sind rund 65.000 der 88.000 Beschäftigten am Frankfurter Flughafen in Kurzarbeit.

Nach wie vor starten und landen nur ein Bruchteil der üblichen Anzahl an Flugzeugen. So sind nur wenig Beschäftigte an Check-In-Terminals gefragt, bleiben viele Fluglotsen, Sicherheitskräfte oder Mitarbeiter für die Gepäckabfertigung zu Hause. Beim Flughafenbetreiber Fraport sind rund 18.000 der 22.000 Beschäftigten in Kurzarbeit.

Der Arbeitsmarkt in Deutschland leidet weiter unter den Folgen der Corona-Pandemie. Die Zahl der Arbeitslosen ist im Mai zwar weniger stark gestiegen als im April, es sind aber schon mehr Menschen in Kurzarbeit als während der Finanzkrise 2009.

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Jobkahlschlag droht

Experten rechnen damit, dass das Passagiervolumen sich bis Ende des Jahres nur auf rund 30 Prozent des Normalbetriebs steigern wird. Selbst für 2021 liegen die Vorhersagen beim Passagierbetrieb nur zwischen 50 und 70 Prozent.

Auch Fracht wird weniger befördert. Im Mai ist das Volumen laut Fraport um fast 14 Prozent geschrumpft. Denn rund zwei Drittel aller Fracht, die fliegend um den Globus befördert wird, fliegt im Bauch von Passagiermaschinen mit - so genannte Belly-Fracht.

Fraport-Chef Stefan Schulte rechnet mit Personalüberhang von 3.000 bis 4.000 Beschäftigten noch für 2023 und 2024. Erst dann prognostiziert er ein Niveau des Flugbetriebs auf Vorkrisenniveau.

Gemessen an den Passagierzahlen haben wir, vereinfacht gesagt, für die Hälfte der Belegschaft noch mindestens anderthalb Jahre keine Beschäftigung.
Stefan Schulte, Fraport-Chef

Nötig sei verlängerte Kurzarbeit bis Sommer 2022. Nach geltenden Gesetzen darf die Bundesagentur für Arbeit Unternehmen Kurzarbeit nur für zwölf Monate gewähren - das wäre bis März 2021.

In Zukunft weniger Luftverkehr?

Lufthansa-Chef Carsten Spohr forderte wegen der trüben Perspektiven vom Flughafenbetreiber, Landegebühren zu senken. Dem erteilte Stefan Schulte eine Absage. "Wenn wir weniger Verkehr haben und Verluste machen, müssten wir eigentlich die Entgelte anpassen - nach oben", so der Fraport-Chef.

Ob sich der Flugverkehr schrittweise Vorkrisen-Niveau annähert, ist ungewiss, viele Unternehmen werden durch die Krise ihr Geld zusammenhalten müssen und deswegen auf Flugreisen verzichten.

Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter lassen sich per Video in Meetings zuschalten - auch das eine Lehre aus der Krise. Zudem könnten Unternehmen auch aus Klimaschutzerwägungen heraus versucht sein, ihre Weste aus Überzeugung oder Reputationsgründen möglichst grün zu halten.

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Lichtblick: Leichter Anstieg in tiefem Tal

Das sind für einen Flughafenbetreiber wie Fraport trübe Aussichten. Kleiner Lichtblick: In den ersten Julitagen haben sich die Passagierzahlen am Fraport-Hauptstandort Frankfurt im Vergleich zur Vorwoche um knapp 80.000 erhöht.

Vor allem die gestrichenen Reisewarnungen für 27 europäische Länder sieht der Flughafenverband ADV als ermutigendes Signal für die Feriensaison. "Nach und nach kehrt das Leben wieder an die Flughäfen zurück", sagt ADV-Hauptgeschäftsführer Ralph Beisel.

Im Vergleich zum Vorjahr steht in der ersten Juli-Woche bei Fraport aber immer noch ein Rückgang um über 83 Prozent in der Passagierstatistik. Im Juni dürfte der Rückgang bei im Schnitt rund 90 Prozent gelegen haben. Einblick in die Details will Fraport am Montag geben.

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