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Zuschüsse für Klimaschutz - Neue Heizung mit Geld vom Staat

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Heizen mit Öl und Gas wird Anfang 2021 teurer. Der Staat will die alten Anlagen verbannen. Doch es gibt großzügige Zuschüsse, wenn man auf erneuerbare Energien setzt.

Archiv:  Eine Frau dreht am Thermostat einer Heizung, am  07.03.2019 in Niedersachsen, Hannover
Heizen mit alten Heizanlagen wir 2021 teurer. Bei Neuinvestitionen beteiligt sich der Staat.
Quelle: dpa

Heizungen in Deutschland sind überwiegend betagt und nicht gerade klimafreundlich. Vor allem der reinen Ölheizung soll es an den Kragen gehen. Ende 2019 ‎gab es rund 5,5 Millionen Ölheizungen und 13 Millionen ‎Gasheizungen.

Zusatzkosten durch CO2-Bepreisung ab 2021

Das Problem: ‎70 Prozent der Ölheizungen und 60 Prozent der ‎‎Gasanlagen ‎waren laut Zahlen des Schornsteinfeger-Handwerks älter als 20 Jahre.

Expertinnen wie Laura Vorbeck von der Verbraucherzentrale müssen den Hausbesitzern erklären, warum der Austausch erforderlich sein kann, obwohl es im Haus warm wird: "Die Anlage funktioniert ja. Aber momentan ist ‎ein guter Zeitpunkt, über eine neue Heizung ‎nachzudenken." Denn der sogenannte CO2-Preis wird ab 2021 fällig.

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Beispielrechnung: So viel teurer wird das Heizen

Die Berechnung, wie hoch die Zusatzkosten sind, richtet sich nach dem CO2-Ausstoß. Die Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz rechnet so: Pro Kilowattstunde Heizöl schlägt der CO2-Preis 2021 mit 0,79 Cent zu Buche und steigt bis 2025 auf 1,74 Cent. Umgerechnet auf einen Jahresverbrauch von 2.000 Litern Heizöl beträgt der Zuschlag 2021 immerhin 158 Euro und fast 350 Euro im Jahr 2025. Tendenz: weiter steigend. Für Gas ist ebenfalls ein CO2-Zuschlag fällig, der ist etwas niedriger als beim Öl. Da kann sich der Umstieg auf neue Heiztechniken also lohnen.

Der Staat lässt viele Millionen Euro springen, um den Klimaschutz voranzubringen. Bis zu 45 Prozent der Kosten für eine neue Heizung zahlt der Bund. Ein Erfolg, wie der Zentralverband Sanitär Heizung Klima (ZVSHK) auf ZDF-Anfrage erklärt. Es gebe Zehntausende Anträge. Dabei dominierten erneuerbare Energien beim Ausbau, auch als Ergänzung zu Gas. "Ölkessel sind die klaren Verlierer."

So wird der Zuschuss beantragt

Am besten beantragt man vor Beginn der Maßnahmen den Zuschuss beim Bundesamt für ‎‎Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (Bafa). Das geht über die Homepage. Über weitere Förderungen, etwa eine Steuerermäßigung alternativ zum Zuschuss, informieren die Verbraucherzentralen. Die kennen weitere Fördertöpfe, die je nach Bundesland unterschiedlich sein können.‎

Eine unabhängige Beratung lohnt sich in jedem Fall. Die Verbraucherzentrale bietet für diese Zwecke den sogenannten Eignungs-Check Heizung an. Die Beraterinnen und Berater geben Tipps, welche Anlage konkret für das entsprechende Haus am besten ist. Vor allem kennen sie sich im Dschungel der Förderungen aus. Der Eigenanteil liegt bei 30 Euro, einkommenschwache Haushalte werden kostenfrei beraten.

Expertin: Alte Heizungsanlagen sind nicht effizient

Für Energieberaterin Vorbeck steht fest: Eine Anlage, die älter als 20 Jahre ist, arbeitet ineffizienter als neue und sollte ausgetauscht werden. Das gilt für Öl- wie Gasanlagen, denn: "Die Technik ist deutlich weiter mit Gas-Brennwertanlagen, Hybridheizungen kombiniert mit Solar, Wärmepumpen oder auch Pelletkesseln", so die Expertin. Ab 2026 dürfen reine ‎Ölheizungen nur noch in Ausnahmefällen eingebaut ‎werden.

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Die maximale Förderung wird nur gezahlt, wenn man komplett auf erneuerbare Energien setzt, etwa mit einer Pelletheizung. Beispiel: Eine Gasheizung mit thermischer Solaranlage würde laut Verbraucherzentrale in einem Haus 23.500 Euro kosten. Dank des Zuschusses für die Solarthermie-Anlage liegt die Investition bei 14.100 Euro.

Besonderheiten bei der Pelletheizung

Für eine Pelletheizung sieht die Rechnung so aus: 30.000 Euro Gesamtkosten steht ein Zuschuss von 13.500 Euro gegenüber. Macht 16.500 Euro Investition. Da auf Gas der CO2-Preis fällig wird, auf Holzpellets nicht, kann sich der Umstieg aber lohnen. Auch die Pelletheizung habe Nachteile, schränkt Laura Vorbeck ein:

Man braucht ein großes Pelletlager. Und man sollte beachten, dass die Pellets qualitativ ‎hochwertig sind, am besten regional aus nachhaltiger ‎Forstwirtschaft.
Laura Vorbeck, Energieberaterin

Es ist eine hohe Investition, die sich aber ‎‎‎auszahlen kann, zumal mit dem Zuschuss und dem positiven Effekt für Hausbesitzende, Mietende und das Klima.

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