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Hochwasserkatastrophe - Flut trifft auch Tourismus hart

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Die Hoffnungen der Tourismusbranche waren groß nach dem monatelangem Corona-Shutdown. Jetzt stürzt die Flutkatastrophe sie in den betroffenen Regionen in die nächste Krise.

Campingplatz in Solingen ist überflutet, aufgenommen am 15.07.2021 in Solingen
15 Campingplätze in Rheinland-Pfalz und Nordrhein-Westfalen wurden von den Fluten verwüstet.
Quelle: imago

Verwüstete Campingplätze, zerstörte Ferienhäuser und Hotels, beschädigte Brücken, Gleise und Straßen: Die Hochwasserkatastrophe vor allem im Westen Deutschlands trifft den Tourismus in den betroffenen Gebieten hart. "Für die Gastgeber, die nach dem langen Corona-Shutdown nun im schlimmsten Fall ihre Existenzgrundlage verloren haben, ist es eine absolute Katastrophe", sagt Michelle Schwefel vom Deutschen Ferienhausverband.

Hotels im Kreis Ahrweiler nahezu alle außer Betrieb

Insbesondere die Regionen im ländlichen Raum seien dringend auf den Tourismus angewiesen. "Das ganze Ausmaß der Flut und die Effekte auf den Tourismus lassen sich derzeit allerdings noch nicht abschätzen", betont Schwefel. Unklar sei, wie viele Beherbergungsbetriebe von der Flut betroffen seien und wie viele Urlauber aktuell ihre Reise nicht antreten könnten.

Freiwillige aus Sachsen, aus Grimma und Colditz, helfen im Hochwassergebiet an der Ahr. Wo sie gebraucht werden, packen sie mit an. Die Flutopfer freuen sich und sind den Helfern dankbar. Sachsen war früher von der Flut an Mulde und Elbe betroffen.

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Die Vulkaneifel und die Moselregion sind beliebte Urlaubsziele. Nach Angaben des Deutschen Hotel- und Gaststättenverbandes (Dehoga) in Rheinland-Pfalz gibt es beispielsweise im stark betroffenen Kreis Ahrweiler so gut wie keine Gasthäuser oder Hotels, die innerhalb der kommenden zwölf Monate wieder Gäste bedienen könnten.

Die zerstörte Infrastruktur, die kaputten Gebäude, aber beispielsweise auch die fehlende Gasversorgung geben wenig Anlass zur Hoffnung.
Gereon Haumann, Dehoga-Präsident

Zahlreiche Urlaubsgäste würden ihre Buchungen auch in Landesteilen stornieren, die überhaupt nicht von den Überflutungen betroffen waren, wie beispielsweise Rheinhessen oder die Pfalz. "Wir gehen davon aus, dass trotz Hochsaison Tausende von Betten leer bleiben", sagte Haumann. Das liege daran, weil das Bundesland insgesamt als Katastrophengebiet betrachtet werde. Dabei seien selbst Urlaubsgebiete entlang der Mosel mittlerweile schon wieder auf Gäste eingestellt.

15 Campingplätze verwüstet

Nach ersten Schätzungen des Bundesverbandes der Campingwirtschaft (BVCD) in Deutschland sind vier Campingplätze in Nordrhein-Westfalen und elf in Rheinland-Pfalz so verwüstet, dass sie auf unbestimmte Zeit nicht öffnen können. Bundesweit gibt es mehr als 3.000 Campingplätze, die in der Regel etwa 70 Prozent ihres Umsatzes in den Ferienmonaten Juli und August machen.

Hoffnung macht, dass es bisher überdurchschnittlich viele Buchungen für September gibt.
Christian Günther, BCD-Geschäftsführer

"Wir sehen Corona-Nachholeffekte," so Günther weiter. Die Folgen für Anbieter von Flusskreuzfahrten halten sich nach Einschätzung des Reiseverbandes DRV in Grenzen.

"Es ist nicht zu so vielen Absagen gekommen wie zunächst befürchtet", sagte Benjamin Krumpen, Mitgeschäftsführer von Phoenix Reisen. "Wir haben immer wieder mit den Folgen von Hoch- und Niedrigwasser zu kämpfen. Die Reedereien können damit grundsätzlich umgehen." Einige Kreuzfahrten mussten abgesagt werden, bei anderen wurde der Fahrplan geändert. Es werde damit gerechnet, dass die Donau ab Passau zum Wochenende wieder befahrbar sei, ebenso die Mosel und die gesamte Rheinstrecke.

Berchtesgaden: "Sie können anreisen!"

Welche Auswirkungen die Katastrophe auf die Gesamtbilanz des Deutschland-Tourismus hat, lässt sich derzeit nicht abschätzen. Besonders beliebt bei Urlaubern aus dem Inland sind in Deutschland traditionell die Ost- und Nordsee, die nicht betroffen sind, sowie Bayern. Zwar hatten Hochwasser-Fluten und Erdrutsche am Wochenende im Berchtesgadener Land Verwüstungen angerichtet. Touristenunterkünfte blieben aber offenbar weitgehend verschont. "Sie können anreisen!", schreibt der Zweckverband Bergerlebnis Berchtesgaden auf seiner Internetseite.

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