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London: Huawei beteiligt sich am 5G-Ausbau

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Netzwerkausbau in Großbritannien - London: Huawei beteiligt sich am 5G-Ausbau

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Großbritannien erlaubt dem chinesischen Telekomriesen Huawei, sich eingeschränkt am 5G-Ausbau im Land zu beteiligen. So dürfte Premier Johnson Ärger bei Präsident Trump auslösen.

Chinas größter Anbieter für Telekommunikationsnetzwerke Huawei wird beim britischen 5G-Ausbau unter Einschränkungen beteiligt. Die Entscheidung traf heute der Nationale Sicherheitsrat. Die USA dürften davon nicht begeistert sein.

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Huawei darf sich unter Einschränkungen am Ausbau der 5G-Mobilfunknetze in Großbritannien beteiligen. Anbieter, die als risikobehaftet gelten, sollen lediglich von Kernbereichen des Netzes ausgeschlossen werden, teilte die Regierung am Dienstag nach einer Sitzung des Nationalen Sicherheitsrats in London mit.

Damit wäre der Weg für die Verwendung von Huawei-Technik zumindest in Teilen der Infrastruktur frei - auch wenn der chinesische Konzern nicht direkt erwähnt wurde. Auch der chinesische Huawei-Wettbewerber ZTE kann davon profitieren.

Nach der Entscheidung der britischen Regierung sollen "hochriskante Anbieter" aus besonders sensibler Infrastruktur mit Bedeutung für die nationale Sicherheit sowie aus Gegenden in der Nähe von Atomkraftwerken und Militärstützpunkten herausgehalten werden. Ihre Beteiligung wird grundsätzlich auf einen Anteil von 35 Prozent an der Zugangs-Infrastruktur reduziert, über die sich Geräte wie Smartphones mit Netzwerk-Antennen verbinden.

Keine einheitliche Front im Westen gegen Huawei

Mit der Entscheidung dürfte Premier Boris Johnson den US-Präsidenten Donald Trump verärgern, der dem größten Netzwerkausrüster und zweitgrößten Smartphone-Hersteller der Welt Spionage vorwirft. Die Vereinigten Staaten hatten ihre Verbündeten aufgefordert, nicht mit dem Unternehmen zusammenzuarbeiten.

Ein ranghoher Beamter aus dem Weißen Haus äußerte sich enttäuscht über den Beschluss der Briten. Es gebe keine sichere Option, nicht vertrauenswürdigen Anbietern die Kontrolle auch nur über einen Teil eines 5G-Netzwerks zu überlassen. Man rufe weiterhin alle Länder auf, die langfristigen Folgen für die nationale Sicherheit abzuwägen.

Netzwerkausrüster weist Spionagevorwürfe zurück

Die auf Beweisen fußende Entscheidung wird zu einer fortschrittlicheren, sichereren und kostengünstigeren Telekom-Infrastruktur führen, die fit für die Zukunft ist.
Victor Zhang, Huawei-Vizepräsident

Der chinesische Netzwerkausrüster weist die Spionagevorwürfe stets zurück. Huawei-Vizepräsident Victor Zhang sagte am Dienstag, das Unternehmen fühle sich durch den britischen Beschluss bestätigt. "Die auf Beweisen fußende Entscheidung wird zu einer fortschrittlicheren, sichereren und kostengünstigeren Telekom-Infrastruktur führen, die fit für die Zukunft ist." Es gebe Großbritannien Zugang zu Technologie von Weltklasse und sorge für einen wettbewerbsfähigen Markt.

Britische Entscheidung hat politische Dimension

Großbritannien hofft auf ein lukratives Handelsabkommen mit den USA nach dem Austritt aus der Europäischen Union. Der Streit um Huawei könnte die Verhandlungen erheblich belasten.

Noch unklar ist, ob Anforderungen für die 5G-Sicherheit in einer Novelle des Telekommunikationsgesetzes oder im IT-Sicherheitsgesetz 2.0 landen. Am Mittwoch will auch die EU-Kommission Sicherheitsempfehlungen für die Mitgliedsländer vorstellen.

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