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Warnschuss vom Ifo-Institut

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Gedämpfte Stimmung in Wirtschaft - Warnschuss vom Ifo-Institut

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Der Ifo-Geschäftsklima-Index bietet einen kleinen Vorgeschmack auf das, was im Spätherbst und Winter droht, falls die Corona-Zahlen weiter so stark ansteigen.

Die steigenden Infektionszahlen verunsichern auch die Wirtschaft. Der Ifo-Geschäftsklimaindex ist gefallen und viele Unternehmen blicken skeptisch in die Zukunft.

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Fünf Mal in Folge stieg der Geschäftsklima-Index des Münchner Forschungsinstituts Ifo - eines der am meisten beachteten Konjunkturbarometer Deutschlands. Heute nun das jähe Abbremsen - quasi mit Ansage, denn die letzten Wochen hatten nichts Gutes erwarten lassen.

Die vermeintliche wirtschaftliche Trendwende ist spätestens mit dem heutigen Tag in Frage gestellt. Die Einschätzungen der knapp 9.000 befragten Unternehmen zur aktuellen Lage sind zwar noch gut, aber viel wichtiger ist der Blick in die Zukunft. Und dieser verdüstert sich. Vor allem breitet sich die Sorge im Dienstleistungsgewerbe aus.

Höhere Arbeitslosigkeit droht bei neuen Einschränkungen

Sowieso schon stark betroffen, wäre ein zweiter Lockdown wohl für viele das endgültige Ende. Beleg dafür sind aktuelle Zahlen vom Statistischen Bundesamt. Zwischen März und August sank der Umsatz von Restaurants, Cafés, Caterern und Bars im Vergleich zum Vorjahr um 40,5 Prozent.

Die Zahl der Beschäftigten schrumpfte um 17,6 Prozent. Für viele der 1,8 Millionen Beschäftigten in der Gastronomie wären neuerliche starke Einschränkungen somit ein sicherer Gang in die Arbeitslosigkeit.

eine undatierte elektronenmikroskopische aufnahme des «u.s. national institute of health» zeigt das neuartige coronavirus

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Schulen dicht wäre in der Wirkung wie Generalstreik

Doch damit nicht genug. Laut Ifo ist der "Knackpunkt" für einen weiteren Lockdown, wenn Schulen und Kitas geschlossen werden müssten. Eine solche Maßnahme wäre ähnlich zu bewerten wie ein Generalstreik. Wenn viele Eltern nicht arbeiten gehen könnten, hieße das wahrscheinlich sogar für die Industrie "rien ne va plus".

Allerdings ist im Alltag bereits zu spüren, dass es dazu nicht unbedingt eines weiteren Lockdowns bedarf. Wer keinen Termin für den Reifenwechsel bekommt oder auf eine neue Küche wartet, der hat sicher schon gehört, dass das Personal knapp wird. Menschen in Quarantäne fehlen schon jetzt den Unternehmen. Haushalte und Firmen sind bereits verunsichert.

Ausgangssperren und Lockdown im Ausland

Und der Blick ins Ausland lässt nichts Gutes erahnen. Österreichs Kanzler Kurz beispielsweise spricht offen über den Lockdown. Überall in Europa steigen die Corona-Zahlen noch deutlicher als in Deutschland und Ausgangssperren und geschlossene Geschäfte sind an der Tagesordnung. Für unseren Export alles andere als gute Nachrichten.

Wie lange es noch gut geht, wird von den täglichen Corona-Infektionszahlen abhängen. Weltärzte-Chef Montgomery etwa sagt, dass bei 20.000 der Moment für einen Lockdown gekommen sei. Diese Zahl könnte bald erreicht sein.

Ökonomen: Corona-Regeln zu uneinheitlich

Der starke Anstieg der Infektionszahlen ist für viele Ökonomen auch in der fehlenden Eindeutigkeit der Regeln begründet. Dies führe dazu, dass sie nicht eingehalten werden. Sie erhoffen sich einfach einzuhaltende Corona-Regeln wie beim "Mensch ärgere Dich nicht"-Spiel.

Doch dazu müsste sich zunächst einmal die Politik einig sein. Die Zeit drängt. Der Ifo hat heute den Warnschuss dafür abgegeben.

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