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Tarifverhandlungen - IG Metall will mehr beim Umbruch mitreden

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IG Metall und Arbeitgeber ringen um die richtigen Antworten. Durch die Corona-Krise steckt die deutsche Metall- und Elektroindustrie mitten in einem dramatischen Umbruch.

Fahnen der Gewerkschaft IG-Metall. Archivbild
Die IG Metall verlangt nach verbindlichen Zukunftsverträgen.
Quelle: Sebastian Gollnow/dpa

Die IG Metall will beim technologischen Umbau der deutschen Industrie stärker mitreden, um möglichst viele Arbeitsplätze zu sichern. Bei den gerade begonnenen Tarifverhandlungen für rund 3,8 Millionen Beschäftigte verlangt die Gewerkschaft nicht nur vier Prozent mehr Geld, sondern auch sogenannte Zukunftstarifverträge und intelligente Optionen zur Arbeitszeitverkürzung.

Corona hat die Modernisierung noch beschleunigt. Die Beschäftigten seien alarmiert und blickten mit großen Sorgen in die Zukunft, sagte der Erste Vorsitzende der Gewerkschaft, Jörg Hofmann.

Viele verspüren eine hohe Unsicherheit.
Jörg Hofmann, Gewerkschaftschef

"Da vermischen sich Erfahrungen aus der Pandemie mit der Wahrnehmung von wirtschaftlicher Krise und strukturellen Veränderungen. Aber auch die Umsetzung der Klimaschutzziele führt viele zu der Frage: Was bedeutet das für mich und meine berufliche Perspektive?"

Umsatz-Verluste durch die Corona-Pandemie

Den Unternehmen stellt der Gewerkschaftschef schlechte Noten bei der Beantwortung dieser Fragen aus:

Es ist leider eine der Konstanten unserer Beschäftigtenbefragungen seit 2013, dass ein großer Teil von bis zu 50 Prozent der Beschäftigten die Strategie ihrer Unternehmen nicht erkennen können.
Jörg Hofmann, Gewerkschaftschef

Der neue Präsident des Arbeitgeberverbands Gesamtmetall, Stefan Wolf, weist auf die Produktionsverluste im Pandemiejahr 2020 hin. Während sich die Automobilindustrie inzwischen erhole, hätten andere Sektoren weiterhin zu kämpfen, vor allem der Maschinen-, Schiffs-, und Flugzeugbau. "Wir blicken für das laufende Jahr auf Umsatzrückgänge von 15 bis 30 Prozent."

Im Vergleich zum Spitzenjahr 2018 seien allein bei den Autoherstellern weltweit rund 20 Millionen Fahrzeuge weniger produziert worden. In dieser Situation gebe es nichts zu verteilen, sagte Wolf. Bereits jetzt seien die Löhne in der Metall- und Elektroindustrie sehr hoch. "Wir haben eine zu hohe Kostenbelastung". Arbeitsplätze sichere nur der Erfolg bei Kunden.

IG Metall verlangt nach verbindlichen Zunkunftsverträgen

Die IG Metall verlangt hingegen verbindliche Absprachen zu Technologien, Investitionen und Arbeitsplätzen. Man fange bei den Zukunftstarifverträgen nicht bei Null an, sagte der Gewerkschafter Hofmann.

"Wir haben schon eine ganze Reihe von Verträgen, in denen zukünftige Produkte und Prozesse einschließlich der Investitionen und Beschäftigungswirkungen genau beschrieben ist. Das reicht von Volkswagen mit der jetzt angelaufenen systematischen Umstellung auf Elektromobilität bis hin zu kleineren Betrieben, die eigene Ideen zu ihrer Zukunft haben."

In Betrieben mit wirtschaftlichen Schwierigkeiten will die IG Metall die Arbeitszeit verkürzen. "Arbeitgeber und Betriebsräte haben das gleiche Interesse, die Fachkräfte zu halten", warb Hofmann. Die Viertagewoche biete dort eine Alternative zur Arbeitszeitverkürzung, wo Kurzarbeit nicht möglich oder nicht sinnvoll sei.

Wer kürzer arbeitet ist produktiver.
Jörg Hofmann, Gewerkschaftschef

Warnstreiks der Metaller ab März 2021 möglich

Gesamtmetall-Präsident Wolf warnte vor möglichen Warnstreiks der Metaller, die ab März möglich sind. Sie seien "Sand im Getriebe" der wieder anlaufenden Branche. Hofmann zeigte sich hingegen optimistisch: "Ich bin froh, dass wir im neuen Jahr erst einmal zwei Monate zum Verhandeln haben."

Er sehe einige positive Ansätze aus den vorangegangenen Gesprächen im Frühjahr 2020. Dort habe man bereits über Zukunftstarifverträge, Kurzarbeitergeld oder die Übernahme der Ausgebildeten gesprochen.

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