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Immobilienpreise steigen weiter - Wohnungsmarkt bislang ohne Corona-Effekt

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Trotz erster Vermutungen zu Beginn der Pandemie hat Corona bislang keinen nachweisbaren Effekt auf den Wohnungsmarkt. Die Preise steigen, in der Stadt wie auf dem Land.

Häuserreihe in Stuttgart
Preise für Wohnungen sowie für Ein- und Zweifamilienhäuser steigen nach wie vor
Quelle: dpa

Kurzarbeit, Arbeitslosigkeit, gesamtwirtschaftlicher Abschwung: Zu Beginn der Corona-Krise vermutete manch ein Ökonom, diese massiven finanziellen Einschnitte würden sich auf den Immobilienmarkt auswirken. Der allerdings trotzt dem Virus - die Preise für Wohneigentum steigen weiter.

In den Metropolen werden die Wohnimmobilienpreise nach wie vor teurer, allerdings nimmt die Dynamik der Steigung ab: Ein- und Zweifamilienhäuser kosteten im zweiten Quartal 2020 6,5 Prozent mehr als im Vorjahresquartal. In Großstädten ab 100.000 Einwohnern stiegen die Häuserpreise um 7,3 Prozent. Häuser in ländlichen Kreisen wurden sogar um 8,9 Prozent teurer.

Trotz Corona-Krise verteuerten sich Wohnimmobilien in der Stadt und noch stärker stiegen die Preise auf dem Land. Im zweiten Quartal lagen sie laut Statistischem Bundesamt durchschnittlich 6,6 Prozent (von 127,8 auf 136,2 Punkte) über dem Vorjahresquartal. Die Preise für Wohnungen sowie für Ein- und Zweifamilienhäuser stiegen gegenüber dem Vorquartal um 2 Prozent.

Große Nachfrage und knappes Angebot sind Preistreiber in den Städten und besonders in den großen Metropolen Berlin, Düsseldorf, Frankfurt am Main, Hamburg, Köln, München und Stuttgart. Für ein Einfamilienhaus bzw. ein Zweifamilienhaus zahlte man in Wiesbaden im Schnitt etwa 5.800 Euro pro Quadratmeter Wohnfläche, eine Eigentumswohnung mit einer Größe von 60 bis 80 Quadratmetern und höherwertiger Ausstattung kostete in Frankfurt am Main im 2. Quartal 2020 durchschnittlich etwa 7.096 Euro pro Quadratmeter.

Baugenehmigungen sind ein Indikator zur Einschätzung der zukünftigen Bauaktivität, da sie geplante Bauvorhaben darstellen. Auch hier ist kein Corona-Einfluss auszumachen. Zwar liegt die Anzahl der erteilten Baugenehmigungen für 31.200 Wohnungen um 1,8 Prozent unter dem Vorjahreswert, dennoch stieg die Zahl der Genehmigungen im Zeitraum von Januar bis Juli 2020 zum Vorjahreszeitraum um 5,6 Prozent.

Auch die Mieten in Deutschland steigen nach wie vor – nach Angaben des Statistischen Bundesamts lag der Index zur Entwicklung der Wohnungsmieten in der Bundesrepublik im Juni des Jahres 2020 bei einem Wert von 106,9 Punkten. Dies entspricht einem Anstieg von etwa 6,9 Prozent gegenüber dem Basisjahr 2015.

Bislang konnten die Privathaushalte trotz verringerter Einkommen auf private finanzielle Reserven zurückgreifen bzw. teilweise staatliche Unterstützungsleistungen in Anspruch nehmen. Somit hatte die Krise bislang keinen sichtbaren Einfluss auf den Wohnungsmarkt. Es bleibt abzuwarten, ob der Markt dauerhaft stabil bleibt, oder ob sich die Corona-Auswirkungen nur verzögert zeigen werden.

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