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Deutsche Industrie - Aufträge auf Rekordstand

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Großaufträge haben der deutschen Industrie einen deutlichen Zuwachs beschert. Der Auftragseingang kletterte auf einen Rekordstand.

Schiffsbau in der MV-Werft in Wismar. Archivbild
Schiffsbau in der MV-Werft in Wismar. Archivbild
Quelle: Jens Büttner/dpa-Zentralbild/dpa

Die deutsche Industrie hat im Juli wesentlich mehr Aufträge erhalten als im Vormonat. Gegenüber Juni erhöhten sich die Aufträge um 3,4 Prozent, wie das Statistische Bundesamt mitteilte. Analysten hatten hingegen mit einem Rückgang um im Schnitt 0,7 Prozent gerechnet.

Nach Angaben der Statistiker ist der Auftragseingang damit auf den höchsten Stand seit 1991 gestiegen. Besonders stark stiegen die Orders durch Großaufträge und im Bereich Schiffsbau.

Großaufträge und Auslandsnachfrage

Das kräftige Wachstum kommt mehr als überraschend: Ökonomen hatten mit einem Rückgang von 1,0 Prozent gerechnet, nach einem Plus von 4,6 Prozent im Vormonat. "Wahnsinn", kommentierte der Chefvolkswirt des Bankhauses Lampe, Thomas Gitzel, die überraschende Entwicklung.

Die deutsche Exportwirtschaft ist weiter auf Erholungskurs. Aber die Autoindustrie leidet neben Produktionsausfällen unter dem weltweiten Mangel an Speicherchips.

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Allerdings ist nicht alles Gold, was glänzt.

Der deutliche Anstieg im Vormonatsvergleich kommt durch Großaufträge zustande.
Statistiker zum starken Zuwachs in der deutschen Industrie

Der Bereich Schiffsbau verzeichne hier besonders großen Zuwachs. Ohne die Berücksichtigung von Großaufträgen wären die Bestellungen um 0,2 Prozent gefallen, so die Statistiker.

Für das gute Abschneiden sorgte zudem allein die höhere Auslandsnachfrage: Diese zog um 8,0 Prozent an, insbesondere aus den Regionen außerhalb der Euro-Zone (+15,7 Prozent). Die Bestellungen aus dem Inland ließen dagegen um 2,5 Prozent nach.


Produktion und Konjunktur gebremst

Experten sind allerdings skeptisch, dass die Unternehmen den enormen Auftragsberg auch rasch abbauen und in eine höhere Produktion umsetzen können.

Alle Welt braucht deutsche Waren, aber Deutschland kann nicht liefern.
Jens-Oliver Niklasch von der Landesbank Baden-Württemberg (LBBW)

"Aufgrund fehlender Materialien und Vorprodukte gibt es erhebliche Schwierigkeiten, die Aufträge abzuarbeiten", sagt auch Ökonom Bastian Hepperle vom Bankhaus Lampe. "Eine rasche Lösung zeichnet sich aber nicht ab." Die Produktion sowie die Konjunkturerholung dürften dadurch auch in den kommenden Monaten gebremst werden.

Die Konjunktur zieht viel schneller wieder an, als es viele zu Beginn der Corona-Pandemie erwartet hatten. Doch die Förderung von Rohstoffen kommt nicht hinterher.

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Gemessen am Februar 2020, dem Monat vor Beginn der Einschränkungen im Zuge der Corona-Pandemie, liegen die Aufträge nun um 15,7 Prozent höher. Verglichen mit dem deutlich von der Pandemie beeinträchtigten Vorjahresmonat Juli 2020 zogen sie um 24,4 Prozent an.

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