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Industrie fehlen Vorprodukte - Kein Material - keine Lieferung

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Den vierten Rückgang der Industrieproduktion spüren auch die Verbraucher. Schuld daran: fehlende Vorprodukte. Der Mangel könnte gefährlich werden.

Eine Monteurin beim Automobilzulieferer ZF in Friedrichshafen am 12.05.2020.
Wegen Materialmangels müssen viele Kunden aktuell länger auf Industrieprodukte warten.
Quelle: dspa

Das Auto ist fast fertig gebaut, aber der Chip für den Fensterheber ist nicht lieferbar. Die Auslieferung verzögert sich. So oder so ähnlich stellt sich die Situation im Augenblick für viele Autobauer dar. Es mangelt einfach am notwendigen Material. Lieferzeiten von sechs bis zwölf Monaten für Neuwagen sind keine Seltenheit mehr. Die Autobranche reagiert auf diese Situation mit einer besonderen Methode.

Laut Ferdinand Dudenhöffer, dem Direktor vom Center Automotive Research in Duisburg, "versuchen die Autobauer, die ertragreicheren Modelle zu forcieren und kürzen bei den Einsteigern und unteren Modellklassen". Im Klartext bedeutet das: Wer einen Kleinwagen bestellt, wartet länger. Ein Problem, das sich wohl noch verschärfen wird.

Das Bottleneck wird sich im 2. Halbjahr besonders bemerkbar machen und 2022 ebenfalls vorhanden sein.
Ferdinand Dudenhöffer, Direktor des Center Automotive Research in Duisburg

Beitragslänge:
2 min
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Nicht nur die Autoindustrie ist betroffen

Vom Mangel bei den Vorprodukten ist aber längst nicht mehr nur die Autoindustrie betroffen. Auch wer ein neues Fahrrad bzw. E-Bike bestellt hat oder sein Haus umbaut, kann ein Lied von Verzögerungen singen. Eine hohe Nachfrage trifft eben derzeit auf große Probleme in der Logistik-Kette.

Container, die nicht abgeladen werden, weil Hafenarbeiter in Quarantäne sind, gestrandete Schiffe, Unwetter in Taiwan, Brände in Chipfabriken oder auch das Umleiten von Warenströmen nach China und in die USA führen dazu, dass sowohl Produzenten als auch Kunden auf ihre bestellte Ware häufig lange warten müssen.

Carsten Brzeski, ING-Chefvolkswirt formuliert es so: "Hohe Erwartungshaltung, alle Konjunkturindikatoren auf Höchstständen, Auftragsbücher voll - alles spricht für einen Produktionsboom. Das Problem ist: Es gibt ihn nicht."

Kommen jetzt Preiserhöhungen?

Insgesamt stellten Industrie, Bau und Energieversorger im Mai 0,3 Prozent weniger Waren her als im Vormonat. Klingt nach nicht viel, aber das Problem ist, dass man es sozusagen mit einem industriellen Schluckauf zu tun hat.

Lieferprobleme und steigende Preise: Im Handwerk bekommen Kunden die Rohstoffknappheit zunehmend zu spüren.

Beitragslänge:
36 min
Datum:

Der vierte Rückgang der Industrieproduktion in diesem Jahr bedeutet erst Hü, dann Hott und dann wieder Hü. Das verunsichert Verbraucher und Firmen.

Können Waren nicht geliefert werden, verzichtet so manches Unternehmen auf eine Bestellung.
Thomas Gitzel, Chefökonom der VP Bank

Und wenn es an etwas mangelt, sind steigende Preise oft nicht weit. Das könnte auch geringere Bestellungen zur Folge haben. "Weniger Aufträge bedeutet weniger Produktion in Zukunft", warnte Gitzel. "Aus diesem Blickwinkel wird der Mangel für die Konjunkturentwicklung zu einer ernstzunehmenden Gefahr."

Weniger Aufträge im Mai

Einen Dämpfer hat die Industrie bereits erlitten. Die Auftragsbücher sind zwar berstend voll, aber im Mai gab es ein überraschendes Minus bei den Bestellungen von 3,7 Prozent. Damit sich das nicht fortsetzt, sollten die Lieferketten möglichst bald wieder reibungslos funktionieren.

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