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Volkswirte über Preisentwicklung : Der Inflation wird "wieder die Luft ausgehen"

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Die Inflation ist derzeit so hoch wie seit zehn Jahren nicht mehr - die Angst vor einer Preisspirale wächst. Volkswirte sehen das gelassener.

Ein Preisschild von Paprikas hängt an der Obst-und Gemüsetheke in einem Supermarkt.
Wie lange wird die deutliche Preissteigerung anhalten? Volkswirte mahnen zur Gelassenheit.
Quelle: dpa

Die Volkswirte führender Finanzinstitute in Deutschland sehen derzeit keine erhöhte Gefahr einer langanhaltenden oder gar außer Kontrolle geratenden Preisspirale. In einer dpa-Umfrage erklärte Katharina Utermöhl, Volkswirtin bei der Allianz-Gruppe:

Die Inflation hat 2021 den Turbogang einlegt, schon 2022 dürfte ihr aber wieder die Luft ausgehen.
Katharina Utermöhl, Volkswirtin bei der Allianz-Gruppe

Marc Schattenberg von Deutsche Bank Research äußerte sich ähnlich: "Die zurzeit beobachtbaren erhöhten monatlichen Inflationsraten werden zum Großteil von vorübergehenden Einflüssen bestimmt." Er erwartet, dass sich die Inflation im Euro-Raum in den nächsten Jahren um die von der Europäischen Zentralbank ausgegebene Zielmarke von knapp zwei Prozent einpendeln wird.

Wirtschaftsweise: Keine dauerhafte Inflation

Auch die "Wirtschaftsweise" Veronika Grimm geht von einer Normalisierung aus, obwohl sich die preistreibenden Effekte wie etwa die Knappheit bei Mikrochips oder die hohen Rohstoffpreise aus ihrer Sicht nicht so schnell auflösen werden wie erhofft.

"Solange die Lohnabschlüsse moderat bleiben, gibt es nicht viel, was dafür spricht, dass wir in eine dauerhafte Inflation laufen", sagte sie. "In einigen Bereichen kann es durchaus zu Lohnsteigerungen kommen, etwa aufgrund des Fachkräftemangels, aber die vorübergehend hohen Teuerungsraten sollten nicht 1:1 in den Tarifverhandlungen aufgegriffen werden."

Inflation derzeit nur wegen Sondereffekte so hoch

Im August lag die Inflationsrate in Deutschland bei 3,9 Prozent und war damit deutlich erhöht. Für das gesamte Jahr 2021 erwartet das Münchner Ifo-Institut sogar die kräftigste Teuerung seit 1993. Dies ist aber auch auf Basis- und Sondereffekte zurückzuführen, weil die Inflation im vergangenen Jahr vor allem wegen Auswirkungen der Corona-Pandemie mit 0,5 Prozent besonders niedrig ausgefallen war. Unter anderem sorgte allein die vorübergehend abgesenkte Mehrwertsteuer für eine verringerte Preissteigerung.

Um in einen galoppierenden Preisauftrieb zu geraten, müsse es noch zu weiteren Effekten kommen, etwa zu einer Preis-Lohn-Spirale, sagte auch Katharina Utermöhl. "Dies ist nicht abzusehen", betonte sie. "Ich sehe aktuell keinen Grund, warum etwa ein Restaurantbesuch auch mittelfristig mehr kosten muss."

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