Sie sind hier:

Inflationsrate von 4,9 Prozent : Ständiger Begleiter Inflation?

Datum:

Das statistische Bundesamt vermeldet für den Januar eine vorläufige Inflationsrate von 4,9 Prozent. Der Trend der letzten Monate scheint damit erst einmal überwunden zu sein.

Im Januar 2021 war die Mehrwertsteuer nach dem ersten Corona-Jahr 2020 wieder angehoben worden. Seitdem sind die Preise um 4,9 Prozent gestiegen – stärker, als erwartet.

Beitragslänge:
1 min
Datum:

Auch in diesem Jahr wird die Inflation ein wichtiges Thema bleiben. Mit besonderem Interesse dürften die Volkswirte und Notenbanker des Landes die neuen Zahlen der Wiesbadener Behörde allerdings vor dem Hintergrund der wegfallenden Sondereffekte begutachten.

Sondereffekte adé

Zur Messung der Inflation werden die Preise eines bestimmten Vergleichszeitraums herangezogen. Stehen sich nun sehr niedrige Preise und deutlich höhere Preise gegenüber, kann eine hohe Inflation zumindest in Teilen durch diese Sondereffekte erklärt werden. Faktoren wie etwa die vorübergehende Senkung der Mehrwertsteuer im ersten Pandemiejahr, führten zu eben diesen außergewöhnlich niedrigen Preisen.

Hinzu kamen starke Preissprünge bei Energieträgern. Heizöl, Strom und Benzin verteuerten sich im vergangenen Jahr erheblich, auch die Einführung der C02-Steuer im Januar 2021 spielte hierbei eine Rolle. Vergleichsweise hohe Preise schlugen sich daraufhin in stetig steigenden Inflationsraten im Jahresverlauf nieder.

Niedrigere Teuerungsraten erwartet - Ökonomen überrascht

Trotz des langsameren Preisanstiegs hatten viele Experten deutlich niedrigere Teuerungsraten erwartet. So rechneten Ökonomen, die von der Nachrichtenagentur Reuters zu ihren Prognosen befragt wurden, mit einem Anstieg von lediglich 4,3 Prozent.

Auch die Basiseffekte, allen voran die Anhebung der Mehrwertsteuer im letzten Jahr, konnten nicht für die erhoffte Entspannung sorgen:

Mit den heutigen Daten könnte die Prognose der Bundesbank wohl noch einmal erhöht werden. Vor allem der Basiseffekt aus der MwSt Veränderung ist geringer ausgefallen als erwartet.
Carsten Brzeski, Chefvolkswirt

Bislang war man bei der Bundesbank in Frankfurt für das laufende Jahr von einer Inflation von über 3 Prozent ausgegangen, wohl wissend, dass die Inflationsrate auch nach dem Jahreswechsel "weiterhin außerordentlich hoch" bleiben dürfte. Nach wie vor sind es altbekannte Probleme wie Lieferengpässe und hohe Energiepreise, die eine rasche Normalisierung der Preise verhindern.

Besonders Energie- und Nahrungsmittelpreise sind im vergangenen Jahr stark angestiegen.

Beitragslänge:
2 min
Datum:

Signal für die EZB, aber welches?

Die ebenfalls in Frankfurt ansässigen Währungshüter der EZB schauen dieser Tage besorgt auf die Zahlen aus der hessischen Landeshauptstadt. Lange hatten die Experten rund um Christine Lagarde von einem vorübergehenden Phänomen gesprochen. Unterdessen scheint man sich in Sachen Inflation allerdings nicht mehr ganz so einig zu sein, was durchaus Konfliktpotential birgt.

Denn: Sollte die Prognose einer vorübergehenden Inflation falsch sein, so hätte man konkreten Handlungsbedarf, müsste die derzeit ultralockere Geldpolitik neu ausrichten. Die akuten Probleme dürfte eine solche Neuausrichtung laut Chefvolkswirt Carsten Brzeski jedoch nicht lösen:

Eine Zinserhöhung der EZB bringt weder Container schneller aus Asien nach Europa, noch senkt sie Energiepreise.
Carsten Brzeski, Chefvolkswirt

"Die EZB wird daher weitermachen mit dem langsamen und vorsichtigen Ausstieg aus der ultralockeren Geldpolitik. Das heißt für dieses Jahr ein Abbau des Anleihenkaufprogramms. Eine Zinserhöhung erwarte ich erst Anfang 2023", stellt Brzeski fest.

Die heute veröffentlichten Zahlen scheinen Ernüchterung hervorzurufen, die viel beschworenen Sondereffekte hatten eventuell doch weniger Einfluss auf den Preisauftrieb als ursprünglich vermutet. Ob die hohe Inflation fortan zum treuen Begleiter wird, ist derzeit noch völlig unklar. In Erinnerung bleiben wird sie allemal.

Felix Bernhard ist Redakteur in der ZDF-Börsenredaktion.

Verschiedene Lebensmittel stehen auf dem Band einer Supermarktkasse

Nachrichten | Thema - Inflation 

Inflation ist die länger anhaltende Verteuerung von Waren und Dienstleistungen. Zu hohe Inflation kann zu einer Preisspirale führen. Verbraucher erhalten dan...

Zur Merkliste hinzugefügt Merken beendet Bewertet! Bewertung entfernt Zur Merkliste hinzugefügt Merken beendet Embed-Code kopieren HTML-Code zum Einbetten des Videos in der Zwischenablage gespeichert.
Bitte beachten Sie die Nutzungsbedingungen des ZDF.

Sie haben sich mit diesem Gerät ausgeloggt.

Sie haben sich von einem anderen Gerät aus ausgeloggt, Sie werden automatisch ausgeloggt.

Ihr Account wurde gelöscht, Sie werden automatisch ausgeloggt.

Um Sendungen mit einer Altersbeschränkung zu jeder Tageszeit anzuschauen, kannst du jetzt eine Altersprüfung durchführen. Dafür benötigst du dein Ausweisdokument.

Zur Altersprüfung

Du wechselst in den Kinderbereich und bewegst dich mit deinem Kinderprofil weiter.

An dieser Stelle würden wir dir gerne die Datenschutzeinstellungen anzeigen. Entweder hast du einen Ad-Blocker oder ähnliches in deinem Browser aktiviert, welcher dies verhindert, oder deine Internetverbindung ist derzeit gestört. Falls du die Datenschutzeinstellungen sehen und bearbeiten möchtest, prüfe, ob ein Ad-Blocker oder ähnliches in deinem Browser aktiv ist und schalte es aus. So lange werden die standardmäßigen Einstellungen bei der Nutzung der ZDFmediathek verwendet. Dies bedeutet, das die Kategorien "Erforderlich" und "Erforderliche Erfolgsmessung" zugelassen sind. Weitere Details erfährst du in unserer Datenschutzerklärung.

An dieser Stelle würden wir dir gerne die Datenschutzeinstellungen anzeigen. Möglicherweise hast du einen Ad/Script/CSS/Cookiebanner-Blocker oder ähnliches in deinem Browser aktiviert, welcher dies verhindert. Falls du die Webseite ohne Einschränkungen nutzen möchtest, prüfe, ob ein Plugin oder ähnliches in deinem Browser aktiv ist und schalte es aus.