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Höchste Rate seit zehn Jahren - Inflation nach oben offen - vorerst

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In Deutschland ist vieles so teuer wie seit zehn Jahren nicht mehr. Im Mai lag die Inflationsrate bei 2,5 Prozent - der höchste Wert seit 2011. Befeuert wird das von Energiekosten.

Während der Pandemie waren die Verbraucherpreise zeitweise gesunken. Nun sind sie so hoch wie seit zehn Jahren nicht mehr: Die Inflationsrate lag im Mai bei 2,5 Prozent.

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Beim Blick auf die Anzeigetafel der Tankstellen kann einem schon mal der Schrecken durch die Glieder fahren, ebenso beim Anruf des Heizöllieferanten oder beim Blick auf die Stromrechnung. Wer mit dem Auto von A nach B kommen und es im Winter schön warm haben möchte, muss inzwischen tief in die Tasche greifen.

Besonders Energie hat sich drastisch verteuert. Im Mai war sie, verglichen zum Vorjahr, um zehn Prozent teurer. Anfang des Jahres wurde die Mehrwertsteuer wieder von 16 Prozent auf 19 Prozent erhöht und die CO2-Steuer eingeführt. Sie treibt zum einen die Preise, zum anderen hatten sich Verbraucher an niedrige Energiepreise im Pandemiejahr 2020 gewöhnt.

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Vergangenes Jahr wurde weniger Öl als "Schmierstoff der Wirtschaft" gebraucht. Dieses Jahr zieht die Nachfrage wieder an - das Statistische Bundesamt sieht in der hohen Inflation deshalb "temporäre Sondereffekte".

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Im gesamten Jahr 2020 war der Preisanstieg mit 0,5 Prozent so gering ausgefallen wie zuletzt in Zeiten der Finanz- und Wirtschaftskrise im Jahr 2008. Das sieht jetzt anders aus: Die Inflation kennt in diesem Jahr nur eine Richtung - die nach oben. Lag die Inflationsrate im Januar noch bei einem Prozent, waren es im Februar 1,3 Prozent, im März dieses Jahres dann 1,7 Prozent, im April stieg sie auf 2,0 Prozent und im Mai auf 2,5 Prozent.

 Mehr Geld für Fahrräder, weniger für Handys

Jenseits der Energiepreise fällt die Teuerung moderat aus. Würde man sie aus der Statistik herausnehmen, läge die Inflationsrate nicht bei 2,5 Prozent, sondern bei 1,8 Prozent. Nahrungsmittel wurden unwesentlich teurer, hier lag das Plus bei 1,5 Prozent. Überdurchschnittlich viel mussten Verbraucher für Pflanzen und Blumen ausgeben - ein Plus von 7,6 Prozent.

Essen, Miete und Strom: Viele Preise sind gestiegen - und das Geld ist weniger wert. Ärmere Menschen trifft das besonders hart.

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Und auch bei Fahrrädern und E-Bikes wirkt sich die steigende Nachfrage auf die Preise aus: ein Plus von 4,2 Prozent. Weniger Geld ausgeben musste man hierzulande für Mobiltelefone - ein Minus von 6,9 Prozent.

 Der Inflation den Schrecken nehmen

Bei allem Ängsten rund um die Inflation darf man nicht panisch werden. Vergessen wir nicht: Wir kommen aus einer weltweiten Pandemie, die alle Wirtschaftskreisläufe weltweit durcheinander gewirbelt hat. Notenbanken versuchen mit Milliarden, diesen Kreislauf am Laufen zu halten. Das geht nicht von heute auf morgen. Bis sich wieder eine gewisse Normalität einstellt, braucht es noch Zeit.

Eine moderate Inflation von knapp zwei Prozent ist seitens der Europäischen Zentralbank gewollt und sinnvoll für die Wirtschaft. Sonst werden, in Erwartung ständig sinkender Preise, nötige Investitionen in die Zukunft verschoben - und das wäre Gift für die Konjunktur. 

Kommendes Jahr werden sich Sondereffekte, wie unter anderem die CO2-Abgabe, weniger stark bemerkbar machen. Dann dürfte sich die Inflationsrate hierzulande bei rund 1,8 Prozent bewegen - das schätzt die Bundesbank.

Politik | frontal - Weniger Geld und steigende Preise 

Die Angst vor der Inflation

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von Jörg Göbel und Felix Klauser
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