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Fünf-Prozent-Marke gerissen - Inflation zieht weiter an - Grund zur Sorge?

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Die Inflation in Deutschland steigt weiter an. Benzin und Heizen, aber auch Lebensmittel haben sich deutlich verteuert. Müssen sich die Verbraucher Sorgen machen?

Ein Preisschild von Paprikas. Symbolbild
Neben Benzin und Strom haben sich auch Lebensmittel in den vergangenen Monaten verteuert.
Quelle: Fabian Sommer/dpa/Archivbild

Sagen wir mal so - es hätte schlimmer kommen können mit der Inflation in diesem Monat. In diesen grauen und kalten Novembertagen mit anschwellender vierter Corona-Welle und abermals drohenden Einschränkungen für weite Teile der Wirtschaft muss man sich schon sehr bemühen, überraschend gute Nachrichten zu finden.

Dazu zählt definitiv der Tarifabschluss im Öffentlichen Dienst für die 1,1 Millionen Beschäftigten der Länder. Streiks an Unikliniken, in Verwaltungen und Schulen sind abgewendet. Ab Dezember nächsten Jahres sind 2,8 Prozent mehr Gehalt vereinbart plus steuerfreiem Corona-Bonus zu Beginn des Jahres. Das ist ein bescheidener Abschluss, viele Arbeitnehmer und Arbeitnehmerinnen dürften sich mehr versprochen haben.

Gesamtwirtschaftlich allerdings ein Abschluss mit Augenmaß. Verdi wird sich jedenfalls nicht vorwerfen lassen müssen, eine Lohn-Preis-Spirale in Deutschland in Gang zu setzen.

Viele Bereiche des Alltags deutlich teurer

Davor hatten nämlich Ökonomen vor dem Hintergrund stetig kletternder Inflationsraten in den vergangenen Monaten gewarnt. Womit wir bei der zweiten guten Nachricht wären: Die Inflationsrate in Deutschland ist im November gegenüber dem Vorjahr "nur" um 5,2 Prozent gestiegen. Natürlich ist das nicht wirklich eine gute Nachricht - einen derart hohen Wert gab es zuletzt nach dem Wiedervereinigungsboom Anfang der 1990er Jahre.

Die Inflation ist im November nochmal deutlich angestiegen und erreicht den höchsten Wert seit fast 30 Jahren. ZDF-Börsenexpertin Sina Mainitz berichtet, wie die Börse reagiert.

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Viele Produkte des tägliches Bedarfs sowie Lebensmittel haben sich in den vergangenen Monaten spürbar verteuert, für Benzin, Strom und Heizung mussten Verbraucher im November 22 Prozent mehr zahlen als noch im vergangenen Jahr. Die gefühlte Inflation liegt schon seit Längerem weitaus höher und macht Arbeitnehmern und Arbeitnehmerinnen mit geringeren Einkommen zu schaffen.

Das klingt dramatisch, bedenkt man allerdings, dass die Inflationsrate im November 2020 nach dem Corona-Schock sogar bei Minus 0,3 Prozent im Vergleich zum November 2019 lag, die Energiepreise sogar 7,7 Prozent niedriger waren als im Jahr zuvor, relativiert sich das Bild.

Hinzu kommen die Sondereffekte, die in diesem Jahr wieder auf die Preise schlagen, wie etwa die Mehrwertsteuer, die im zweiten Halbjahr 2020 herabgesetzt war, sowie die nationale CO2-Abgabe. Sie verteuert Energie seit Januar dieses Jahres.

Preisniveau wird hoch bleiben

Pessimistische Szenarien hatten die Inflation im November sogar bei sechs Prozent gesehen - so schlimm ist es nun nicht gekommen. Alles gut also? Das nicht, doch zumindest rechnen Ökonomen damit, dass der Scheitelpunkt erreicht ist, und der Preisdruck ab Januar nachlassen und Richtung zwei Prozent sinken wird.

Hohe Nachfrage und Lieferengpässe nach dem letzten Corona-Lockdown sind laut Wirtschaftsexpertin Professor Isabel Schnabel ein Grund für die momentane Rekord-Inflation. Man wisse jedoch „dass die Preise im nächsten Jahr allmählich zurück gehen werden“.

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Dennoch, zur Wahrheit gehört: Wir werden vorerst mit steigender Teuerung leben müssen. Die Zeit der stagnierenden Preise ist vorbei.

Selbst wenn die Inflation im kommenden Jahr wieder moderater steigt, das Preisniveau wird kaum sinken und Energie dürfte - politisch gewollt - auch teurer werden. Und, ob es bei den moderaten Tarifabschlüssen bleibt, ist auch sehr fraglich. Die Knappheit an Arbeitskräften dürfte mittelfristig für etwas mehr Inflation sorgen.

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