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Teuerungsrate auf 30-Jahres-Hoch - Kein Grund für Inflationspanik

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Die Inflationsrate liegt auf einem 30-Jahres-Hoch, bis Ende des Jahres könnte sie sogar noch weiter steigen. Experten gehen aber von einem vorübergehenden Phänomen aus.

Archiv: Zapfsäule an einer Tankstelle am 06.09.2020 in München
Öl- und Spritpreis auf Mehrjahreshoch
Quelle: dpa

Kein Grund zur Inflationspanik - das ist für manchen vielleicht leichter gesagt als getan, wie es so schön heißt, denn die Inflationsrate ist auf den höchsten Stand seit fast 30 Jahren geklettert. Im Juli lag sie in Deutschland bei 3,8 Prozent. Bereits am 29.07. hat das Statistische Bundesamt mit einer Schnellschätzung 3,8 Prozent Inflation prognostiziert, heute wurde diese Zahl für Juli 2021 nun bestätigt.

Grund für Panik bestünde aber nicht, sagt das gewerkschaftsnahe Institut für Makroökonomie und Konjunkturforschung (IMK). Auch andere Ökonomen sind sich einig - so weit oben bleibt die Teuerungsrate nicht.

Drei Gründe für den Preisanstieg

Gründe für den Preisanstieg gibt es viele. Da wäre zum einen die CO2-Steuer, die seit Anfang des Jahres fällig wird, hinzu kommt die wieder anziehende Nachfrage nach der Corona-Krise aber auch die Rückkehr zur Normalität nach der vorübergehenden Mehrwertsteuersenkung. Aber der Reihe nach: Energie ist teurer geworden - und nicht nur das. Das Heizöl kostet fast 54 Prozent mehr als ein Jahr zuvor.

In der Corona-Krise wurde weltweit weniger Rohöl nachgefragt, auch das ließ vorübergehend die Preise purzeln. Inzwischen ziehen diese wieder an und auch bei der Fahrt an die Tankstelle muss manch einer beim Bezahlen der Tankrechnung schlucken. Seit Januar 2021 wird der nationale CO2 Preis von 25 Euro je Tonne CO2 fällig. Er schlägt beim Verbrennen von Diesel, Benzin, Heizöl und Erdgas zusätzlich zu Buche.

Dass die Inflation stark gestiegen ist, merkt man im Supermarkt. ZDF-Börsenexpertin Haller erklärt, an welchen Faktoren die Teuerung liegt.

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Vor allem Heizöl (plus 53,6 Prozent) und Sprit (plus 24,7 Prozent) verteuerten sich gegenüber dem Vorjahresmonat deutlich. Rechnet man die Energieprodukte aus dem Warenkorb heraus, hätte die Inflationsrate im Juli bei 2,9 Prozent gelegen.

Doch nicht nur Energie ist deutlich teurer geworden, sondern auch das, was uns tagtäglich Energie gibt: die Lebensmittel! Auch hierfür musste deutlich mehr Geld ausgegeben werden. Verbraucher mussten im Juli 4,3 Prozent mehr zahlen, als noch im Jahr zuvor. Besonders Gemüse ist deutlich teurer geworden.

Inflationsrate: Von 2,3 auf 3,8 Prozent innerhalb eines Monats

Noch im Juni dieses Jahres lag die Inflationsrate bei 2,3 Prozent. Nun mit 3,8 Prozent fast so viel, wie zuletzt im Dezember 1993. Damals waren es 4,3 Prozent. Ein gewichtiger Grund für den aktuellen Anstieg ist auch ein sogenannter Basiseffekt:

Um den Konsum in der Corona-Krise anzukurbeln, hatte der Bund die Mehrwertsteuer befristet vom 1. Juli 2020 bis zum 31. Dezember 2020 gesenkt. Seit Januar 2021 gelten wieder die regulären Mehrwertsteuersätze. Damit wurden Waren und Dienstleistungen also tendenziell wieder teuer.

"Vieles ist tatsächlich teurer geworden", sagt ZDF-Börsenexpertin Haller zur gestiegenen Inflationsrate.

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Vorübergehend fünf Prozent Inflation?

Ökonomen sprechen bis Jahresende von möglichen fünf Prozent Inflation. Dabei würde es sich allerdings um ein vorübergehendes Phänomen handeln, heißt es. Bereits kommendes Jahr sollten sich die Preise wieder normalisiert haben. Die derzeitige Inflation wird sich wohl kaum in dauerhaft steigenden Preisen und Löhnen niederschlagen.

EZB bleibt ihrer Linie treu

Erst kürzlich wurde debattiert, ob die EZB ihre Strategie aufgrund der höheren Inflation ändern würde. Doch Europas Währungshüter bleiben ihrer Linie treu. Sie streben für den Euroraum eine jährliche Teuerungsrate von zwei Prozent an. Dabei sind sie - zumindest zeitweise - bereit, ein moderates Über- oder Unterschreiten dieser Marke zu akzeptieren.

Vor zwei Wochen änderte die Europäische Zentralbank ihre Strategie. Bei der heutigen Sitzung will die Notenbank erklären, welche Auswirkungen dies für die faktische Geldpolitik hat.

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Sina Mainitz ist Redakteurin und Moderatorin im ZDF-Börsenstudio in Frankfurt.

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