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Bis über neun Prozent : Warum die Inflation weiter steigen könnte

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Wie geht's weiter mit der Inflation in Deutschland? Zuletzt schwächte sie sich leicht ab, manche Experten sehen jedoch nur vorübergehende Effekte. ZDFheute mit einem Überblick.

Eine Frau holt einen Geldschein ihrem Portemonnaie. Symbolbild
Die Inflation scheint zwar gebremst - doch wie geht es in den nächsten Monaten weiter?
Quelle: Fernando Gutierrez-Juarez/dpa-Zentralbild/dpa

Die Inflation in der Eurozone hat sich im Juli beschleunigt und abermals einen Rekordwert erreicht. Gegenüber dem Vorjahresmonat erhöhten sich die Verbraucherpreise um 8,9 Prozent, wie das Statistikamt Eurostat am Freitag mitteilte - die höchste Rate seit Einführung des Euros. In Deutschland scheint es jedoch, als hätte die Inflation ihren Scheitelpunkt erreicht: Den zweiten Monat in Folge schwächt sie sich zuletzt leicht ab. Das Statistische Bundesamt meldete am Donnerstag in einer ersten Schätzung für Juli einen minimalen Rückgang der Inflation von 7,6 auf 7,5 Prozent.

Gründe für den Rückgang in Deutschland

  • Erzeugerpreise: Die Preise für Vorprodukte wie Energie, Metalle, Holz und Verpackungen gingen im Juli geringfügig um 0,9 Prozent zurück.

Wirtschaft tritt auf der Stelle - kein Wachstum im Frühjahr

Die neuesten Quartalszahlen zur wirtschaftlichen Entwicklung zeigen: Die deutsche Wirtschaft hat im Frühjahr stagniert. Das Bruttoinlandsprodukt war zwischen April und Juni gegenüber dem Vorquartal unverändert, wie das Statistische Bundesamt am Freitag mitteilte. Ökonomen hatten mit 0,1 Prozent Wachstum gerechnet.

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Nicht nur, weil der Privatkonsum als wichtige Konjunkturstütze schwächelt, auch Lieferkettenprobleme der Unternehmen und die Folgen des Ukraine-Krieges bremsen die Nachfrage - Firmen können weniger Aufträge annehmen und ausführen.

Preise für Lebensmittel werden wohl weiter steigen

Doch wie geht es weiter mit den Preisen und der Inflation? Wenn die Sonderfaktoren im September wegfallen, könnte die Inflation Experten zufolge durchaus nochmal die Marke von acht oder neun Prozent überspringen. Die Preise insgesamt dürften zwar weiter steigen, allerdings wird sich das Tempo wohl verlangsamen.

Wirtschaftsforscher des Münchner Ifo-Instituts sind sehr optimistisch und gehen sogar davon aus, dass die Inflation im Verlauf der zweiten Jahreshälfte allmählich zurückgehen wird: Sie stützen ihre Annahme darauf, dass immer weniger Unternehmen ihre Preise erhöhen wollen. Mit einer Ausnahme: Die Lebensmittelhändler planen, ihre gestiegenen Kosten in den kommenden Monaten noch weiterzugeben. Im Juli verteuerten sich Lebensmittel bereits um 14,8 Prozent.

Viele Wirtschaftsbereiche sind auf Gaslieferungen angewiesen. Die Anspannung in den betroffenen Firmen ist groß - zu unberechenbar ist derzeit die Situation. In Baden-Württemberg will die Landesregierung nun mit den Beteiligten diese Probleme angehen.

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Total-Ausfall von russischem Gas größtes Inflationsrisiko

Auch beim Thema Energie ist kein Ende der Teuerung in Sicht: Im Juli gingen die Energiepreise zwar geringfügig zurück, sie dürften aber auch in den kommenden Monaten auf sehr hohem Niveau bleiben - denn nach wie vor ist ein Total-Ausfall von russischem Gas das größte Inflationsrisiko für Deutschland und die EU.

Selbst wenn die Versorgung gesichert ist, bleibt Energie knapp und entsprechend teuer. Weitere Preissprünge sind nicht ausgeschlossen, zumal die von russischem Gas abhängigen Energiekonzerne ihre Mehrkosten neuerdings unbegrenzt an Kunden weiterreichen dürfen. Das treibt Preise und heizt damit auch die Inflation an.

Für den Herbst plant die Bundesregierung allerdings ein weiteres Entlastungspaket für die Bürger, um die Belastungen abzufedern. Dazu zählt eine Wohngeldreform sowie eine Heizkostenpauschale - das könnte den Inflationsdruck etwas mildern.

Wirtschaftsminister Habeck wurde heute etwas konkreter, was die Gas-Umlage betrifft. Wie hoch sie tatsächlich sein wird, soll bis spätestens Ende August klar sein.

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