Trotz Energiekrise: Wirtschaft wächst um 0,3 Prozent

    Trotz Energiekrise:Wirtschaft wächst überraschend um 0,3 Prozent

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    Verbraucher und Unternehmen sind durch die stark gestiegenen Preise belastet. Dennoch ist die Wirtschaftsleistung im Sommer gewachsen.

    Obst- und Gemüsestand auf dem Wochenmarkt
    Die Preise für Lebensmittel sind in den vergangenen Monaten stark angestiegen.
    Quelle: dpa

    Die deutsche Wirtschaft ist im dritten Quartal tüberraschend gewachsen. Das Bruttoinlandsprodukt legte von Juli bis September um 0,3 Prozent zu im Vergleich zum Vorquartal, wie das Statistische Bundesamt am Freitag in einer ersten Schätzung mitteilte. 
    Die Wirtschaftsleistung sei demnach vor allem von den privaten Konsumausgaben getragen worden.
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    Trotz schwieriger weltwirtschaftlicher Rahmenbedingungen mit anhaltender Corona-Pandemie, gestörten Lieferketten, steigenden Preisen und dem Krieg in der Ukraine habe sich die Wirtschaft behauptet, erklärten die Statistiker.
    Im Vorjahresvergleich war das BIP im 3. Quartal 2022 preisbereinigt 1,1 Prozent höher als 3. Quartal 2021. Auch liegt das BIP erstmals wieder über dem Niveau vor der Corona-Pandemie: laut Statistik 0,2 Prozent höher im Vergleich zum vierten Quartal 2019 - dem Quartal vor Beginn der Corona-Krise.

    Experten: Wachstum vorerst vorbei

    Mit dem Wachstum dürfte es aber Experten zufolge angesichts der Energiekrise infolge des russischen Krieges gegen die Ukraine aber vorerst vorbei sein. Nach Prognose des Münchner Ifo-Instituts wird die Wirtschaft im laufenden vierten Quartal um 0,6 Prozent schrumpfen.
    "Die anhaltend hohe Inflation und die Unsicherheit über die Energieversorgung und ihre Kosten belasten die deutsche Wirtschaft deutlich", stellte auch die Bundesbank fest, die Deutschland an der "Schwelle zur Rezession" sieht.

    Keine Entspannung bei Inflation in Sicht

    Seit Monaten treiben gestiegene Energie- und Lebensmittelpreise die Inflation an. Im September stieg die Jahresteuerungsrate auf 10,0 Prozent und damit auf den höchsten Stand seit etwa 70 Jahren.
    Hohe Inflationsraten schmälern die Kaufkraft von Verbraucherinnen und Verbrauchern, diese können sich für einen Euro weniger leisten. Das kann den Konsum als wichtige Konjunkturstütze dämpfen. Eine rasche Entspannung bei der Inflation ist vorerst nicht in Sicht.

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    :Konsumlaune bleibt "historisch niedrig"

    Die Kauflaune der Deutschen ist gedrückt. Im neuesten GfK-Konsumklimaindex scheint die Talfahrt vorerst gebremst. Aber reicht das, damit viele Einzelhändler den Winter überstehen?
    von Peter Aumeier
    Ein Mann geht über eine Straße in Berlin und trägt zwei Einkaufstaschen.
    Quelle: dpa, Reuters

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