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3,9 Prozent im August - Inflation frisst Rendite - was tun?

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Die Verbraucherpreise in Deutschland steigen weiter. Die Zinsen aber bleiben niedrig. Wie können Sparer verhindern, dass die Inflation ihr Geld immer weiter dezimiert?

Berlin: Lebensmittel liegen auf dem Band an einer Kasse in einem Supermarkt. Archivbild
Deutschlands Verbraucher müssen einen weiteren Preisanstieg verkraften.
Quelle: dpa

3,9 Prozent - darauf schätzt das Statistische Bundesamt die Inflationsrate für den August. Vor allem die Energiepreise haben in den letzten Wochen weiter deutlich angezogen um 12,6 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Nahrungsmittel waren um 4,6 Prozent teurer, Dienstleistungen kosteten 2,5 Prozent mehr. Und das dürfte so weitergehen: "Wir bleiben auf dem Weg zu fünf Prozent Teuerung am Jahresende", vermutet Michael Heise, Chefvolkswirt von hq Trust.

Die Inflationsrate kratzt im August an der Vier-Prozent-Marke. Das liegt auch an den steigenden Energiepreisen. ZDF-Börsenexpertin Valerie Haller hat Details.

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Danach aber sollte die Teuerungsrate wieder zurückgehen. Denn es sind mehrere Effekte, die diesen Preisschub verursachen. Zum einen wurde im Juli vergangenen Jahres die Mehrwertsteuer bis zum Jahresende gesenkt, dieser "Basiseffekt" ist ein wesentlicher Grund für die steigende Inflationsrate, ein anderer eben die hohen Energiepreise, die durch die Einführung der CO2-Abgabe zum Jahresbeginn deutlich zugelegt haben. Und schließlich verknappen Lieferengpässe das Angebot verschiedener Produkte, in der Folge steigen die Preise.

Preisschilder in einem Supermarkt.

Bei Tarifverträgen - Preise steigen schneller aus Löhne 

Die Tarifbeschäftigten in Deutschland haben im zweiten Quartal Verdiensterhöhungen unterhalb der allgemeinen Preissteigerung erhalten. Das bedeutet Reallohnverluste.

Gebühren für Negativzinsen bei 470 Banken fällig

Die Banken aber kümmern die steigenden Verbraucherpreise wenig. Sie zahlen für Tages- und Festgeld entweder gar keine oder minimale Zinsen von höchstens etwa 0,6 Prozent. Zieht man die Inflationsrate davon ab, dann stehen aktuell unter dem Strich minus 3,3 Prozent. Hat man größere Summen auf der hohen Kante, dann sieht es noch schlimmer aus: Inzwischen muss man bei vielen Banken "Verwahrentgelte" dafür zahlen - so umschreiben die Banken die Negativzinsen. Immerhin sind die für Privatkunden bei aktuell 470 Banken fällig, hat das Internetportal Biallo ermittelt- je nach Institut von einem Betrag von mehr als 50.000 oder 100.000 Euro Spareinlagen.

Wenn Banken überschüssiges Geld bei der EZB parken, müssen sie seit 2014 dafür Negativzinsen zahlen. Diese wollen immer mehr Banken jetzt an die Kunden weitergeben.

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Nun bieten viele Banken spezielle Produkte an, mit denen sich die Anleger gegen das Risiko einer weiter steigenden Inflation absichern können. Da gibt es Garantieprodukte, mit denen die Einlagen vollständig oder zu einem gewissen Prozentsatz abgesichert werden. Es gibt "inflationsindexierte Bundesanleihen", deren Rückzahlung sich am Harmonisierten Verbraucherpreisindex im Euroraum orientiert.

Hoher Zins bedeutet hohes Risiko

Steigen die Preise deutlich, erhält man höhere Rückzahlungen. Das klingt zunächst gut. Doch sollte man dabei Vorsicht walten lassen, warnt Hermann-Josef Tenhagen, Chefredakteur von des Verbraucherportals Finanztip: "Immer, wenn man sehr viel technisch dran rumschraubt, bleibt bei dem Anbieter sehr viel Geld und bei dem Kunden nicht so viel Rendite übrig." Außerdem sollte man beim Kauf die Produkte und ihre Risiken verstehen.

Hoher Zins bedeute hohes Risiko, sagt auch Stephan Kühnlenz, Experte der Zeitschrift Finanztest. Sparer sollten bei den Anlageformen bleiben, die zu ihnen passen. "Wer kein Risiko eingehen möchte und sich daher nur mit Tages- und Festgeld wohlfühlt, muss die Zeiten niedriger Zinsen aussetzen."

Gold und Immobilien als Alternative

Wer sich traut, könne aber auch in einen Aktienfonds Welt investieren: "Wer bislang keine Erfahrung mit Aktien hat, sollte höchstens 25 Prozent seines Ersparten dorthin lenken." Auch Hermann-Josef Tenhagen von Finanztip rät, Geld, das man nicht in zwei Jahren für eine größere Anschaffung benötige, in Aktien anzulegen. Geeignet seien Aktienindexfonds, die weltweit und über die Breite des Marktes investierten. So wird das Risiko geringgehalten.

Neben Aktien kommen auch noch weitere Sachwerte in Frage: Zum einen Gold, das allerdings eher als Beimischung gedacht sein sollte. Denn Gold wirft keine Rendite ab, die kann man nur über Preissteigerungen einfahren. Immobilien sind eine weitere Möglichkeit. Hier allerdings haben die Preise in manchen Regionen und vor allem Städten in den letzten Jahren stark angezogen. Auch hier gilt es also genau hinzuschauen.

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