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Innenstädte in Corona-Pandemie : Viel weniger Pendelverkehr

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Homeoffice und Shutdown haben auch Folgen für den Verkehr in den Innenstädten. So gibt es viel weniger Pendelverkehr.

Berufsverkehr auf der Frankfurter Allee in Berlin.
Berufsverkehr auf der Frankfurter Allee in Berlin.
Quelle: Christophe Gateau/dpa/Symbolbild/Archiv

Stau auf dem Weg zur Arbeit, Stau auf dem Weg nach Hause: Auch im Corona-Jahr 2020 blieb das vielen Pendlern nicht erspart, obwohl Beschränkungen und Homeoffice für deutlich weniger Verkehr sorgten. In der deutschen Stau-Hauptstadt München verloren Pendler so über das Jahr hinweg im Schnitt 65 Stunden. Das geht aus einer Analyse des Verkehrsdatenanbieters Inrix hervor. Das ist allerdings fast ein Tag weniger als 2019, als der typische Münchner Pendler noch 87 Stunden einbüßte.

Stärkster Rückgang im Frankfurt am Main

Und auch in anderen deutschen Städten sank der Zeitverlust. Den stärksten Rückgang gab es in Frankfurt/Main und Düsseldorf, wo die Pendler jeweils 23 Stunden weniger im Stau standen. Bundesweit am stärksten leiden nach wie vor die Münchner unter Staus. Nummer zwei bleibt Berlin mit 46 Stunden - immerhin 20 weniger als im Jahr davor. Dahinter folgt Nürnberg: Weil der Zeitverlust dort nur um 7 auf 35 Stunden sank, springt die Stadt vom sechsten auf den dritten Platz der Stau-Städte. Hamburg liegt mit 33 Stunden auf Rang vier vor Leipzig (31), Freiburg (30), Hannover (28), Düsseldorf und Bremen mit je 27 Stunden sowie Stuttgart mit 26.

Der Grund für den Stau-Rückgang ist schnell gefunden: Die durchschnittliche tägliche Fahrleistung sank deutlich - bei den zehn am meisten belasteten Städten um Werte zwischen 12 und 25 Prozent.

Das Corona-Virus verändert die Art und Weise, wann, wo und wie wir uns bewegen
Bob Pishue, Verkehrsanalyst bei Inrix

"Die morgendlichen Pendlerströme in die Städte gingen weltweit zurück, da die Menschen ihre Fahrten zu Büros, Schulen, Einkaufszentren und anderen öffentlichen Orten reduzierten," so Pishue weiter.

ADAC: Meiste Autobahn-Staus in NRW und Bayern

Auch andere Unternehmen und Organisationen nehmen regelmäßig die Stau-Dichte in Deutschland unter die Lupe - mit anderen Methoden und teils unterschiedlichen Ergebnissen. So kam der Karten-Spezialist TomTom zum Ergebnis, dass vergangenes Jahr Berlin vor Hamburg, Wiesbaden, Nürnberg und Stuttgart am schlimmsten von Staus betroffen war. München kommt hier erst auf Platz sieben.

Der ADAC wiederum betrachtet die Stau-Intensität auf Autobahnen, die meisten gibt es in Nordrhein-Westfalen und Bayern. Auch in diesen Untersuchungen war das Stau-Aufkommen aber klar rückläufig. Experten sehen Stau-Rankings mit gemischten Gefühlen. So findet Justin Geistefeldt, Professor für Verkehrswesen an der Ruhr-Universität Bochum, sie grundsätzlich "ein Stück weit problematisch", weil sie Besonderheiten der einzelnen Städte nicht ausreichend berücksichtigten.

Die Platzierung im Ranking sagt wenig über die Qualität des Verkehrsmanagements oder das Angebot alternativer Verkehrsmittel aus
Justin Geistefeldt, Verkehrsexperte

Dennoch lieferten die Studien gewisse Hinweise: "Es gibt kaum eine bessere Datengrundlage, um das Stau-Geschehen zu bewerten."

Ein Zettel, der an einem Geschäft klebt, weist auf den Mindestabstand von 1,5 Meter hin, der einzuhalten ist.

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