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Nach Pleiten von Hakle und Görtz : Warum erste Firmen Insolvenz anmelden

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Lange gab es kaum Pleiten in Deutschland, jetzt melden erste Firmen Insolvenz an - wie Hakle oder Görtz. Der Auftakt einer ganzen Reihe?

Steigende Preise, fehlendes Material und weniger Kunden: Immer mehr Unternehmen müssen Insolvenz anmelden. Die Zahl der Pleiten lag im August ein Viertel über dem Vorjahreswert.

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Mark Branson, der Präsident der Finanzdienstleistungsbehörde BaFin, ist verwundert:

Die erste namhafte Insolvenz, die wir in diesem Jahr erleben, ist ein Hersteller von Toilettenpapier. Das ist kurios.
Mark Branson, BaFin-Präsident

Der BaFin-Chef weiter: "Ein Unternehmen, das nicht 'too big to fail' ist, leidet unter den Energiekosten, aber kommt aus einem Sektor, der vielleicht früher im Jahr nicht so stark auf dem Radar war."

Kleinere und mittlere Unternehmen betroffen

Unternehmen, die "too big to fail" sind, also systemrelevant, die hatten die Aufsichtsbehörden eher in den stark energieabhängigen Unternehmen vermutet oder eben bei Energiehändlern wie Uniper, der ja im Juli vom Staat gerettet wurde.

Uniper soll ab Oktober Milliarden aus der Gasumlage erhalten, der Bund unterstützt den Konzern, der derzeit täglich Verluste von mehr als 100 Millionen Euro einfährt. Warum?

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Die Auswirkungen der Energiekrise aber treffen gerade die kleineren und mittelgroßen Unternehmen - auch im Einzelhandel: So nennt die Schuhhandelskette Görtz mehrere Gründe für ihren Antrag auf Insolvenz: Der Ukraine-Krieg mit den Folgen steigender Energiepreise und der hohen Inflation hätte zu "enormer Kaufzurückhaltung in den Filialen und im Onlinegeschäft" geführt.

Energiepreise und indirekte Folgen

Es sind also nicht nur die Energiepreise für den Betrieb des eigenen Unternehmens, sondern auch indirekte Folgen, die den Unternehmen vor allem im Einzelhandel zu schaffen machen. Denn auch die Verbraucher müssen mehr sparen, damit sie die steigenden Energiekosten bezahlen können.

So ist das Konsumklima, das die Nürnberger Konsumforscher der GfK monatlich erhebt, auf den tiefsten Stand seit Erhebung 1991 gefallen. Der Handelsverband Deutschland (HDE) warnte erst vor wenigen Tagen:

Die steigenden Energiekosten bringen Händlerinnen und Händler an ihre finanzielle Belastungsgrenze und schüren Existenzangst in der Branche.
HDE-Hauptgeschäftsführer Stefan Genth

Ausgesetzte Antragspflicht: Wenig Insolvenzen

Allerdings haben in den letzten Jahren trotz der Corona-Krise nur wenige Unternehmen Insolvenz anmelden müssen. Das lag aber auch daran, dass die Bundesregierung die Insolvenzantragspflicht bis Ende April 2021 ausgesetzt hatte, das galt für diejenigen Unternehmen, deren wirtschaftliche Schwierigkeiten pandemiebedingt waren.

Damit wurden die Folgen der Pandemie für die Wirtschaft abgefedert. Seither aber müssen sich die Firmen wieder selbst behaupten.

Die Zahlen des Handelsverbands Deutschland zeigen, dass das Konsumklima in Deutschland im Keller ist. ZDF-Börsenexpertin Stephanie Barrett berichtet aus Frankfurt.

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Creditreform erwartet geringes Wirtschaftswachstum

Im ersten Halbjahr verzeichnete die Wirtschaftsauskunftei Creditreform sogar einen leichten Rückgang der Unternehmensinsolvenzen gegenüber dem Vorjahr. Doch dieser Trend werde sich in der zweiten Jahreshälfte sicher ändern. Davon jedenfalls ist Creditreform überzeugt. Das Unternehmen verweist auf die konjunkturellen Rahmenbedingungen - neben den Auswirkungen des Kriegs in der Ukraine die Inflation und auch die beginnende Zinswende.

Die Wirtschaft wird kaum noch wachsen. Das wird nicht ohne Folgen für die Insolvenzentwicklung bleiben.
Creditreform, Wirtschaftsauskunftei

Deutsche Bank: Kreditausfälle werden steigen

Es werde mehr Kreditausfälle geben, davon ist auch der Chef der Deutschen Bank, Christian Sewing, überzeugt. Allerdings seien die Banken inzwischen wieder stark genug, um das abzufedern.

Die Ausfälle sind verkraftbar.
Christian Sewing, Chef der Deutschen Bank

In Deutschland gibt es gerade so viele arme Menschen wie seit der Wiedervereinigung nicht mehr – dazu wird alles teurer. Wie konnte es zu diesen extremen Preissteigerungen kommen?

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Stabile Banken als Rückhalt

Stabile Banken können zumindest die Unternehmen in diesen schwierigen Zeiten unterstützen. Doch auch sie müssten ihre Risiken genau im Blick haben, warnt BaFin-Chef Branson: Die Kreditinstitute müssten genau im Blick haben, wer unter den Preisanstiegen im Energiemarkt besonders leide, auch unter dem Blickwinkel, wer diese Preise nicht weitergeben könne oder wer eben vom Staat nicht gerettet werde: "Das ist ein anderes Paradigma für Risikochefs."

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