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Ein Jahr Brexit - Das weltweite Netz der Freihandelsabkommen

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Ein Jahr nach dem Brexit muss das Vereinigte Königreich neue Freihandelsabkommen aushandeln. Ein Überblick über wichtige, internationale Abkommen, die bereits bestehen.

Archiv: Container auf dem Containerterminal in Bremerhaven am 27.01.2017
Freihandelsabkommen sollen den Warenverkehr zwischen den Vertragspartnern erleichtern.
Quelle: dpa

Freihandelsabkommen ermöglichen eine enge wirtschaftliche Zusammenarbeit zwischen Staaten. Die EU tritt dabei im internationalen Kontext als geschlossene Partei auf. Ein Jahr nach dem Brexit muss das Vereinigte Königreich neue Freihandelsabkommen aushandeln. Das mit der EU wurde kurz vor Weihnachten unterzeichnet. Ein weltweites Netz solch internationaler Abkommen besteht bereits. Die wichtigsten finden Sie hier:

Längere Transportzeiten, mehr bürokratische Hürden: Das ist die neue Realität beim britisch-europäischen Handel – trotz Handelsabkommen.

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CPTPP (Comprehensive and Progressive Agreement for Trans-Pacific-Partnership)

Vertragsstaaten: Kanada, Mexiko, Australien, Neuseeland, Japan, Chile, Peru, Brunei, Singapur, Vietnam, Malaysia sowie zunächst die USA
Inkrafttreten: 30. Dezember 2018

Ursprünglich sollte das multilaterale Freihandelsabkommen TPP (Trans-Pacific Partnership) zwischen zwölf Pazifikanrainer-Staaten unterzeichnet werden, um Zölle abzubauen und damit den Handel im Pazifikraum anzutreiben. Gleich nach seinem Amtsantritt 2017 entschied der ehemalige US-Präsident Donald Trump, aus dem TPP auszutreten.   

Die elf verbleibenden Staaten verfolgten die Transpazifische Partnerschaft weiter und handelten einen neuen Vertragstext aus. Im Zuge dessen wurde TPP in CPTPP umbenannt. Ein Großteil der Vertragsstaaten ist inzwischen auch Teil der RCEP (Regional Comprehensive Economic Partnership), die in direkter Konkurrenz zum CPTPP steht.  

China hat es mit 14 weiteren asiatisch-pazifischen Staaten geschafft, sich auf ein Freihandelsabkommen zu einigen – das größte weltweit. Das ist eine Kampfansage an Europa und die USA.

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RCEP (Regional Comprehensive Economic Partnership)

Vertragsstaaten: China, Japan, Südkorea, Australien, Neuseeland, Indonesien, Malaysia, Philippinen, Singapur, Thailand, Brunei, Laos, Myanmar, Kambodscha und Vietnam  
Inkrafttreten: Das Abkommen ist seit 15. November 2020 unterzeichnet. Es tritt erst nach der Ratifizierung durch alle Vertragsstaaten in Kraft.  

Das RCEP ist eines der wirtschaftlich stärksten Freihandelsabkommen der Welt. 15 Vertragsparteien einigten sich auf einen Zollabbau sowie gemeinsame Handelsregeln, welche Lieferketten erleichtern sollen.  

Das Abkommen wird den Einfluss Chinas auf den Welthandel wohl stärken und zudem den innerasiatischen Waren- und Dienstleistungsaustausch fördern. Dies wird besonders in den USA kritisch betrachtet. Auch die Europäische Union gehört nicht zu den Vertragsparteien. Sie verfügt jedoch über eigene bilaterale Abkommen mit den meisten Vertragsstaaten.  

TTIP (Transatlantic Trade and Investment Partnership)

Vertragsstaaten: USA und Mitgliedsstaaten der Europäischen Union 
Inkrafttreten: ausstehend 

Als eines der wichtigsten Freihandelsabkommen der EU gilt das Transatlantische Freihandelsabkommen (TTIP), das zwischen den Vereinigten Staaten und der EU geschlossen werden sollte. Die Verhandlungen starteten im Juni 2013 und pausieren seit Anfang 2017. Es gibt Hoffnung auf die Wiederaufnahme der Verhandlungen unter der neuen US-Regierung unter US-Präsident Joe Biden, der das Land wieder auf Obama-Kurs zurückbringen möchte.  

Im Mittelpunkt der Verhandlungen standen Zölle, Handelsschranken und der Ausbau des Handels zwischen der EU und den USA. Das sollte eine Öffnung der Märkte auf beiden Seiten des Atlantiks bewirken. Die Verhandlungen rund um TTIP wurden von Nichtregierungsorganisationen kritisiert und von Protesten begleitet.   

USMCA (United States-Mexico-Canada Agreement) 

Vertragsstaaten: USA, Mexiko, Kanada 
Inkrafttreten: 1. Juli 2020 

TTIP war nicht das einzige Abkommen, das unter Präsident Trump infrage gestellt wurde. NAFTA (North American Free-Trade Area), das 1994 in Kraft trat, wurde nach Neuverhandlungen im November 2018 durch USMCA ersetzt. 

USMCA stellt eine Erhöhung der Zollfreigrenzen für Kuriersendungen im grenzüberschreitenden Warenverkehr sicher sowie einen verbesserten Schutz des geistigen Eigentums. So soll verhindert werden, dass gefälschte Produkte durch Kontrollen an den Zollgrenzen eingeführt werden.   

Nach langen Verhandlungen haben sich USA und Kanada auf eine Neuauflage des gemeinsamen Freihandelsabkommens Nafta mit Mexiko geeinigt.

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CETA (Comprehensive Economic and Trade Agreement)

Vertragsstaaten: Kanada und Mitgliedsstaaten der Europäischen Union  
Inkrafttreten: Das Abkommen ist seit 21. September 2017 in der vorläufigen Anwendung, da die Ratifizierung aller EU-Mitgliedsstaaten noch aussteht. 

Auch die EU verfügt über ein wichtiges bilaterales Wirtschafts- und Handelsabkommen mit Kanada. Mit CETA sollen 99 Prozent der Zölle zwischen den Vertragsparteien abgebaut und der Marktzugang für Waren- und Dienstleistungen verbessert werden.  

AfCFTA (African Continental Free Trade Agreement)

Vertragsstaaten: 54 afrikanische Staaten der Afrikanischen Union (AU) 
Inkrafttreten: 1. Januar 2020 

AfCFTA umfasst 54 Mitgliedsstaaten mit 1,2 Milliarden Menschen und ist damit das größte der Welt. Die AU hat das Ziel, eine panafrikanische Freihandelszone für Waren und Dienstleistungen zu schaffen. Es soll ein innerafrikanischer Binnenmarkt entstehen.

Die Freihandelszone hat nach Schätzungen der Weltbank das Potential, bis 2035 etwas 30 Millionen Menschen in Afrika von Armut zu befreien. Darüber hinaus könnte sich das Einkommen des Kontinents um umgerechnet 385 Milliarden Euro steigern und die innerafrikanischen Exporte um 81 Prozent erhöhen. 

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