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IWF erwartet Erholung der Weltwirtschaft

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Treffen in Davos - IWF erwartet Erholung der Weltwirtschaft

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Vor dem Start des Weltwirtschaftsforums in Davos veröffentlichte der IWF seinen Weltwirtschaftsausblick. Die Experten bleiben optimistisch - sind aber vorsichtiger als bislang.

Weltwirtschaftsforum in Davos.
Die Weltwirtschaft wird nach Einschätzung des Internationalen Währungsfonds (IWF) im laufenden Jahr etwas an Schwung gewinnen.
Quelle: Reuters

Die Weltwirtschaft wird sich nach Einschätzung des Internationalen Währungsfonds in diesem und im nächsten Jahr erholen. In der Industrie und im Handelsstreit beobachtet der IWF eine allmähliche Stabilisierung. Außerdem stützt die weiterhin lockere Geldpolitik der Zentralbanken den Konsum und sichert vielen Firmen sehr günstige Finanzierungsbedingungen.

Gegenüber der Oktober-Schätzung fallen die IWF-Prognosen trotzdem etwas pessimistischer aus. Vor allem in Indien erwarten die Experten Probleme. Beim Weltwirtschaftsgipfel in Davos veröffentlichte der IWF seinen aktuellen Weltwirtschaftsausblick:

Expertin nennt drei Gründe für den Anstieg

Die exportorientierte deutsche Industrie dürfte von der Stabilisierung der Weltwirtschaft profitieren, sagte die IWF-Ökonomin Gita Gopinath. Für die Erholung der Weltwirtschaft nennt sie drei Gründe:

  1. Das erste Teilabkommen im Handelsstreit zwischen den USA und China: Dadurch werde sich der negative Effekt aller Handelskonflikte auf die Weltwirtschaft 2020 von 0,8 auf 0,5 Prozentpunkte verringern. China hat zugesagt, über zwei Jahre für mindestens 200 Milliarden Dollar zusätzliche US-Güter zu kaufen. Einige Zölle werden die USA im Gegenzug reduzieren, andere angedrohte Maßnahmen wurden ausgesetzt.
  2. Die Wahrscheinlichkeit für einen geordneten EU-Ausstieg der Briten: Diese sei laut der WF-Ökonomin Gita Gopinath zuletzt gestiegen. Mehr zum Brexit.
  3. Die lockere Geldpolitik: Sie dürfte laut IWF etwa 0,5 Prozentpunkte zum Wachstum der Weltwirtschaft in den Jahren 2019 und 2020 beitragen. Diese Geldpolitik stütze die Konjunktur. Zinssenkungen gab es zuletzt in den USA, der Türkei, Russland und Brasilien. Die Europäische Zentralbank kauft wieder Staatsanleihen.
Archiv: Gita Gopinath
IWF-Chefvolkswirtin Gita Gopinath.
Quelle: Imago

Sorgenkind Indien

Deutlich pessimistischer ist der IWF für Indien. Das ist auch der Hauptgrund für die gegenüber Oktober etwas geringeren Schätzungen für die Weltwirtschaft. In dem großen asiatischen Schwellenland hat sich der Konsum laut IWF deutlicher als erwartet abgeschwächt, weil die Einkommen im ländlichen Raum Indiens nur langsam steigen.

Kredite werden weniger stark nachgefragt. Zwar rechnet der IWF 2020 mit einem Wachstum von 5,8 Prozent und 2021 dann von 6,5 Prozent - allerdings sind die ursprünglichen Schätzungen für 2020 damit deutlich um 1,2 beziehungsweise 0,9 Punkte (2021) gesenkt worden.

Kein Grund zur Entspannung

Insgesamt macht der IWF weiterhin zahlreiche Risiken aus, etwa eine neuerliche Eskalation im Handelsstreit. Hinzu kämen geopolitische Spannungen, beispielsweise zwischen den USA und dem Iran. Auch Anti-Regierungsproteste in vielen Ländern könnten zulasten der Wirtschaft gehen. In Chile sei dies schon zu beobachten. Dort demonstrieren seit Monaten immer wieder viele Bürger gegen die Regierung in Santiago und die soziale Spaltung in dem südamerikanischen Land.

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