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US-Finanzministerin Janet Yellen - Zinsen hoch? "Keine schlechte Sache"

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US-Finanzministerin Janet Yellen bringt steigende Zinsen in den USA ins Gespräch. Meistens ein Reizthema für die Börsen. Dieses Mal nicht. Was steckt dahinter?

Janet Yellen, US-Finanzministerin
US-Finanzministerin Janet Yellen würde ein Ansteigen der Zinsen begrüßen.
Quelle: Reuters

Wenn die Zinsen wieder ein normales Niveau erreichen würden, wäre das "keine schlechte Sache." Das sagte US-Finanzministerin Janet Yellen gegenüber der Nachrichtenagentur Bloomberg. Etwas höhere Leitzinsen wären ihrer Ansicht nach vorteilhaft.

Tatsächlich bringt US-Präsident Joe Biden gerade ein billionenschweres Infrastrukturprogramm für die USA auf den Weg. Es soll nach der Corona-Krise besonders Arbeiter und den Mittelstand stärken. Außerdem soll das Geld für die Infrastruktur und den Klimaschutz genutzt werden. Doch die Billionen Dollar tragen zu mehr Inflation und höheren Zinsen bei. Janet Yellen würde steigende Zinsen begrüßen.

Joe Biden will 2,3 Billionen in die Verbesserung der US-Infrastruktur stecken. Es sei die größte Investition in Arbeitsplätze seit dem Zweiten Weltkrieg, erklärte der Präsident.

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Könnte es bald zu einer Zinswende kommen?

Nach einer kräftigen und nachhaltigen Zinserhöhung sieht es derzeit aber nicht aus. Hier hat tatsächlich auch Fed-Chef Jerome Powell das Sagen. Am 15. und 16. Juni gibt es die nächsten Sitzungen der mächtigen US-Notenbank. Und auch wenn Frau Yellen nun mal "laut gedacht hat", nach einer Zinswende sieht es allzu bald nicht aus.

Derzeit liegt der Leitzins in den USA zwischen null und 0,25 Prozent. Die Angst vor einem stärkeren Zinsanstieg dürfte vermutlich erst wieder mit kräftigeren Wirtschaftsdaten zurückkehren. Doch die lassen noch auf sich warten. Erst am Freitag war der US-Arbeitsmarktbericht für den Monat Mai eher durchwachsen ausgefallen.

Anleihenkäufe stehen im Fokus

Solange nicht spürbare Fortschritte auf dem Weg zur Vollbeschäftigung und stabile Preise erreicht sind, wollen die Währungshüter ihre lockere Geldpolitik fortsetzen. Damit bleiben auch die Leitzinsen niedrig. Doch zuletzt hat der oder die eine oder andere bei der Fed geäußert, zumindest mal über ein Drosseln der Anleihenkäufe nachzudenken. Monatlich greift die Fed der Wirtschaft mit Anleihenkäufen von 120 Milliarden Dollar unter die Arme.

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Steht Christine Lagarde unter Zugzwang?

Oft geht der Blick der Europäischen Zentralbank (EZB) und ihrer Chefin, Christine Lagarde, in Richtung Fed in Washington. Momentan werden die Karten aber durch die Corona-Pandemie neu gemischt. Zwar haben die EZB und die Fed die steigende Inflation im Blick. Gemeinsam haben sie auch, dass die Teuerungsrate diesseits und jenseits des Atlantiks vor allem durch gestiegene Energie- und Lebensmittelkosten zustande kommt.

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Der große Unterschied ist aber, dass die EZB viel mehr Länder in der Eurozone wirtschaftlich unter einen Hut bringen muss, als die Fed. Die einen Volkswirtschaften erholen sich nach der Pandemie schneller als die anderen. Geldpolitisch müssen aber dennoch alle zusammengebracht werden. In der Eurozone sind die niedrigen Zinsen daher langfristig wahrscheinlich tiefer verankert als in den USA.

Steigenden Zinsen in der Eurozone sind Grenzen gesetzt

Während Deutschland durchaus höhere Zinsen verkraften würde, ginge es südlicheren Volkswirtschaften innerhalb Europas damit deutlich schlechter. Das hat zur Folge: Häuslebauer hierzulande dürfen sich also weiterhin über niedrige Zinsen freuen, während die niedrigen Erträge Sparern auf unbestimmte Zeit die Tränen in die Augen treiben.

Ein "back to normal", um es vielleicht mit Frau Yellens Worten auszudrücken, dürfte also in der Eurozone in Hinblick auf die Zinspolitik noch länger auf sich warten lassen.

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