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Rekordeinbruch bei Exporten - Von "Made in Germany" zu "Mau in Germany"

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Deutschland erlebt einen beispiellosen Exportrückgang. Die Ausfuhren sind im April 2020 in Folge der Corona-Krise dramatisch eingebrochen. Ein "Weiter so" geht nicht mehr.

Von Sina Mainitz

Der Export Deutschlands ist im April um 31 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat eingebrochen. Die meisten deutschen Unternehmen leiden weiterhin unter der Corona-Krise.

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Die Exportnation Deutschland muss den größten Rückgang seit Beginn der Außenhandelsstatistik im Jahr 1950 verkraften: mehr als 30 Prozent. Aber auch die Importe schwächeln. Corona hat die Welt verändert. Trotz aller Konjunkturprogramme wird die Rekonvaleszenz des kranken Patienten "Deutsche Wirtschaft" noch sehr lange dauern.

Langfristiger Plan ist erforderlich

Mit sechs bis zwölf Monaten wird gerechnet, bis man den tatsächlichen Schaden, den Corona wirtschaftlich gerissen hat, überschauen kann. Jetzt heißt es, langfristig aus der Corona-Krise und der mangelnden Nachfrage weltweit zu lernen.

Schon 2019 hatte der Welthandel mit Waren stagniert. Er wurde belastet von internationalen Handelskonflikten und der Abkühlung der globalen Konjunktur. Wie kann Deutschland, der ehemalige Exportweltmeister, darauf reagieren und sich zukunftsfähig und wieder stark machen?

Abhängigkeit vom Ausland reduzieren

Die Ökonomen sind sich einig: Deutschland muss den Strukturwandel für sich nutzen und die Zeichen der Zeit erkennen. Vielleicht bedarf es dafür den Denkanstoß durch das Coronavirus, um alte Denkmuster endgültig aufzubrechen und vor neue Herausforderungen gestellt zu werden.

In der Krise lässt sich die deutsche Wirtschaft nicht durch den Export retten. Das sehen wir gerade. Die Abhängigkeit vom Ausland ist bei einer weltweiten Pandemie fatal. Zudem ist Industrie 4.0 in vollem Gange. Die Digitalisierung schreitet massiv voran und ist in keinem Bereich mehr wegzudenken. "Nachhaltig" ist das neue "Schick".

Homesourcing als Zukunft?

Diese Nachhaltigkeit bekommt man hin, indem man sich unabhängiger macht von Lieferketten. China ist die Werkbank der Welt, Deutschland lieferte die Maschinen - bis Corona kam. Zuerst fehlte die Nachfrage aus China, dann fehlten die Produkte.

Die Corona-Pandemie hat nach wie vor drastische Auswirkungen auf die deutsche Wirtschaft. Zur Zukunft und den Folgen für Arbeitsplätze ZDF-Börsenexpertin Valerie Haller.

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Nun wird vermutlich wieder mehr im Inland produziert. Damit verkürzen sich die Lieferketten, der Umwelt und Nachhaltigkeit ist extrem geholfen und der deutschen Wirtschaft auch.

Zwar sind hier die Personalkosten hier um ein Vielfaches höher als in den Produktionsländern im Ausland, aber vollautomatische Robotik macht so manche Arbeit schnell, zuverlässig und digital gesteuert. Das gelingt nicht von heute auf morgen, aber durch die Corona-Krise vielleicht ein wenig rascher.

Bürokratie verhindert Effizienz

Es gilt, hohe Bürokratiehürden abzubauen. Das sagen alle Ökonomen unisono. Die Voraussetzungen für den Strukturwandel sind in Deutschland zu lange vernachlässigt worden. Vielleicht wäre damit den Unternehmen weit mehr gedient, als mit mehr Geld.

Der Präsident des Bundes der Steuerzahler, Reiner Holznagel, kritisiert Teile des Konjunkturpakets als zu teuer: "Wir sehen ein Sammelsurium von Maßnahmen, die sehr bürokratisch sind“, so Holznagel.

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In Deutschland liegt es nicht am Geld, sondern oftmals an Umständen und Hürden. So hätte auch mancher zeitlich befristete Konsumgutscheine anstelle von Geld befürwortet, um die Inlandsnachfrage anzukurbeln. Denn wenn der Konsument zurückhaltend ist, ist es der Unternehmer erst recht - fatal für die Wirtschaft.

Krise nutzen für den Aufschwung

Unsere Wirtschaft befindet sich an der Schwelle zwischen krank und gesund - an der Schwelle zwischen der Überwindung einer weltweiten Pandemie und dem Leben danach. Die Welt war schon vor Corona im Wandel und ist es jetzt erst recht.

In jeder Krise liegt auch eine Chance - auch für die deutsche Wirtschaft. So bitter die heutigen Import-Export-Zahlen auch sein mögen. Sie rütteln einmal mehr wach für den Wandel. Ulrich Kater, Chefvolkswirt der Dekabank, hat es so ausgedrückt: "Deutsche Firmen haben das immer hingekriegt!" Und so wird es langfristig wohl auch dieses Mal sein.

Sina Mainitz ist ZDF-Redakteurin im Team Wirtschaft und Finanzen

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