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Asien-Pazifik-Konferenz : Warum deutsche Firmen nach Singapur wollen

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"Hier in Asien spielt die Zukunft": Wieso Robert Habeck, Olaf Scholz und die Top-Riege der deutschen Wirtschaft zu einer Konferenz nach Singapur reisen.

Für deutsche Unternehmen hat sich Singapur als Tor nach Asien etabliert. Auf der Asien-Pazifik-Konferenz wollen Wirtschaftsminister Habeck und Bundeskanzler Scholz die Wirtschaftsbeziehungen vertiefen.

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Rolf Knörzer sitzt in seinem Singapurer Büro und schwärmt. Von staatlichen Förderprogrammen, von Investitionsbereitschaft, von schlanker Bürokratie: "Sie ist da, um zu helfen, nicht um zu bremsen." Der CEO des deutschen Start-ups Industry Apps wähnt sich am richtigen Platz.

"Hier in Asien spielt die Musik", sagt er. "In Deutschland wird oftmals eher das Risiko gesehen, in Asien sehen sie die Chance." Das sei ein Umfeld, in dem man erfolgreich wirtschaften kann. Industry Apps ist erfolgreich, bietet digitale Lösungen für Unternehmen weltweit. Hauptquartier: Singapur.

Mehr als 2.100 deutsche Unternehmen in Singapur registriert

Mehr als 2.100 deutsche Unternehmen sind im Stadtstaat registriert, beschäftigen dort mehr als 45.000 Menschen. Das sind bemerkenswerte Zahlen für diesen Standort fernab der deutschen Heimat, denn Singapur hat gerade mal sechs Millionen Einwohner. Für Unternehmen aus Deutschland - und aus vielen anderen Staaten - hat sich Singapur als Tor nach Asien etabliert.

Ein Trend, der sich jüngst nochmal verstärkte, weil andere Metropolen Asiens schwächeln, Shanghai etwa oder Hongkong.

Asean-Gipfel - Die USA buhlen um Einfluss in Asien 

Vor dem Treffen zwischen US-Präsident Joe Biden und seinem chinesischen Kollegen Xi Jinping wirbt die amerikanische Regierung beim Asean-Gipfel um Bündnispartner in der Region.

Videolänge
von Elmar Theveßen

Scholz und Habeck reisen nach Singapur

Die "Asien-Pazifik-Konferenz" der deutschen Wirtschaft in Singapur findet auch reges Interesse. Der Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck ist da, die Top-Riege deutscher Unternehmenslenker begleitet ihn. Und am Montag - auf der Durchreise zum G20-Gipfel auf Bali - macht auch Olaf Scholz in Singapur Station. Kanzler und Vizekanzler zur selben Zeit am selben Platz am anderen Ende der Welt: Viel mehr Wertschätzung kann die deutsche Politik kaum vermitteln.

Jüngst hatten sich erhebliche Differenzen in der Ampel-Koalition gezeigt. Wie umgehen mit China? Welche Risiken und Nebenwirkungen liegen in Deals wie der Beteiligung am Hamburger Hafenterminal? Tim Rühlig von der Deutschen Gesellschaft für Auswärtige Politik sieht am Beispiel der Singapurer Konferenz nun aber ein Zeichen der Einigkeit:

"Im Ziel, die wirtschaftlichen Beziehungen zu anderen Staaten auszubauen und dadurch die Abhängigkeiten von China in ein anderes Verhältnis zu rücken, da treffen sich Grüne und FDP auf der einen Seite und der Kanzler auf der anderen Seite", sagt Rühlig. "Das scheint der Minimalkonsens unter allen zu sein."

Deutschland und China sind füreinander wichtige Handelspartner. Doch die Kritik an der deutschen Abhängigkeit von China wächst; ohne hätte die Wirtschaft jedoch ein großes Problem.

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Weltpolitik findet im indo-pazifischen Raum statt

Und Asien steht dabei eben im Fokus. Die "Indo-Pazifik-Leitlinien" der deutschen Außenpolitik wurden noch unter der Regierung Merkel angeschoben, die Regierung Scholz füllt sie mit Leben. Das deutsche Engagement in der Region bleibt dabei nicht auf wirtschaftliche Interessen beschränkt.

Jüngst kreuzte die Fregatte Bayern durch das südchinesische Meer, und die Luftwaffe übte in Australien. Experte Rühlig deutet diese Symbolik:

Weltpolitik hat lange im transatlantischen Raum stattgefunden. Diese Bewegung ist in den asiatischen Raum übergewechselt, in den indo-pazifischen Raum.
Tim Rühlig, Deutsche Gesellschaft für Auswärtige Politik

"Europa ist relativ spät dran mit dieser Erkenntnis", so Rühlig, "aber jetzt ist sie auch bei uns angekommen."

"Made in Germany ist überall anerkannt"

Große Weltpolitik, gute Geschäfte. Singapur steht in diesen Tagen für beides, wie ein Brennglas für die Chancen, die sich Deutschen hier bieten. Gerade den Deutschen - so sieht es Unternehmer Knörzer.

"Unsere deutschen Wurzeln spielen immer eine positive Rolle. Made in Germany ist überall anerkannt. Aber wenn ich dann dazu sage, dass wir in Singapur sitzen, dann ist das noch mal ein zusätzliches Qualitätsmerkmal." Deutsche in Singapur - das klingt derzeit nach einer ertragreichen Konstellation.

Normen Odenthal ist Leiter des ZDF-Auslandsstudios in Singapur.

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