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Finanzhilfen vom Bund - Krankenkassen brauchen Rekordzuschuss

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Die gesetzlichen Krankenkassen brauchen mehr Geld - das hat ein Expertengremium geschätzt. Dafür aufkommen soll der Bund. Jens Spahn hat seine Zustimmung signalisiert.

Arhic: Gesundheitskarten verschiedener Krankenkassen liegen auf einem Tisch am 17.04.2018 in Berlin.
Krankenkassen werden nächstes Jahr mehr Geld vom Bund brauchen.
Quelle: dpa

Die gesetzlichen Krankenkassen in Deutschland benötigen im kommenden Jahr einen Rekordzuschuss vom Bund. Wie der Spitzenverband der Gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) am Mittwoch mitteilte, gibt es einen zusätzlichen Finanzbedarf von 7 Milliarden Euro. Dies habe der sogenannte Schätzerkreis aus Experten von Bundesgesundheitsministerium, Bundesamt für Soziale Sicherung und GKV-Spitzenverband prognostiziert.

Das Gremium rechnet nach eigener Mitteilung mit Ausgaben für die Krankenkassen von rund 284 Milliarden Euro, nach voraussichtlich 272 Milliarden Euro in diesem Jahr. Da gesetzlich festgeschrieben wurde, dass die Zusatzbeiträge zur Krankenversicherung im nächsten Jahr bei durchschnittlich 1,3 Prozent stabil gehalten werden sollen, muss die Lücke durch weiteres Geld vom Bund geschlossen werden.

Die Versichertenkarten der deutschen Krankenkassen DAK, AOK, Barmer und Techniker Krankenkasse TK liegen mit einem 50, 20, zehn und fünf Euro-Schein unter einem Stethoskop.

Spitzenverband warnt - Kassen erwarten Minus von 15 Milliarden Euro 

Der Spitzenverband der gesetzlichen Krankenkassen glaubt nicht, dass der Steuerzuschuss der Regierung für die Kassen ausreicht. Das könne zu kräftigen Beitragsanhebungen führen.

Bundesregierung muss Extra-Milliarden per Verordnung beschließen

Der Bundeszuschuss fließt, wie auch die Krankenkassenbeiträge von Arbeitgebern und Arbeitnehmern, in den Gesundheitsfonds, aus dem Ausgaben der Kassen bestritten werden. Üblicherweise beträgt der Zuschuss 14,5 Milliarden Euro.

Für das kommende Jahr waren bereits zusätzliche 7 Milliarden eingeplant. Mit weiteren 7 Milliarden würde der Zuschuss auf 28,5 Milliarden Euro anwachsen. Die Bundesregierung muss das per Verordnung auf den Weg bringen.

Spätestens die Coronapandemie brachte es ans Licht: Das deutsche Gesundheitssystem ist angeschlagen. Es gibt zu wenig Pfleger und Ärzte, Ökonomie geht vor Gesundheit. Droht der Kollaps?

Beitragslänge:
44 min
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Spahn will Verordnung bald vorlegen

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) sagte:

Wir haben in den letzten drei Jahren viel investiert: in bessere Pflege, in schnellere Digitalisierung, in flächendeckende Versorgung - und vor allem auch in die Pandemiebewältigung. Das zahlt sich für die Patientinnen und Patienten aus. Aber das kostet, zumal nach einer Wirtschaftskrise.
Jens Spahn, Bundesgesundheitsminister

Das Parlament habe die Zusage stabiler Beiträge ins Gesetz geschrieben. Zu dieser Sozialgarantie stehe man. "Daher werden wir nun zügig eine entsprechende Rechtsverordnung vorlegen und mit dem Bundesministerium für Finanzen abstimmen."

Der Verwaltungsratsvorsitzende des GKV-Spitzenverbandes, Volker Hansen, erklärte:

Wir erwarten, dass die Bundesregierung rasch für einen entsprechenden Bundeszuschuss sorgt - und damit die Gefahr von flächendeckend steigenden Zusatzbeiträgen im nächsten Jahr abwendet.
Volker Hansen, GKV-Verwaltungsratsvorsitzender
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