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Lebensmittel-Schleuderpreise landen auf Merkels Tisch

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Treffen im Kanzleramt - Lebensmittel-Schleuderpreise landen auf Merkels Tisch

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Bauern, Politiker und Umweltschützer - alle haben sie Billigangebote für Fleisch und Co. im Visier. Das Thema wird kommende Woche zur Chefsache.

Archiv: Ein Kunde hält abgepacktes Hackfleisch in den Händen.
Vielen ein Dorn im Auge: Billigfleisch
Quelle: Colourbox

Billigangebote für Lebensmittel werden am kommenden Montag Thema eines Spitzentreffens bei Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU). "Es ist wie David gegen Goliath, wenn Bauern mit dem Handel verhandeln", sagte Landwirtschaftsministerin Julia Klöckner (CDU). Der Handel beklage zwar, dass Verbraucher nicht mehr bezahlen wollten, setze aber selbst immer mehr Tiefstpreise. Am Ende bade das der Erzeuger aus, dem immer weniger bleibe. "Das ist das Gegenteil von Nachhaltigkeit. Beim Treffen am 3. Februar im Kanzleramt werden wir das thematisieren."

Edeka zieht Plakate nach Kritik zurück

Klöckner reagierte auf eine Demonstration von Bauern vor einem Großlager der Handelskette Edeka bei Oldenburg. Anlass war nach Angaben des Landvolks Niedersachsen ein Werbeplakat, auf dem der Komiker Otto Waalkes zum 100-jährigen Bestehen der Regionalgesellschaft Edeka Minden-Hannover mit dem Spruch "Essen hat einen Preis verdient: den niedrigsten" wirbt.

Nach Angaben von Edeka ist das ein Missverständnis: Gemeint war demnach der Ort Essen bei Oldenburg - nicht Essen im Sinne von Lebensmitteln. Ziel der Kampagne sei, alle Ortschaften, wie etwa auch Minden oder Bremen "individuell anzusprechen", wie Edeka mitteilte. Die angekündigten Preisreduzierungen gingen zudem nicht zu Lasten der Landwirte. "Die Plakate, die zu dem Missverständnis geführt haben, wurden nach den ersten Hinweisen umgehend entfernt."

Bauern laufen seit Monaten Sturm

Der Präsident des Deutschen Bauernverbandes, Joachim Rukwied, hatte die Kampagne kritisiert: "Hier sollen hochwertige Lebensmittel verramscht werden. Wertschätzung von Essen und Lebensmitteln erzeugt man damit nicht." Qualität, Nachhaltigkeit und Zusammenarbeit in der Lieferkette bringe man so nicht nach vorne. Er forderte eine Prüfung des Bundeskartellamts, ob die Kette ihr "Marktmacht" missbrauche.

Seit Monaten gehen Bauern immer wieder auf die Straße, um gegen die Produktionsbedingungen in der Landwirtschaft zu demonstrieren. Dabei geht es auch um Umweltauflagen, mit denen die Bundesregierung Boden, Wasser und Luft schützen will. Die Bauern sehen sich in ihrer Existenz bedroht und fordern, für Umweltschutz, aber auch insgesamt für ihre Produkte angemessen bezahlt zu werden. Klöckner betont immer wieder die Macht der Verbraucher.

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von Jan-Frederik Fischer
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