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Weltweit hohe Nachfrage - Der Kampf ums lateinamerikanische Lithium

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Argentinien, Chile und Bolivien verfügen über reichhaltige Lithium-Vorkommen. Das Wettrennen um die Förderung hat längst begonnen.

Lithiumgewinnung in Argentinien
In Argentinien sind nicht alle glücklich über die Lithiumgewinnung.
Quelle: Reuters

Lithium gehört derzeit zu den begehrtesten Rohstoffen weltweit. Der Grund: Es wird unter anderem für die Produktion von Akkus für E-Autos oder Smartphones gebraucht. Für eine Energiewende weg von fossilen Brennstoffen hin zu emissionsfreien Antrieben ist Lithium zumindest nach aktuellem Stand der Produktion und Wissenschaft unverzichtbar. Im vergangenen Jahr sorgte die Lithiumknappheit zu Rekordpreisen auf dem Weltmarkt.

Besonders reichhaltig sind die Vorkommen im sogenannten Lithium-Dreieck Argentinien, Bolivien und Chile. Dort ist längst ein politischer Kampf darüber entbrannt, wie das "weiße Gold" gefördert werden soll.

Die Firma Redux in Bremerhaven ist darauf spezialisiert alte E-Auto-Batterien zu recyceln. So können Rohstoffe wiederverwendet werden, allerdings mit hohem Energieaufwand.

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Chile setzt auf grüne Exploration

Im März 2022 übernimmt der 35-jährige Gabriel Boric das Präsidentenamt in Chile. Der junge Sozialist hat versprochen einen neuen Weg bei der Ausbeutung und Kommerzialisierung der Lithium-Vorkommen zu gehen.

Dazu zählt auch eine umweltverträgliche und gesellschaftlich akzeptierte Exploration mit Hilfe eines staatlich geführten Unternehmens, von dessen Gewinn alle Bürger profitieren sollen. Ein klassisch sozialistischer Ansatz.

Chile hat einen 35 Jahre alten linken Studentenführer zum jüngsten Präsidenten in der Geschichte des Landes gewählt. Die Wahl von Gabriel Boric ist eine politische Sensation – und markiert einen Wendepunkt in Chiles Geschichte.

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Doch dazu muss Boric innenpolitische Widerstände überwinden. Der von der künftigen Opposition dominierte Kongress gab gerade erst grünes Licht für den Explorations-Zuschlag an zwei Firmen, eine aus China und eine aus Chile. Die Millionen schweren Verträge sollen eine Laufzeit von 20 Jahren haben.

Die chilenischen Linken, die künftig die Regierung stellen, verließen daraufhin wütend den Plenarsaal. Das Bergbauministerium argumentiert derweil, es handele sich nur um kleine Vorkommen:

Die im Abkommen festgeschriebene Menge umfasst nur 1,8 Prozent des bekannten Lithium-Vorkommens in unserem Land.
Chilenisches Bergbau-Ministerium zu den neuen Verträgen

Bolivien will mit Lithium Wirtschaft ankurbeln

In Bolivien ist die Hoffnung groß, dass die Lithium-Vorkommen die wirtschaftliche Entwicklung des Landes voranbringen. Zentraler Baustein ist das staatliche Unternehmen "Yacimientos de Litio Bolivia" (YLB). Experten schätzen die Vorkommen in Bolivien auf 21 Millionen Tonnen.

Vor ein paar Jahren hatte das süddeutsche Unternehmen ACISA bereits einen Fuß in der Tür. Der damalige Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier sowie die grün-schwarze Landesregierung in Baden-Württemberg waren ebenfalls in das verheißungsvolle Joint-Venture involviert.

Doch dann sorgten politische Unruhen, Putschvorwürfe und innenpolitische Machtkämpfe dafür, dass alles wieder auf Null gestellt wurde.

Bislang wird Lithium unter katastrophalen Verhältnissen für die Herstellung von E-Auto-Batterien gewonnen. Ein Start-up aus Baden-Württemberg zeigt, dass es auch anders gehen kann.

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Boliviens amtierender Präsident Luis Arce gab nun den Startschuss für eine neue Ausschreibung und startete ein Forschungs- und Entwicklungszentrum. Auch die deutschen Interessenten müssen sich wieder in die Schlange der Interessenten einreihen. Der neue Klimaschutz- und Wirtschaftsminister Robert Habeck wird sich des Themas annehmen müssen.

Das bislang involvierte deutsche Unternehmen teilte auf Anfrage mit:

Es sind Gespräche zwischen der neuen bolivianischen Regierung und ACISA über eine Wiederbelebung des Projekts geplant.
ACISA

Argentinien: Widerstand von Umweltschützern

Auch in Argentinien ist der Kampf um Marktanteile voll entbrannt. Zuletzt waren es kanadische, englisch-australische und südkoreanische Firmen, die ihre Tätigen vor Ort ausweiten wollten. Sie stoßen dabei ähnlich wie in Chile und Bolivien auf Widerstand von Umweltschützern, die wegen der wasserintensiven Förderung besorgt sind.

Im Norden Portugals fürchten Umweltschützer*innen die Folgen grüner Mobilität. Denn dafür braucht man Lithium, welches hier im großen Stil abgebaut werden soll.

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Zumindest deutsche Firmen beteuern allerdings, es werden Gesetze eingehalten und die Förderung umweltverträglich umgesetzt. Hinzu kommt: Die Vorkommen befinden sich meist in indigenen Territorien.

Argentinien, Chile und Bolivien werden als "Lithiumdreieck" gesehen, das ist eine weitere kolonialistische Logik, um metallische Rohstoffe wie Lithium zu gewinnen. Um E-Autos zu produzieren, die dann in den Industrieländern gefahren werden. Ohne Respekt vor der Natur, lokaler Lebensweise, Territorien und Menschenrechten.
Guadalupe Rodríguez, Lateinamerika-Referentin von “Rettet den Regenwald”
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