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Streik bei der Bahn - Worum es der Lokführergewerkschaft geht

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Die GDL hat ihre Mitglieder zu Streiks aufgerufen. Der Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer geht es dabei um mehr als bloß das Gehalt - es geht um ihre Bedeutung bei der Bahn.

Hessen, Frankfurt/Main: Claus Weselsky, Vorsitzender der Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL), spricht während einer Pressekonferenz in der GDL-Hauptgeschäftsstelle.
Claus Weselsky, Vorsitzender der Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL)
Quelle: dpa

Was unterscheidet die Tarifsituation bei der DB von anderen Betrieben?

Bei der Deutschen Bahn konkurrieren zwei Gewerkschaften um dieselben Berufsgruppen. Der Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer GDL mit 37.000 Mitgliedern steht die größere Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft EVG mit 184.000 Mitgliedern gegenüber. Bisher galt die Regel, dass die GDL Tarifverträge ausschließlich für das "Fahrpersonal" also Lokführer, Zugbegleiter und Bordgastronomen aushandelte, die EVG für alle anderen Beschäftigten, aber auch für Lokführer.

In Unternehmensbereichen mit zwei Tarifverträgen konnten sich die Beschäftigten dann für einen von beiden entscheiden. Der Arbeitgeber sorgte dafür, dass in den Tarifverträgen im Wesentlichen das Gleiche vereinbart war.

Wer mit der Deutschen Bahn fahren will, muss sich auf Verzögerungen und Ausfälle einstellen. Bis Donnerstag will die Lokführergewerkschaft GDL streiken. Die Folge: Drei von vier Fernzügen werden gestrichen, teilte die Bahn mit.

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Was ist anders in dieser Tarifrunde?

Seit Januar gilt bei der Deutschen Bahn das Tarifeinheitsgesetz. Es besagt, dass bei konkurrierenden Tarifverträgen jeweils nur derjenige der Gewerkschaft zur Anwendung kommt, die mehr Mitglieder im Betrieb hat. Solche Überschneidungen gibt es bei der DB in 71 von rund 300 Einzelbetrieben.

Der Bahnvorstand hat ermittelt, dass von diesen nur 16 der GDL zugerechnet werden können, 55 aber der EVG. Die Lokführergewerkschaft geht gegen diese Zahlen gerichtlich vor. Bis 2020 galt eine Vereinbarung zwischen Bahn, EVG und GDL, nach der man das Tarifeinheitsgesetz vorerst nicht anwenden wolle. Eine Verlängerung dieser Übereinkunft lehnt die EVG ab.

Warum will die GDL auch andere Berufsgruppen als das Zugpersonal vertreten?

Jetzt will die GDL Tarifverträge auch für Fahrdienstleiter, Gleisbauer oder Mitarbeiter auf Rangierbahnhöfen abschließen für die bisher die EVG zuständig war. Es geht ihr darum zu wachsen und erklärtermaßen der konkurrierenden Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft Mitglieder abzuwerben.

Das Ziel ist auch, sich durch höhere Tarifabschlüsse und kämpferisches Auftreten als bessere Arbeitnehmervertretung für alle Bahnmitarbeiter darzustellen. Dahinter steckt die Sorge, bei der geltenden Gesetzeslage anderenfalls als kleinere Gewerkschaft in die Bedeutungslosigkeit zu rutschen.

Was bedeutet all dies für die aktuelle Tarifrunde?

Für die GDL wird es entscheidend sein, ein besseres Ergebnis als die EVG zu erzielen. Die hatte im Herbst 2020 einen "Corona-Tarifvertrag" bis März 2023 mit der Deutschen Bahn abgeschlossen. Der Konzern steckt durch die Pandemieauswirkungen in der größten Finanzkrise seines Bestehens.

Auf Drängen des Bundesverkehrsministers hatten die Arbeitnehmervertreter der EVG sich im Rahmen des "Bündnis für unsere Bahn" zu moderaten Gehaltserhöhungen bereit erklärt. Danach gilt für dieses Jahr eine Nullrunde, erst ab Januar 2022 steigen die Gehälter um 1,5 Prozent. Die Lokführergewerkschaft fordert dagegen 3,2 Prozent in einem ähnlichen Zeitraum. Ihr Vorsitzender Claus Weselsky hatte einen Arbeitnehmerbeitrag zur Überwindung der Finanzkrise wiederholt abgelehnt und die EVG als "Einkommens-Verringerungs-Gesellschaft" verhöhnt.

Hansjürgen Piel ist Redakteur im ZDF-Landesstudio Berlin

Die Lokführergewerkschaft GDL hat bundesweite Streiks im Personenverkehr ab Mittwoch früh angekündigt. ZDF-Korrespondent Peter Wagner berichtet vom Gewerkschaftssitz in Frankfurt.

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