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Lufthansa-Aktionäre stimmen Staatseinstieg zu

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Corona-Krise - Lufthansa-Aktionäre stimmen Staatseinstieg zu

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Die Lufthansa kann mit deutscher Staatshilfe weiterfliegen. Die Aktionäre des Unternehmens stimmten einer Kapitalbeteiligung zu - der Weg zum Rettungspaket ist damit frei.

Auf der Hauptversammlung stimmen die Aktionäre über das Hilfspaket der Bundesregierung ab. Großaktionär Thiele stand diesem bislang kritisch gegenüber.

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Nach einer wochenlangen Zitterpartie ist die staatliche Rettung der Lufthansa vor einer durch die Corona-Krise verursachten Pleite beschlossene Sache. Die Aktionäre des MDax-Konzerns stimmten einer 20-prozentigen Kapitalbeteiligung der Bundesrepublik mit einer Mehrheit von 98,04 Prozent zu. Das damit verbundene Hilfspaket über neun Milliarden Euro kann nun umgesetzt werden.

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Aufsichtsratschef : "Wir haben kein Geld mehr"

Die Lufthansa-Spitze hatte gewarnt, ohne die Kapitalspritze drohe eine Insolvenz und der Totalverlust für die Aktionäre. Die Lufthansa-Aktie baute nach der Abstimmung ihre Kursgewinne im Späthandel aus und stieg um 9,1 Prozent auf 10,47 Euro.

Flugzeuge von Flufthansa am Flufghafen Frankfurt am 27.05.2020

Kommentar zur Lufthansa-Rettung -
Kranich fliegt weiter - Probleme bleiben
 

Der Rettungsplan für die Lufthansa steht, auch die Aktionäre haben ihm zugestimmt. Damit ist das Schlimmste verhindert worden - doch aus dem Schneider ist der Konzern damit nicht.

von Sina Mainitz

Bereits am Morgen hatten die Wettbewerbshüter der Europäischen Union den deutschen Rettungsmaßnahmen final zugestimmt. Im Ringen um das staatliche Rettungspaket hatte die Lufthansa-Spitze den Druck auf die Aktionäre noch einmal erhöht. "Wir haben kein Geld mehr", sagte Aufsichtsratschef Karl-Ludwig Kley bei der außerordentlichen Hauptversammlung des Konzerns. Ohne das Unterstützungspaket von neun Milliarden Euro hätte die Airline Kley zufolge "in den nächsten Tagen" die Insolvenz anmelden müssen.

EU-Kommission stimmt Rettungsplan zu

Am Morgen hatte die EU-Kommission dem Rettungsplan zugestimmt. Als Bedingung setzten die Wettbewerbshüter durch, dass Lufthansa in München und Frankfurt jeweils 24 Start- und Landerechte an Wettbewerber abgeben muss. Die zuständige Kommissionsvizepräsidentin Margrethe Vestager erklärte dazu: "Dadurch erhalten konkurrierende Luftverkehrsunternehmen die Möglichkeit, in diese Märkte einzutreten, wodurch faire Preise und eine größere Auswahl für die europäischen Verbraucher gewährleistet werden."

Passagiere, die ausbleiben, Flugzeuge, die nicht fliegen – stündlich jedoch Millionen-Kosten: Die Lufthansa steckt in der Corona-Krise.

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Konkurrent Ryanair kündigte dennoch eine Klage gegen die Beihilfe an.

Lufthansa-Vorstand verteidigt Rettungspaket

Der Lufthansa-Vorstand verteidigte vor der Abstimmung das mit der Bundesregierung verhandelte Paket aus Beteiligung, stillen Einlagen und Kredit als alternativlos. Mehr sei nicht durchsetzbar gewesen. Das Konzept bedeute für Lufthansa in den kommenden Jahren erhebliche finanzielle und strukturelle Belastungen, sagte Aufsichtsratschef Kley:

Für den Staat ist es ein durchaus lukratives Geschäft.
Karl-Ludwig Kley, Aufsichtsratschef

Dennoch gebe die Vereinbarung dem Unternehmen Raum und Zeit, um die Krise zu überwinden. Davon profitierten letztlich auch die Aktionäre. Lufthansa-Chef Carsten Spohr zeigte sich zuversichtlich, die Einlagen und Kredite fristgerecht bedienen zu können.

Ufo stimmt Sparplan zu

Mit den Gewerkschaften ist das Unternehmen in weit fortgeschrittenen Verhandlungen zu umfangreichen Kostensenkungen. Als erste hat ausgerechnet die streitbare Kabinengewerkschaft Ufo einem Krisenpaket zugestimmt, das Lufthansa auch ohne Kündigungen bis Ende 2023 mehr als eine halbe Milliarde Euro einsparen hilft. Neben verkürzten Arbeitszeiten, dem Verzicht auf bereits vereinbarte Lohnsteigerungen und Betriebsrentenzahlungen gibt es eine Vielzahl freiwilliger Maßnahmen, um Lohnkosten zu reduzieren.

Die Vereinigung Cockpit (VC) begrüßte die Entscheidung der Aktionäre. "Der Weg zur Rettung des Unternehmens ist ein schwieriger Kompromiss, aber er ist alternativlos", teilte der Berufsverband mit.

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