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Rettung der Lufthansa - Von Krise zu Krise

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Retten, was zu retten ist: Mehrere Milliarden verteilt die Regierung an die Lufthansa. Offenbar einziges Ziel: Die Wirtschaft muss brummen. Doch die Bürger sollten mitreden dürfen.

Kommentar: Volker Angres zum Lufthansa-Deal
Volker Angres kommentiert den Lufthansa-Deal.
Quelle: ZDF/dpa

Liegt die Wirtschaft danieder, geht es uns schlecht. Viele Jobs sind futsch, Steuereinnahmen brechen weg, geplante Projekte, zum Beispiel auf kommunaler Ebene, werden gestrichen.

Die Lufthansa gehört zu den Unternehmen, die die Corona-Krise sehr früh und ganz unmittelbar zu spüren bekommen hat. Nur eine Handvoll Flieger in der Luft, eine Million Verlust pro Stunde. Dabei war und ist es eigentlich ein gesundes Unternehmen.

Nach langem Ringen haben sich Bundesregierung und Lufthansa auf ein komplexes Rettungspaket geeinigt. Dazu mehr Informationen von ZDF-Börsenexpertin Valerie Haller.

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Nun kommt also die Rettung von Staats wegen. Mit viel Geld, mit unserem Geld. Nichts anderes wird da ja verteilt. Und deswegen, so meine ich, dürfen auch wir Bürger Wünsche äußern, wie denn das Rettungspaket ausgestaltet werden soll. Wenn also schon ein Neustart in Angriff genommen wird, ließen sich doch ganz elegant ein paar notwendige Kurskorrekturen einbauen.

Klimaschutz bei Lufthansa geht nicht? Geht doch!

Stichwort Klimaschutz. Ja, mir ist durchaus klar, dass sehr viele davon im Moment nichts hören wollen. Weil ihnen die Wirtschaft alter Manier vorgeht. Und weil sie immer noch denken: Wir haben hier Kosten im Unternehmen, und jetzt kommen auch noch die Klimaschutzkosten oberndrauf.

Geht nicht? Geht doch: Klimaschutz muss sich rechnen. Alle, die sich da engagieren, brauchen eine Belohnung. Und das heißt: Klimafeindliches Verhalten muss teurer werden, klimafreundliches dagegen bringt Geld in die Kasse. Womit wir wieder bei der Lufthansa wären. Und der verpassten Chance - wenn sich nicht doch noch was tut.

Die Bundesregierung sich offenbar mit der Lufthansa grundsätzlich über ein neun Milliarden Euro schweres Rettungspaket geeinigt.

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Im Moment sind keine Klimaschutzauflagen in Sicht. Zum Beispiel könnte ja eine Verabredung sein, in der Perspektive, also sagen wir, bis zum Jahr 2025, einen Prozentsatz von zehn, 15 oder 20 Prozent klimaneutrales Kerosin zu tanken. Technisch und theoretisch geht das, derzeit allerdings ist dieses Kerosin zu teuer und die Mengen reichen auch nicht aus.

Lufthansa könnte Vorreiter beim klimaneutralen Fliegen werden

Aus Regierungskreisen ist zu hören, dass neue Kooperationen für Kerosin aus erneuerbaren Energien, also im Kern aus grünem Wasserstoff, gerade angestoßen werden. Verfangen wird das aber nur, wenn es verbindlich in der Rettungsstrategie festgeschrieben wird.

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Sollte das noch Teil des Rettungs-Deals werden, sähe die Sache anders aus. Dann würde die Lufthansa plötzlich zum weltweiten Vorreiter beim Thema klimaneutrales Fliegen. Und könnte ihren Einfluss zum Beispiel bei der IATA, der International Air Transport Association, geltend machen. Denn da werden die weltweiten Standards im Luftverkehr gesetzt.

Passiert das alles nicht, dann fliegen wir eben so weiter, von der Corona-Krise in die Klima-Krise. Und die kommenden Generationen werden zu recht noch mehr Anlass haben, sich über uns zu beklagen: Sie müssen die Billionen-Euro-Finanzierung zurückzahlen. Und sich viel mehr als wir mit den Folgen des Klimawandels herumschlagen. Generationengerechte Politik sieht anders aus.

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