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Kommentar zur Lufthansa-Rettung - Kranich fliegt weiter - Probleme bleiben

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Der Rettungsplan für die Lufthansa steht, auch die Aktionäre haben ihm zugestimmt. Damit ist das Schlimmste verhindert worden - doch aus dem Schneider ist der Konzern damit nicht.

Kommentar: Sina Mainitz zum Staatseinstieg bei Lufthansa
Kommentar: Sina Mainitz zum Staatseinstieg bei Lufthansa
Quelle: ZDF/picture alliance

Nur ein einziger Punkt stand heute auf der Tagesordnung der außerordentlichen Hauptversammlung des Lufthansa-Konzerns. Es ging um die Rettung des Unternehmens und damit um das Durchwinken des neun Milliarden Euro schweren Rettungspakets des Staates für den angeschlagenen Konzern. Das ist historisch.

Schon im Vorfeld war durchgesickert, dass Lufthansa-Großaktionär Heinz Hermann Thiele nach einem nervenaufreibenden Hin und Her und einem anfänglichen Nein nun doch diesem lange ausgehandelten Rettungsplan zustimmen wollte. Damit ist das Schlimmste verhindert worden. Aus dem Schneider ist die Lufthansa damit jedoch nicht.

Extreme Unsicherheiten bleiben

Vorerst ist heute ein großer Meilenstein für Europas größte Fluglinie genommen worden. Die extremen Unsicherheiten bleiben jedoch und dürften Lufthansa-Chef Carsten Spohr weiter Kopfzerbrechen bereiten. Er bezeichnete heute auf der Online-Hauptversammlung die vergangenen drei Jahre als die erfolgreichsten des Unternehmens.

Doch dann kam die Corona-Pandemie und der Höhenflug nahm ein jähes Ende. Die Lufthansa verlor in der Hoch-Zeit eine Million Euro - wohlgemerkt pro Stunde. Dieser Verlust war aus eigener Kraft nicht zu stemmen. Statt am Himmel blieb der Kranich am Boden - zu lange konnten zu viele Flieger nicht abheben.

Passagiere, die ausbleiben, Flugzeuge, die nicht fliegen – stündlich jedoch Millionen-Kosten: Die Lufthansa hat zwar noch eine Liquiditätsreserve, doch die schrumpft stetig: Experten halten staatliche Hilfen für notwendig und auch für richtig.

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Es kam, was sich nicht mehr verhindern ließ: Die Lufthansa flog vergangenen Montag aus dem Deutschen Aktien Index Dax, der Königsklasse deutscher Unternehmen. Die wirtschaftlichen Probleme sind nicht mehr wegzudiskutieren. Das wissen auch die "Airliner", die mehr als 130.000 Mitarbeiter der Lufthansa, wie sie sich liebevoll selbst bezeichnen.

Erst in der Nacht hat sich die Flugbegleiter-Gewerkschaft Ufo mit dem Konzern auf 500 Millionen Euro Einsparungen geeinigt. Dafür soll es die nächsten drei Jahre keine Kündigungen in diesem Bereich geben. Am Freitag soll es dann Gespräche mit der Pilotenvereinigung Cockpit geben. Die Mitarbeiter wissen, was auf dem Spiel steht und dass gespart werden muss. Sie machen den Gehaltsverzicht zwar mit, doch das letzte Wort ist hier noch nicht gesprochen.

Nach der Krise wird der Wettbewerb am Himmel anders sein

Gigantische Verluste müssen verkraftet werden. Die Folgen der Corona-Pandemie dauern länger als gedacht. Die Normalität kehrt nur langsam zurück. Nachhaltig verändern wird sich das Reiseverhalten. Videokonferenzen haben sich in Homeoffice-Zeiten bestens bewährt. Die von der Krise gebeutelten Unternehmen sparen zu allererst bei ihren Geschäftsreisen. Wer nicht fliegen muss, bleibt am Boden und trifft den Kollegen in Chicago via Computer. Das wird auch nach Corona so bleiben und eine Herausforderung für alle Fluggesellschaften, allen voran in Deutschland die Lufthansa.

Hinzu kommt das stetig steigende Umweltbewusstsein. Damit verbunden die Debatte um die Kerosinsteuer und ob Fliegen denn überhaupt noch sein muss. Wie es künftig mit den Ticketpreisen aussehen könnte, dürfte Reisende nicht gerade fröhlich stimmen. Nach der Krise wird der Wettbewerb am Himmel ein anderer sein.

Mit dem heutigen Beschluss auf der Hauptversammlung ist die Lufthansa einen Schritt in die richtige Richtung weiter gekommen. Doch die 1926 gegründete Airline wird künftig noch durch viele schwarze Wolken fliegen müssen.

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