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Kritik an Rettungspaket für Lufthansa

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Kranich will Stellen streichen - Kritik an Rettungspaket für Lufthansa

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In zwei Wochen entscheidet die Lufthansa-Hauptversammlung über das Rettungspaket. Jetzt will die Airline noch 22.000 Stellen streichen. Grüne und Linke sind deshalb sauer.

Die Lufthansa ist wegen der Corona-Krise angeschlagen und muss Kosten senken. Dies sorgt vor dem Hintergrund des umfangreichens Hilfspaket für Kritik.

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Der Kranich liegt am Boden. Die Corona-Pandemie mit den Reisebeschränkungen hatte die Geschäfte der Lufthansa mit Ausnahme der Fracht nahezu zum Erliegen gebracht, staatliche Hilfe ist dringend nötig - und beschlossen. Denn Deutschlands Wirtschaft ist auf die Airline angewiesen.

Auf Mitsprache im Konzern hat die Bundesregierung dabei verzichtet. Aus Sicht von Linken und Grünen rächt sich das nun. Denn die angeschlagene Fluggesellschaft will jetzt 22.000 Stellen streichen.

Neustart auf Kosten von Personal?

Bestandteil des Rettungspakets ist der Verzicht auf 24 Start- und Landerechte, dadurch werden 100 Maschinen nicht mehr benötigt, entsprechend auch Personal, argumentiert die Lufthansa. Dass die Lage ernst ist, darin sind sich der Konzern und die Gewerkschaften einig.

Die Fluggesellschaft Lufthansa ist von der Corona-Krise stark betroffen. Nun stehen 22.000 Vollzeitstellen auf dem Spiel, die Hälfte davon in Deutschland. Betriebsbedingte Kündigungen will der Konzern nach Möglichkeit vermeiden.

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Das Angebot der Gewerkschaften deshalb: Gehaltsverzicht, aber nur im Gegenzug für Jobgarantie. Die Piloten sind bereit auf Gehalt in Höhe von 350 Millionen Euro zu verzichten. Laut Flugbegleitergewerkschaft Ufo ist auch das Kabinenpersonal zu Gehaltsverzicht bereit.

Die Mitarbeiter aller Airlines des Konzerns müssen einen Kündigungsschutz bekommen und daran glauben, dass das Management endlich einen gemeinsamen Kurs geht.
Forderung der Flugbegleitergewerkschaft Ufo

Einen Verzicht auf Stellenstreichungen möchte die Lufthansa jedoch nicht erklären. Bisher vorstellbar ist für sie nur "möglichst" Stellenstreichungen zu vermeiden.

"Ein einziger Skandal"

Die Linke hat deshalb jetzt die geplanten Staatshilfen für den Konzern heftig kritisiert. Dies sei "ein einziger Skandal", schrieb Parteichef Bernd Riexinger am Donnerstag bei Twitter. "9 Milliarden für ein Unternehmen, das 4 Milliarden wert ist und Verzicht auf jede Mitsprache. Wenn die Lufthansa 22.000 Arbeitsplätze streichen sollte, ist die Bundesregierung verantwortlich!"

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Grüne-Fraktionschef Anton Hofreiter sagte, das Rettungspaket beinhalte weder Sicherheiten für die Beschäftigten noch harte Vorgaben für den Klimaschutz. Hofreiter verwies auf Frankreich: "Das Beispiel der Air France zeigt, dass der Beschäftigtenschutz und die Entwicklung eines umweltneutralen Flugzeugs Hand in Hand gehen können." Von der Bundesregierung erwarte er jetzt, dass sie nachverhandele.

Die Luftfahrtbranche ist von der Coronakrise schwer getroffen. Tausende Arbeitsplätze stehen auf der Kippe. Wie helfen Europas Regierungen ihren Airlines und was bedeutet das für den Wettbewerb in der Luftfahrt?

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Bundesregierung verteidigt Lufthansa-Vorgehen

Die Bundesregierung verteidigt ihr Vorgehen: "Ohne das Unterstützungspaket der Bundesregierung hätte das Unternehmen keine Zukunft", sagte eine Sprecherin des Wirtschaftsministeriums. "Das Paket schafft eine Zukunftsperspektive für das Unternehmen und für die Beschäftigten."

Die Zeit drängt für eine Einigung zwischen Lufthansa und den Gewerkschaften: Am 25. Juni müssen die Aktionäre auf einer außerordentlichen Hauptversammlung noch grünes Licht für das staatliche Rettungspaket geben. Lufthansa-Chef Carsten Spohr will dort sein Sparkonzept präsentieren. Der Konzern, der im ersten Quartal einen Milliardenverlust eingeflogen hatte, beschäftigt rund 138.000 Mitarbeiter.

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