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Raus aus der Krise? : Lufthansa: Kapitalerhöhung und Einsparungen

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Die Lufthansa hat eine mögliche Kapitalerhöhung und ein Gewinnziel für 2024 angekündigt. Die Kosten sollen um 3,5 Milliarden Euro sinken, die Beschäftigtenzahl um weitere 10.000.

Geparkte Lufthansa-Maschinen stehen während der Corona-Krise auf dem Flughafen München.
Um profitabel zu werden, muss die Lufthansa die Kosten stark senken.
Quelle: Matthias Schrader/AP

Die Lufthansa nimmt eine Kapitalerhöhung in Angriff und umwirbt Investoren dafür mit neuen Spar- und Gewinnzielen, erklärte die Fluggesellschaft per Pflichtmitteilung. 3,5 Milliarden Euro sollen eingespart werden, gut die Hälfte davon über Personalabbau. Eine Entscheidung über Umfang und Zeitpunkt einer möglichen Kapitalerhöhung sei noch nicht getroffen worden.

WSF mit 20 Prozent an Lufthansa beteiligt

Die Lufthansa war durch die Corona-Krise in Existenznot geraten und musste mit einem Finanzrahmen von neun Milliarden Euro von Deutschland und ihren anderen Sitzländern gestützt werden.

Der mit 20 Prozent an der Lufthansa beteiligte staatliche Wirtschaftsstabilisierungsfonds (WSF) wird voraussichtlich bei der Kapitalerhöhung mitziehen - allerdings ohne dafür zusätzliches Geld des Steuerzahlers auszugeben.

Noch rund eine Milliarde Euro Schulden beim Staat

Auf Deutschland entfielen insgesamt 6,8 Milliarden Euro des staatlichen Rettungspakets für die Lufthansa. Davon hat die Airline-Gruppe erst gut zwei Milliarden Euro in Anspruch genommen und das zur Hälfte schon wieder getilgt, sodass die Lufthansa dem Staat derzeit rund eine Milliarde Euro schuldet.

Sollte eine Kapitalerhöhung um drei Milliarden Euro gelingen, könnte diese Summe schon früher als bisher geplant zurückgezahlt werden. Der Staat müsste dann sein Aktienpaket, für das er rund 300 Millionen Euro zahlte, bald verkaufen.

Lufthansa will Staatshilfe früher tilgen

Die Lufthansa könnte sich damit von Auflagen befreien, die sie im Gegenzug für staatliche Hilfe einhalten muss: das Verbot, Dividenden an Aktionäre zu zahlen oder Zinsen an Anleihebesitzer sowie Bonuszahlungen an Führungskräfte.

Auch könnte sie wieder früher als gedacht an Übernahmen denken. Bisher war geplant, die Staatshilfe erst 2023 zu tilgen. Geld soll auch durch den Verkauf des internationalen Caterings, die Finanztochter Airplus und einen Teil von Lufthansa Technik hereinkommen.

Der MDax-Konzern kündigte zugleich ein Gewinnziel für 2024 an, wenn die Luftfahrt nach Brancheneinschätzung das Vorkrisenniveau wieder erreicht. Die bereinigte operative Marge soll dann mindestens acht Prozent vom Umsatz erreichen, die Kapitalrendite mindestens zehn Prozent.

Weitere 10.000 Jobs sollen gestrichen werden

Um profitabel zu werden, muss die Lufthansa die Kosten stark senken. Die Airline-Gruppe will sich dafür noch stärker umbauen. Gut die Hälfte der 3,5 Milliarden Euro Kostensenkung sollen durch niedrigere Personalkosten erreicht werden.

Davon sei etwa die Hälfte durch die Trennung von fast 26.000 Mitarbeitern seit Ausbruch der Krise schon erreicht. In Deutschland soll die Beschäftigtenzahl um weitere 10.000 sinken, sodass insgesamt noch rund 100.000 Mitarbeiter bleiben.

Zudem will die Lufthansa Tarifstandards senken, Arbeitnehmer zum freiwilligen Ausscheiden bewegen, aber auch betriebsbedingte Kündigungen aussprechen.

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