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Spohr-Brief an Mitarbeiter - Lufthansa vor "Schicksalswoche"

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Am Donnerstag sollen die Aktionäre über Staatshilfen des Bundes abstimmen. Aber nur wenige wollen ihr Stimmrecht wahrnehmen - der ganze Deal könnte platzen.

Die Unsicherheit einer möglichen Insolvenz der Lufthansa, sollte das Rettungspaket scheitern, und der bevorstehende Stellenabbau bereitet vielen LH-Bediensteten Sorgen und Ärger. Offenbar sind derzeit bereits 11.000 Jobs zu viel an Bord der Kranich-Linie.

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Die Bundesregierung will die Lufthansa mit neun Milliarden Euro vor der Insolvenz retten. Es zeichnet sich aber ab, dass viele Aktionäre ihre Stimmrechte auf der Hauptversammlung am Donnerstag nicht wahrnehmen werden.

Damit steht die Zustimmung zu den Staatshilfen mehr denn je auf der Kippe und eine mögliche Insolvenz der Konzerns wird wahrscheinlicher. Dass die Lufthansa nach dem Verfall der Aktie ab Montag nicht mehr im Dax gehandelt wird, ist da noch ihre geringste Sorge.

Mit neun Milliarden Euro will der Bund die Lufthansa retten. Doch noch ist nicht sicher, ob die Aktionäre dem Paket zustimmen. "Ohne die Zustimmung von Großaktionär Thiele ist das Rettungspaket nicht möglich", so ZDF-Reporter Stefan Schlösser.

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In einem Brief von Lufthansa-Chef Carsten Spohr an die Mitarbeiter, der dem ZDF vorliegt, heißt es:

Seit heute Nacht wissen wir, dass unsere Aktionäre weniger als 38 Prozent des Kapitals für diese Hauptversammlung angemeldet haben.

Damit stehe fest, so Spohr, dass bei der Abstimmung eine Zweidrittelmehrheit erreicht werden müsse. Diese erscheine nach jüngsten Äußerungen von wichtigen Aktionären insbesondere zu den Konditionen der Kapitalerhöhung jedoch nicht sicher.

Spohr: Lufthansa vor "Schicksalswoche"

Die Anteilseigner stimmen am 25. Juni auf einer außerordentlichen Hauptversammlung über das geplante Rettungspaket ab. Liegt die Aktionärspräsenz bei unter 50 Prozent, ist eine Zweidrittelmehrheit der Stimmrechte nötig. Lufthansa-Großaktionär Heinz Hermann Thiele, der zuletzt gut 15 Prozent der Anteile hielt und die Staatshilfen skeptisch sieht, hatte seine Zustimmung offen gelassen. Er sieht die vorgesehene Beteiligung des Bundes mit 20 Prozent der Lufthansa-Anteile kritisch.

Die Nerven liegen blank: Eine Woche vor ihrer Hauptversammlung hat die Lufthansa vor einem Scheitern des milliardenschweren Rettungspaketes gewarnt. Dazu Valerie Haller an der Börse.

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Die Lufthansa befürchtet, dass Thiele den Rettungsplan blockieren könnte - mit ungewissem Ausgang für die Airline bis hin zu einer Insolvenzlösung.

"Wir alle stehen am heutigen Sonntag vor einer Schicksalswoche für unsere Lufthansa", schrieb Spohr. Für den Fall, dass die Aktionäre dem Hilfspaket des Bundes nicht zustimmen, habe man umfangreiche Vorkehrungen getroffen, um eine Pleite mit einem unmittelbaren Stopp des Flugbetriebes zu verhindern. Zudem kündigte Spohr an, die Mitarbeitergehälter bereits morgen anzuweisen. Regulär würden sie nach der Aktionärsversammlung ausgezahlt. Das wäre angesichts des fraglichen Ausgangs eventuell nicht garantiert.

Lufthansa-Vorstand will Insolvenz vermeiden

"Auch würden wir die verbleibende Zeit bis zur Anmeldung einer Insolvenz nutzen, um mit der Bundesregierung Optionen zu besprechen", heißt es in dem Brief. Oberstes Ziel des Vorstandes bleibe, eine Insolvenz zu vermeiden.

Die Lufthansa stehe weiterhin im engen Austausch mit der Bundesregierung und den größten Aktionären, um noch vor Donnerstag eine Lösung zu erreichen, so Spohr. Zuvor hatte auch die "Bild am Sonntag" von neuen Gesprächen mit dem Bund berichtet. Großaktionär Thiele wolle am Montagmorgen mit Finanzminister Olaf Scholz (SPD) und Spohr zusammenkommen.

Die Barreserven der Lufthansa schwinden schnell

Am Montag will die Lufthansa zudem eine Einigung mit den Gewerkschaften über ein Sparpaket erreichen, um den Abbau von Arbeitsplätzen in Grenzen zu halten.

Die Corona-Pandemie hat die Geschäfte der Lufthansa mit Ausnahme der Fracht fast zum Erliegen gebracht. Der Konzern mit 138.000 Beschäftigten rechnet damit, dass die Erholung der Nachfrage im Luftverkehr nur langsam verläuft. Derzeit hebt nur ein kleiner Teil der Flotte zu Reisezielen ab, die Barreserven schwinden schnell.

Das geplante Hilfspaket im Überblick

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