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Wie Mäuse zur Gefahr werden

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Nager-Plage durch warme Winter - Wie Mäuse zur Gefahr werden

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Haus-, Rötel-, oder Feldmäuse sorgen in Deutschland für immer mehr Probleme: Sie übertragen Krankheiten und verursachen immense landwirtschaftliche Schäden.

Mäuse sind wichtig für das Ökosystem. In Massen können sie aber viel Schaden anrichten. Das reichhaltige Nahrungsangebot in Städten führt zu einer regelrechten Mäuse-Invasion.

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140 Hektar seiner Weidewiesen haben unzählige Feldmäuse schon zerstört. Landwirt Dirk Hanken aus der Wesermarsch steht auf einem braunen, löchrigen Acker - es waren einst grüne Wiesen, auf denen seine Milchkühe weideten. Eine Feldmausplage setzt dem Milchbauern zu. Andernorts sind es sogar Tausende von Hektar, die betroffen sind: Die Feldmäuse wühlen durch den Boden, machen ihn löchrig und brüchig, fressen die Graswurzeln ab und vermehren sich explosionsartig. Wegen der letzten trockenen Sommer sind die Grundwasserstände stark gefallen, ideale Lebensbedingungen für die unterirdisch lebenden Arten.

Auch oberirdisch richten die Nager reichlich Schäden an: Sie zerfressen die Schutzplanen auf den Silos, nisten in der bereits geernteten Grassilage – das Futter verschimmelt, wird unbrauchbar. Fachleute haben einen Verlust von drei Euro pro Maus ermittelt, wenn Bauern mit Silage füttern. So wie Bauer Hanken müssen auch andere Landwirte Futter zukaufen und können nur zuschauen, wie die Feldmäuse ihre Lebensgrundlage zerstören.

Landwirte in Niedersachsen haben mit einer Mäuseplage zu kämpfen. Die Nager haben sich massenhaft vermehrt, fressen Gras und Wurzeln, unterhöhlen Wiesen. Dadurch wächst kein Futter mehr. Zudem unterhöhlen die Mäuse Deiche und gefährden den Küstenschutz.

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Für Grünlandbetriebe eine Katastrophe und existenzbedrohend. Eine Bekämpfung ist aussichtslos - es sind zu viele. Allein in Niedersachsen sollen 150.000 Hektar Land betroffen sein. Seit den 80er Jahren war es nicht mehr so schlimm. Nur Bodenfrost hilft jetzt - doch der ist nicht in Sicht.

Hantavirus durch Rötelmäuse

In Hitzesommern produzieren Buchen und Eichen besonders viele Samen - Bucheckern und Eicheln. Wenn viele Millionen Bucheckern auf einem Hektar Waldboden liegen nennt man das Buchenmast. Darüber freuen sich die Mäuse. Die Populationen nehmen dann überproportional zu.

Das führte 2019 verstärkt zum Ausbruch des Hantavirus, einem Krankheitserreger, der von Rötelmausen auf den Menschen übertragbar ist. Das Robert-Koch Institut rief 2019 als ein "Ausbruchsjahr" aus. Wie die Entwicklung für 2020 sein wird, bleibt abzuwarten.

Rötelmäuse scheiden den Erreger mit ihrem Kot und Urin aus. Der Mensch kann sich über das Einatmen der Krankheitserreger infizieren, die an die eingetrockneten Ausscheidungen der Nager gebunden sind: Beim Fegen im Schuppen, im Keller - auch beim Pilze suchen im Wald ist eine Übertragung möglich. Es wird ein Mundschutz in Innenräumen empfohlen.

Mäuse als Vogel-Killer

Auf zwei kleineren Inseln nahe Südafrika, Gough Island und Marion Island, haben Forscher ein ungewöhnliches Verhalten von eingeschleppten Hausmäusen entdeckt. Die Vogelschützer Andrea Angel und Ross Wanless dokumentierten Attacken von Hausmäusen auf brütende Seevögel, wie z.B. Albatrosse. Die viel größeren Vögel sind nicht in der Lage, sich gegen die Mäuse zu verteidigen, denn sie haben es nicht gelernt.

Bis zu 20 Mäuse attackieren nachts die Vögel und knabbern immer wieder an ihnen, fressen ihr Fleisch. Die Vögel sterben durch die Wunden, an Infektionen oder durch andere Raubvögel, die die geschwächten Tiere ausmerzen. Die Forscher stellten fest, dass allein auf Gough Island pro Jahr bis zwei Millionen Seevögel verschiedenster Arten durch die Nager-Attacken sterben.

Fressfeinde wie Katzen oder Futterkonkurrenten wie Ratten gibt es auf den Inseln nicht mehr. Dadurch sind Mäuse die vorherrschende Spezies. Um die Seevögel zu schützen, wollen die Forscher nun zuerst Marion Island von den Mäusen befreien. Per Hubschrauber wollen sie Giftköder verteilen, eine komplizierte und aufwendige Methode. Sie müssen die Mäuse auf einen Schlag ausrotten, bevor sie sich wieder vermehren.

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