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FAQ

Nachhaltig und erfolgreich - Wie Landwirtschaft in Zukunft aussehen soll

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Ein Weiter so in der Landwirtschaft wird von Experten einhellig ausgeschlossen. Ihre Empfehlung: Mehr Nachhaltigkeit, mehr Naturschutz und dennoch betriebswirtschaftlichen Erfolg.

Die Zukunftskommission Landwirtschaft hat ihren Bericht an Kanzlerin Merkel übergeben. Sie fordert darin, finanzielle Förderung an umwelt- und klimapolitische Kriterien zu knüpfen.

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Nach rund zehnmonatigen Beratungen hat die Zukunftskommission Landwirtschaft (ZKL) ihren Bericht an Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) übergeben. Nachhaltiger soll die Landwirtschaft werden - und gleichzeitig ein "erfolgreiches Geschäftsmodell" für die Landwirte. Worauf sich die 31 Kommissionsmitglieder aus Agrarbranche, Wissenschaft und Verbraucher-, Umwelt- und Tierschutz geeinigt haben:

Wie soll Landwirtschaft zukünftig aussehen?

Einig sind sich alle: So wie bisher kann es nicht weitergehen. "Angesichts der externen Kosten, die die vorherrschenden Produktionsformen mit sich bringen, scheidet eine unveränderte Fortführung des heutigen Agrar- und Ernährungssystems aus ökologischen und tierethischen wie auch aus ökonomischen Gründen aus", heißt es im Abschlussbericht.

Die Landwirtschaft habe eine enorme Produktionssteigerung verzeichnet und so ein starkes Wachstum der Bevölkerung ermöglicht. Die Kehrseite: Übernutzung von Natur und Umwelt, von Tieren und Ökosystemen "bis hin zur gefährlichen Beeinträchtigung des Klimas".

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Zukünftig, so die Experten der Kommission, solle sich ökologisches Handeln der Landwirte auch wirtschaftlich wieder lohnen. Landwirtschaft solle so einen aktiven Beitrag zum Erhalt der Biodiversität leisten und sich positiv auf das Klima auswirken.

Landwirte sollen außerdem mehr gesellschaftliche Anerkennung erhalten und zielgerichteter unterstützt werden. So sollen auch Produktionsverlagerungen in Regionen mit geringeren ökologischen und sozialen Standards verhindert werden. Das ambitionierte Ziel der ZKL lautet also: Die deutsche Landwirtschaft muss grundlegend transformiert werden.

Wie sollen diese Ziele erreicht werden?

Um das zu erreichen, schlägt die ZKL eine ganze Reihe von Maßnahmen vor. So sollen beispielsweise natürliche Treibhausgassenken wie Moore und Humus wieder mehr Stellenwert bekommen und insgesamt stabile Agrar-Ökosysteme geschaffen werden. Außerdem empfiehlt die ZKL eine Reduzierung des Konsums tierischer Produkte.

Insgesamt sollen wesentlich weniger Nutztiere unter deutlich besseren Bedingungen gehalten werden. Um die Kosten für diese Maßnahmen zu tragen, fordert die ZKL eine gesamtgesellschaftliche Beteiligung - die erforderlichen Mittel werden die aktuell zur Verfügung stehenden öffentlichen Mittel übersteigen, glauben die Experten.

Eine der empfohlenen Maßnahmen ist deshalb auch die Schaffung eines faireren Lebensmittelmarkts - Preise für Lebensmittel sollen deren tatsächliche Produktionskosten abbilden. Auch auf europäischer Ebene fordern die Experten Reformen: So sollten sich Förderungen für Landwirtschaft im Rahmen der Gemeinsamen Agrarpolitik künftig nicht mehr nach bewirtschafteter Fläche, sondern nach den konkreten Beiträgen der Landwirte im Sinne der Nachhaltigkeit richten.

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Was soll das kosten?

Teuer wird eine grundlegende Transformation der Landwirtschaft allemal - aber wie teuer genau? Eine klare Aussage dazu gibt es im Abschlussbericht nicht, aber klar ist: Nichts zu tun ist keine Option.

Die negativen externen Kosten der derzeitigen Landwirtschaft, also Kosten, die die Gesellschaft als Ganzes zu tragen hat, belaufen sich laut einer aktuellen Studie auf 40 Milliarden Euro jährlich. Wird darüber hinaus der Verlust von Biodiversität berücksichtigt, steigen die Kosten um weitere 50 Milliarden auf insgesamt 90 Milliarden Euro jährlich.

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Nicht enthalten sind hier Kosten im Sozial- und Gesundheitssystem, unter anderem durch Fehl- und Mangelernährung. Um die im Abschlussbericht vorgeschlagenen Maßnahmen zu finanzieren, kommt die ZKL in einer Modellrechnung auf einen Betrag von sieben bis elf Milliarden Euro im Jahr - deutlich weniger also als der Betrag, den die Gesellschaft derzeit indirekt tragen muss.

Diese Kostenrechnung muss jedoch mit etwas Vorsicht genossen werden - die Berechnungen sind nach Aussage der Experten mit vielen Unwägbarkeiten verbunden.

Was bedeutet das für die Verbraucher?

Übertragen auf die Lebensmittelpreise kommen die Autoren der im Abschlussbericht zitierten Studien zu dem Schluss, dass sich beispielsweise die Erzeugerpreise für ein Kilo Rindfleisch um das fünf- bis sechsfache erhöhen müssten.

Die Preise anderer tierischer Produkte müssten sich um das zwei- bis vierfache steigern, Preiserhöhungen pflanzlicher Produkte fallen geringer aus. Andere Studien gehen hingegen von geringeren Preissteigerungen aus. Zwischen sechs Prozent für ökologisch erzeugte pflanzliche Produkte und 146 Prozent für konventionell produzierte tierische Produkte könnten die Preise demnach steigen.

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Was sagen die Landwirte?

Der Deutsche Bauernverband (DBV) sieht in dem Bericht "eine Grundlage für den zukünftigen politischen Diskurs über Landwirtschaft". Es sei eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe, den Transformationsprozess der Landwirtschaft zu unterstützen und zu finanzieren.

"Der Bericht ist eine klare Übereinkunft, dass bei allem Willen zur Veränderung hin zu mehr Nachhaltigkeit der betriebswirtschaftliche Aspekt immer mit berücksichtigt wird", erklärte DBV-Vizepräsident Werner Schwarz.

Nur wenn auf den Höfen Geld verdient wird, können wir auch Umweltleistungen erbringen.
Werner Schwarz, DBV-Vizepräsident
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