ZDFheute

Stadtmieten steigen langsamer, auf dem Land wird's teurer

Sie sind hier:

Preise für Mieten und Immobilien - Stadtmieten steigen langsamer, auf dem Land wird's teurer

Datum:

Die Mieten bei Neuverträgen in Großstädten steigen, aber langsamer als im Vorjahr. Auf dem Land wird es dagegen immer teurer. Auch die Kaufpreise ziehen weiter an.

Archiv: Wohnsiedlung in Stuttgart.
In Großstädten steigen die Preise etwas moderater als noch 2019.
Quelle: DPA

Für Wohnungssuchende in den deutschen Großstädten gibt es Anzeichen, dass die Zeit stark steigender Mieten endet. Die Angebotsmieten stiegen 2019 bundesweit zwar mit 3,5 Prozent nur 0,3 Prozentpunkte weniger als im Vorjahr, wie aus dem Frühjahrsgutachten des Branchenverbands Zentraler Immobilien-Ausschuss (ZIA) hervorgeht. "Der zum Teil stürmische Anstieg scheint aber in einigen Städten aufzuhören", heißt es darin.

Mieten in Hamburg, Frankfurt und München legen zu

In Berlin gab es einen leichten Rückgang (-0,7 Prozent). In Hamburg, Frankfurt und München legten die Angebotsmieten unterdurchschnittlich zu. Stärker steigen sie inzwischen in ländlichen Kreisen, die wirtschaftlich wachsen: Ostfriesland, Emsland, im Umland Bremens, Hamburgs, Berlins und Münchens.

Der Wirtschaftsforscher Lars Feld sagte in Berlin, das Mietenwachstum flache ab. Es gebe Anzeichen, dass die Politik sich nicht mehr so große Sorgen machen müsse, was steigende Mieten betreffe.

Immobilienpreise steigen deutlich

Weniger beruhigend finden es die Experten, dass die geforderten Preise für Eigentumswohnungen unerwartet stark weiter steigen. Sie lagen der Studie zufolge im vergangenen Jahr 9,7 Prozent über dem Vorjahr.

Seit 2011 stiegen bei niedrigen Zinsen die Kaufpreise stärker als die Angebotsmieten - entsprechend gerieten für Investoren die Renditen immer stärker unter Druck, erklärte Co-Autor Harald Simons, Vorstandsmitglied beim Marktforschungsinstitut Empirica.

Er hoffe, dass die Bundesbank die gesamtwirtschaftlichen Risiken genau beobachte. "Ansonsten könnten wir, wenn das so weiter geht, in ernsthafte Schwierigkeiten geraten." Ein- und Zweifamilienhäuser verteuerten sich der Untersuchung zufolge im vergangenen Jahr um 9,3 Prozent.

Bankenverband: Mietendeckel unnötig

Dabei wird nicht immer das bezahlt, was Verkäufer in Inseraten verlangen, wie der Blick auf echte Transaktionsdaten zeigt. Demnach wurden Wohnimmobilien vergangenes Jahr deutschlandweit 6,3 Prozent teurer, wie der Verband deutscher Pfandbriefbanken errechnet hat.

In den größten sieben Städten Berlin, Hamburg, München, Köln, Frankfurt, Stuttgart und Düsseldorf waren es nur noch 2,9 Prozent - weniger war es zuletzt 2010, wie die Hypothekenbanken bemerkten. Das zeige, dass Investoren nicht zu jedem Preis zukauften, der Markt funktioniere, staatliche Eingriffe wie der Berliner Mietendeckel seien unnötig, hieß es.

Mieten auf dem florierenden Land wachsen

Eine Beruhigung am Mietenmarkt hatte vor kurzem schon das Institut F+B festgestellt, das Städte und Gemeinden bei der Aufstellung von Mietspiegeln berät. Demnach stiegen die Angebotsmieten im letzten Vierteljahr 2019 sogar gar nicht mehr. In bestehenden Verträgen lagen sie noch 1,4 Prozent höher als ein Jahr zuvor.

Deutliche Mietsteigerungen gibt es dem ZIA-Gutachten zufolge in wachsenden ländlichen Kreisen wie Biberach, Bamberg oder Bentheim.

Dort verlangten Vermieter im September beim Mieterwechsel vier Prozent mehr als ein Jahr zuvor, wie das Hamburger Forschungsunternehmens Gewos errechnete. In solchen Regionen ist Mieten nur noch wenig günstiger als in den kreisfreien Städten, sagte Geschäftsführerin Carolin Wandzik.

Gemerkt auf Mein ZDF! Merken beendet Bewertet! Bewertung entfernt Zur Merkliste hinzugefügt! Merken beendet Embed-Code kopieren HTML-Code zum Einbetten des Videos in der Zwischenablage gespeichert.
Bitte beachten Sie die Nutzungsbedingungen des ZDF.

Um zu verstehen, wie unsere Webseite genutzt wird und um dir ein interessenbezogenes Angebot präsentieren zu können, nutzen wir Cookies und andere Techniken. Hier kannst du mehr erfahren und hier widersprechen.

Um Sendungen mit einer Altersbeschränkung zu jeder Tageszeit anzuschauen, kannst du jetzt eine Altersprüfung durchführen. Dafür benötigst du dein Ausweisdokument.

Du wechselst in den Kinderbereich und bewegst dich mit deinem Kinderprofil weiter.