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Verschläft der Mittelstand seine Zukunft?

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KfW-Untersuchung - Verschläft der Mittelstand seine Zukunft?

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Mittelständische Unternehmen setzen einer Untersuchung der staatlichen Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) zufolge immer weniger auf Innovationen. Ein alarmierender Trend.

Archiv: Funken sprühen bei Arbeiten in einer Gießerei.
Archiv: Funken sprühen bei Arbeiten in einer Gießerei.
Quelle: DPA

Er stellt mehr als 60 Prozent der Arbeitsplätze in unserem Land und die überwiegende Zahl der Ausbildungsplätze. Zu ihm gehören sowohl der einfache Handwerksmeister mit drei Mitarbeitern als auch Firmen mit mehreren hundert Angestellten. Kurzum: der Mittelstand ist das Rückgrat der deutschen Wirtschaft und ein Erfolgsmodell.

Bekannt für Marktneuheiten

Neben seiner Zuverlässigkeit war der Mittelstand auch immer besonders bekannt für seine Marktneuheiten und innerbetrieblichen Verbesserungen. Diese Kraft scheint er nun aber peu-à-peu zu verlieren. Zwar stiegen die Ausgaben für Innovationen erstmals seit längerem wieder, aber sie konzentrierten sich auf immer weniger Unternehmen. Zuletzt haben nur noch 725.000 von etwa 3,81 Millionen Betrieben innovative Produkte oder Prozesse eingeführt.

Das sind immerhin 125.000 Firmen weniger als noch in den Jahren davor. Die KfW-Chefvolkswirtin Fritzi Köhler-Geib warnt deshalb auch:

Für die Zukunftsfähigkeit und die internationale Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Wirtschaft ist das eine gefährliche Entwicklung.

Denn es ist auch eine längerfristige Tendenz festzustellen. Seit 2004 erhebt die KfW diese Zahlen. Damals belief sich der Anteil innovativer Unternehmen auf 42 Prozent. Heute sind es nur noch 19 Prozent und damit weniger als die Hälfte. "Eine Entwicklung, die Gift für Beschäftigung, Wachstum und Produktivität ist", so Köhler-Geib weiter.

Nachlassende Gründertätigkeit

Die Gründe für diesen Trend sind vielfältig. Den Firmen fällt es beispielsweise, trotz niedriger Zinsen, immer schwerer, finanzielle Mittel für Innovationen zu bekommen. Auch der Fachkräftemangel spielt eine Rolle und besonders schwerwiegend ist die nachlassende Gründertätigkeit in Deutschland. Zwar ist diese normal in einer alternden Gesellschaft, aber Gift für deren Innovationstätigkeit.  

Alles andere als gute Nachrichten in Zeiten, in denen ganze deutsche Branchen, wie etwa die Autoindustrie, unter enormem Veränderungsdruck stehen. Dort wird gerade am sichtbarsten, was ausländischer Erfindergeist und konsequente Innovationsstrategien bedeuten. Der Mittelstand sollte schnellstmöglich umdenken, denn technologischer Vorsprung ist kein von Gott gegebenes deutsches Privileg, sondern das Ergebnis harter Arbeit und Ausgaben an der richtigen Stelle.

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