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Malaysia stärkster Abnehmer - Weniger Plastikmüllexporte ins Ausland

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Kunststoff ist Rohhstoff. Ein Teil des Plastikmülls wird jedoch ins Ausland verschifft. Ziel ist häufig Südostasien, aber auch die Niederlande.

Am Strand von Malaysia wurde Plastikmüll angespült
Der Export von Plastikmüll steht in der Kritik - denn der Müll landet nicht selten im Meer.
Quelle: dpa

Die Plastikmüll-Exporte aus Deutschland in andere Staaten sind deutlich gesunken. Im Jahr 2020 seien schätzungsweise 986.000 Tonnen Kunststoffabfälle über die Grenze transportiert worden und damit 10 Prozent weniger als im Vorjahr, teilte der Bundesverband der Deutschen Entsorgungs-, Wasser- und Rohstoffwirtschaft (BDE) mit.

Importhemmnisse in asiatischen Staaten

Die Menge macht knapp ein Sechstel aller hierzulande gesammelten Kunststoffabfälle aus. Der BDE bezieht sich auf Daten des Statistischen Bundesamtes für den Zeitraum Januar bis September, die der Verband dann bis Jahresende hochgerechnet hat - insgesamt ist es also nur ein Schätzwert. Der Preis pro Tonne Kunststoffabfall lag bei 249 Euro, das war ein Minus von 20 Prozent.

Einen Grund nannte der BDE nicht. Branchenexperten zufolge spielen strenge Importhemmnisse in China und anderen asiatischen Staaten eine Rolle, die schon seit einigen Jahren gelten und den globalen Abfallmarkt etwas ausgebremst haben. Außerdem dürfte sich die Corona-Krise auswirken - durch die Pandemie kamen manche Geschäfte nicht zustande, auch weil die Lieferketten beeinflusst waren.

Der Staat mit den meisten Plastikabfall-Importen aus Deutschland war Malaysia, wohin rund 151.000 Tonnen verschifft wurden und damit 32.000 Tonnen weniger als 2019. Auf Rang zwei folgen die Niederlande mit 142.000 Tonnen Kunststoffabfällen. Auf dem dritten Rang taucht nun die Türkei in der Exporttabelle auf, das seine Kunststoffabfall-Importe binnen eines Jahres auf 132.000 Tonnen in etwa verdoppelt.

Greenpeace: Wertvollen Rohstoff wiederverwerten

Müllexporte sind umstritten. Auf der einen Seite gilt Plastikabfall als Rohstoff, der auch in anderen Staaten weiterverarbeitet werden kann - etwa zu Kleidung aus Polyester, zu Straßenpollern oder zu Kloschüsseln. Aus Sicht von Vertretern der Abfallbranche machen solche Exporte Sinn, da sie Teil einer globalen Kreislaufwirtschaft sind und dazu führen, dass weniger Plastik in Kraftwerken verbrannt werden muss.

Entsorgung von Plastikmüll im gelben Sack

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von Christian Thomann-Busse

Aufnahmen deutscher Verpackungsabfälle in der Natur in Malaysia sorgten für negative Schlagzeilen. Greenpeace kritisiert, dass für einen Großteil der Abfälle der Verbleib und die tatsächliche Verwertung im Ausland "vollkommen unklar und unkontrolliert" seien. Die Umweltschützer monieren, dass Prüfungen zu Abfallexporten nur vorgenommen werden "können" und nicht müssen, wie aus einer Antwort der Bundesregierung auf eine Grünen-Anfrage hervorgeht.

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Viola Wohlgemuth, Greenpeace-Konsumexpertin

Mit den Exporten verschiebe Deutschland seine Probleme beim Umgang mit den Plastikmüll-Massen in andere Staaten, sagt Greenpeace-Konsumexpertin Viola Wohlgemuth. Plastikabfall-Exporte müssten verboten werden - dadurch würde der Druck steigen, den Kunststoff wiederzuverwerten oder ausschließlich Verpackungen herzustellen, die wiederverwertbar sind.

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